Dienstag , 6 Dezember 2016
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Wundwasser

Wundwasser nach einer OP

Wundwasser, auch als Wundflüssigkeit oder Wundsekret bezeichnet, ist ein Sammelbegriff für Körpersubstanzen, die bei der Heilung von Wunden abgesondert werden. Was genau ist Wundwasser und warum wird es vom Körper produziert? Der Beitrag erklärt, was unter Wundwasser verstanden wird, weshalb es für die Heilung wichtig ist und welche Unterschiede es gibt.

Was ist Wundwasser?

Wundwasser bezeichnet ein Sekret, das im Körper vom Lymphsystem produziert wird. Wundsekret hat eine doppelt reinigende Funktion. Es trägt dazu bei, Wunden von innen zu reinigen und dabei den Heilungsprozess der Wunde zu beschleunigen. Wundflüssigkeit ist notwendig und förderlich, weshalb du dich nicht sorgen musst, wenn deine frische Wunde nässt. Das Wundwasser hilft deinem Körper, denn es entfernt totes Gewebe, wie zum Beispiel die Fresszellen. Wundsekret ist für die Heilung deiner Wunde gesund und nützlich. Es ist nicht alarmierend, wenn aus deiner Wunde Wundsekret austritt und es kann schon auftreten, wenn du dich oberflächlich verletzt. Es ist möglich, dass dein Körper zu viel Wundsekret bildet, die den Heilungsprozess behindern.

Mögliche Gründe für einen übermäßigen Austritt können:

  • die Lage
  • die Sauberkeit
  • der Zustand
  • der Entzündungsgrad

der Wunde sein. Generell ist Wundwasser lediglich in den Fällen bedenklich, wenn es sich nicht außerhalb, sondern innerhalb deines Körpers sammelt. Es ist durchaus möglich, dass eine Wunde kein oder nur wenig Wundwasser entwickelt, denn jeder Körper reagiert anders und hat eine andere Konstitution.

Was passiert bei einer Wunde?

Wunden können sehr verschieden aussehen und unterschiedliche Ursachen haben. Es gibt oberflächliche Schnittwunden und Schürfwunden ebenso wie ausgedehnte Operationswunden. Die Gemeinsamkeit aller Wunden besteht darin, dass kleinste und auch große Blutgefäße verletzt werden, was den normalen Blutfluss stört. Tritt Blut aus der Wunde, so beginnt automatisch die körpereigene Blutgerinnung. Diese sorgt dafür, dass das zerstörte Blutgefäß mit einem Blutgerinnsel (Blutpfropf) verschlossen wird. Mit diesem Schritt beginnt bereits die eigentliche Heilung deiner Wunde.

Wundheilung bei Schürfwunden
Auch kleine Schürfwunden bedeuten viel Arbeit für den Körper / Bild: saulhm – Pixabay.com/de

Phasen der Wundheilung

Deine Wundheilung erfolgt nach einem abgestimmten körperlichen System. Dabei durchläufst du verschiedene Phasen. In der „Latenzphase„, auch als Ruhephase bezeichnet, ruht der Heilungsprozess und es geschehen keine makro- oder mikroskopischen Veränderungen. Allerdings ist diese Latenzphase sehr kurz und geht schnell in die Phase über, in der Wundwasser gebildet wird. Durch das Wundsekret wird die Wunde von Fremdkörpern und Keimen gereinigt. Weiter wird die Zellteilung im Bereich der Wunde verstärkt. „Makrophagen“ (Fresszellen) sorgen dafür, dass Zelltrümmer in der Wunde beseitigt werden und der anfangs gebildete Blutpfropf zerstört wird. Bindegewebszellen beginnen in der Wunde, das zerstörte Wundgebiet wieder aufzubauen, weshalb es vorteilhaft ist, wenn das Wundgebiet feucht ist.

Was passiert, wenn du dich verletzt oder operiert wirst?

Falls du dich verletzt und eine größere Wunde hast, ist es grundsätzlich empfehlenswert, diese einem Arzt vorzustellen. Dieser säubert die Wunde, behandelt das Gewebe und verschreibt eventuell Präparate, die die Wundheilung positiv beeinflussen. Nach einer Operation erfolgt die Behandlung stationär im Krankenhaus und deine Wunde wird professionell vom medizinischen Personal versorgt und überwacht. Es ist auch nach dem Aufenthalt im Krankenhaus ratsam, den ärztlichen Anweisungen zu folgen und die vorgeschriebenen Termine zur Nachsorge und Kontrolluntersuchungen einzuhalten.

Wichtiger Faktor: Hygiene

Bei der Versorgung deiner Wunde ist Hygiene der wichtigste Faktor. Nicht nur die Wunde selbst, sondern auch Bandagen und Verbandsmaterial sollten hygienisch sein. Deine Wunde selbst muss sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden, damit keine Fremdkörper in die Wunde gelangen können. Entzündliche Prozesse werden durch mangelnde Hygiene gefördert und stören die Wundheilung.

Hygiene bei Wunde
Säubern und desinfizieren Sie die Wunde / Bild: succo – Pixabay.com/de

Ruhe und Schonung

Tritt Wundwasser aus, signalisiert das, dass dein Körper sich mit der Heilung der Wunde beschäftigt. Bei größeren Wunden tritt mehr Wundwasser aus, als bei kleineren Verletzungen. Je nachdem, wo deine Wunde sitzt und welcher Art sie ist, solltest du darauf achten, dass diese geschont wird, damit ein Aufreißen sowie Komplikationen vermieden werden. Unter Umständen ist es ratsam, Belastungen und Bewegungen zu vermeiden. Du kannst den Heilungsprozess aktiv unterstützen, in dem du dir mehr Ruhe und Erholung gönnst. Dadurch kann dein Körper die Kraft in die Genesung und Heilung stecken.

Wundwasser und die Rolle des Immunsystems

Bei der Wundheilung spielt dein Immunsystem eine große Rolle, denn es regt Zellen und Hormone an, die die Heilung verkürzen. Wundwasser tritt nicht nur aus Wunden aus, sondern kann sich auch in Hohlräumen deines Körpers bilden, wenn es sich um einen entzündlichen Vorgang handelt. In Hohlräumen und Gelenken kann das Wundwasser schädlich sein, denn die Bakterien können verantwortlich für Entzündungen sein.

Entzündliches und nicht-entzündliches Wundwasser

Wundwasser kann entzündlich und nicht-entzündlich sein. Die beiden Arten unterscheiden sich durch den Geruch und die Farbe. Ist das Wundwasser entzündet, ist es meistens an ein fauligen und beißenden Geruch und der gelblichen Farbe erkennbar. Ist das Wundsekret entzündlich, spricht die Medizin von einem „Exsudat„, während nicht entzündliche Körperflüssigkeiten als „Transsudate“ bezeichnet werden. Transsudate ist eher zellarm und weisen geringe Mengen an Leukozyