Samstag , 10 Dezember 2016
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Ursache und Behandlung bei einem Augeninfarkt

Augeninfarkt: Retten, was noch zu retten ist

Wenn es zu plötzlicher Sehverschlechterung oder gar Blindheit auf einem Auge kommt, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um einen Augeninfarkt oder Sehsturz handelt. Das ist ein akuter Notfall und da gibt es nur eins: Sofort zum Augenarzt.

Ein Augeninfarkt muss genau wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall sofort behandelt werden. Wird die medizinische Hilfe nur wenige Stunden aufgeschoben, können Schäden entstehen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Der Verlust der Sehkraft bleibt dann dauerhaft und gilt als unheilbar.

Wie entsteht ein Sehsturz?

Beim Sehsturz kommt es zu einem plötzlichen Verschluss (Embolie) der Augenarterie durch ein Blutgerinnsel. Der Sehnerv wird nicht mehr richtig durchblutet und leidet unter akutem Sauerstoffmangel. Dadurch können Nervenzellen absterben.

Sofortige Notfallbehandlung beim Augeninfarkt

Das Gerinnsel muss vom Augenarzt mit Medikamenten so schnell wie möglich aufgelöst werden, damit das betroffene Gewebe wieder durchblutet wird und sich erholen kann. Gelingt die Auflösung nicht sofort oder wartet man zu lange mit der Behandlung, stirbt zunehmend mehr Gewebe des Sehnervs durch den Sauerstoffmangel ab. Dieses Gewebe regeneriert sich nicht mehr und das Sehvermögen bleibt verloren.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Augeninfarkt?

Meistens sind ältere Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen betroffen.

Erhöhtes Risiko für einen Augeninfarkt haben alle, die auch ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall haben:

  • Patienten mit Arteriosklerose, Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern, Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelentzündung.
  • Bluthochdruck-Patienten.
  • Menschen mit Blutgerinnungsstörungen, Blutarmut oder mit Entzündungen der Blutgefäße (Vaskulitis).
  • Patienten mit zu hohem Hämatokrit-Wert (hier sind im Blut zu viele feste Bestandteile im Verhältnis zur Flüssigkeit). Das kann auch durch Wassermangel im Körper verursacht sein, zum Beispiel wenn jemand langfristig zu wenig trinkt.
  • Diabetiker.
  • Raucher,
  • Alkohol- und Drogenkonsumenten.

In selteneren Fällen kann es nach Operationen oder durch Medikamenten-Einnahme (zum Beispiel Viagra) zu einem Augeninfarkt kommen.

Augeninfarkt behandeln
Bei einem Augeninfarkt ist sofort ein Augenarzt aufzusuchen / Bild: tpsdave – Pixabay.com/de

Viren und Bakterien können einen Augeninfarkt auslösen

Infiziert sich jemand mit Grippe- oder Eppstein-Barr-Viren (Pfeiffer`sches Drüsenfieber), können diese Viren Entzündungen an den Blutgefäßwänden verursachen, die wiederum die Bildung von Blutgerinnseln fördern. Dadurch können auch Herzmuskel-Entzündungen entstehen, vor allem bei verschleppten Virus-Infektionen!
Bei starken Zahnfleisch-Entzündungen (Parodontose) können Bakterien in die Blutbahn gelangen. Diese verursachen eine Verklebung von festen Blutbestandteilen und lassen so, im ungünstigen Fall, ein Blutgerinnsel entstehen.

Stress und psychische Ursachen als Auslöser

Jetzt dürfen sich die Jüngeren unter uns, die die genannten Risiko-Erkrankungen und Laster nicht haben, keineswegs allzu sicher fühlen. Augeninfarkte kommen in allen Altersgruppen vor. Ein nicht zu unterschätzender Auslöser ist Stress. Leistungsdruck, Überforderung, Verlust von geliebten Menschen, Arbeitslosigkeit, Freizeitstress, Ängste, Depressionen oder Schock-Erlebnisse, können bei zuvor Gesunden einen Sehsturz verursachen.

Naturheilkundlich sagt man in diesem Fall: Der Mensch schaltet ab, weil er das Elend nicht mehr sehen kann.

Ein Augeninfarkt kann durchaus einen psychischen Hintergrund haben. Der Körper reagiert auf psychische Belastungen oft unwillkürlich mit körperlicher Krankheit. Unwillkürlich heißt: Diese körperliche Reaktion ist mit dem Willen nicht zu beeinflussen oder zu steuern – sie passiert einfach. Wird die Psyche nicht in die Behandlung mit einbezogen, kann sich ein Sehsturz leicht wiederholen.

Augeninfarkt durch Stress
Stress darf nicht unterbewertet werden / Bild: geralt – Pixabay.com/de

Bewährte pflanzliche Naturheilmittel

Ein Hauptmittel ist Gingko: bei einer Dosis von 2 x täglich 40 – 80 mg wirkt Gingko stark durchblutungsfödernd und blutverdünnend. Es kann hochdosiert als Tablette (zum Beispiel Tebonin intens) oder als Kombinations-Präparat mit Mistel und Weißdorn angewendet werden (Cefavora NE Tropfen). Die Tropfen regulieren zusätzlich noch hohen Blutdruck und fördern die Herzleistung.

Direkt nach dem Augeninfarkt kann Gingko kombiniert werden mit dem homöopathischen Mittel Vertigoheel (2 bis 3 x täglich 1 Tablette). Beides ergänzt sich optimal und verstärkt sich gegenseitig in der Heilwirkung.

Ein sehr interessantes und hochwirksames Pflanzen-Kombinationspräparat kommt aus Tibet. Es ist unter dem Namen „Padma Basic“ erhältlich. Es erweitert die Blutgefäße, beseitigt Ablagerungen und fördert die Durchblutung. Gemeinsam mit den homöopathischen Mitteln „Vertigoheel“ (3 x täglich 1 Tablette) und „Spenglersan Kolloid A“ (3 x täglich 10 Sprühstöße) kann schon nach einer Woche eine Besserung beim Seh- oder Hörsturz eintreten.

Ein Geheimtip sind die chinesischne Heilpilze Reishi, Cordeyceps, Hericium und Auricularia. Reishi und Cordeyceps können die Sauerstoffversorgung im ganzen Körper deutlich verbessern. Dem Hericium-Heilpilz wird nachgesagt, dass er sogar Nervenschäden reparierten und die Neubildung von Nervenzellen fördern kann. Auricularia kann gefäßerweiternd sowie durchblutungsfördernd wirken. Es dürfen mehrere Sorten der chinesische Heilpilze zusammen eingenommen werden, erhältlich sind sie in Kapselform oder als loses Pulver.

Ginkgo hilft bei Augeninfarkt
In der Naturheilkunde schwört man auf Ginkgo / Bild: lkbeach – Pixabay.com/de

Die Naturheilkunde hat einiges zu bieten

Naturheilmittel können vorbeugend bei Risiko-Patienten, aber genauso gut nach einem Augeninfarkt eingesetzt werden. Alle beschriebenen Mittel sind in der Apotheke oder im Naturprodukte-Handel erhältlich.

ACHTUNG: Pflanzliche Mittel wie Gingko, Leinöl, Goji-Beeren, hochdosierte Knoblauchpräparate oder Enzym-Präparate wie Niedermaier Rechtsregulat wirken teilweise stark blutverdünnend und dürfen nicht gleichzeitig mit schulmedizinischen Blutverdünnern wie Marcumar eingenommen wird. Das Blut sollte auch regelmäßig untersucht werden (Quick-Wert).

Weitere hilfreiche Pflanzen bei einem Sehsturz

Tomaten-Lycopoin in frischen Tomaten oder als Fertigprodukt (zum Beispiel „Thromboflow„) soll zu starke Blutgerinnung genauso gut verhindern wie ASS (Acetylsalicylsäure).

Goji-Beeren und Knoblauch verbessern die Durchblutung und werden traditionell gegen gefäßverengende Arteriosklerose eingesetzt.

Granatapfel Muttersaft 3 x 10 ml tgl. verbessert die Sauerstoff-Versorgung des Gewebes und fördert die Augen- und Ohren-Durchblutung , verringert Ablagerungen in Blutgefäßen, hat sich bewährt bei akuten Erkrankungen des Blutgefäßsystems wie Thrombosen oder Embolien.

Leinöl oder Hanföl, täglich ein bis zwei Esslöffel, machen das Blut dünnflüssiger.

Grüner Tee schützt laut japanischen Studien nachweislich vor Thrombosen, Embolien, Herzinfarkt und Schlaganfall. Täglich sollten mindestens drei bis fünf Tassen getrunken werden, bei schweren Erkrankungen bis zu zwei Liter. Wem das zu viel ist: Grüntee-Extrakt in Kapselform wirkt genauso gut.

gesunde ernährung beugt augeninfarkt vor
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung / Bild: Romi – Pixabay.com/de

Vitamine und Mineralien

Empfehlenswert nach dem Augeninfarkt ist eine vier- bis sechs-wöchige Einnahme von Vitamin C und Vitamin E, um die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern. Auch fehlt bei Infarktpatienten meist Q 10 (Ubiquinon) und Alpha-Liponsäure. Mit diesen beiden lebenswichtigen Wirkstoffen kann eine dreimonatige Kur gemacht werden.

Falsche Ernährung und Übersäuerung fördern den Augeninfarkt

Fast Food, Softdrinks wie Cola und zu hoher Fleischkonsum tragen zur Übersäuerung des Körpers bei. Dadurch wird das Blut dickflüssiger und neigt zu Gerinnsel-Bildung. Weggelassen werden sollten vor allem Schweinefleisch und Cola.

Cola enthält jede Menge Phosphat, das dafür sorgt, dass Calcium nicht in den Knochen, sondern in den Blutgefäßwänden abgelagert wird und diese verengt. Hoher Konsum von Cola sorgt laut Langzeit-Studien unter anderem zu vermehrtem Auftreten von vorzeitig verkalkten Herzkranzgefäßen bei sehr jungen Männern, wobei von der Verkalkung garantiert auch die feinen Blutgefäße im Auge mit betroffen sind.

Entsäuerung des Körpers durch Enzym-Therapie

Gerade nach einem Sehsturz sollte eine Entsäuerungskur über mindestens acht Wochen durchgeführt werden. Ein hervorragendes Mittel dafür ist das Enzym-Präparat „Niedermaier Rechts-Regulat“. Es vermindert die Säurelast im Körper, die zum Verklumpen von roten Blutkörperchen führt. Gleichzeitig aktiviert es den Stoffwechsel, fördert die Regeneration und Neubildung von Körperzellen, verbessert die Fließeigenschaften des Blutes und vermindert Ablagerungen an den Gefäßwänden.

Titelbild: Urheber: denis83 / 123RF

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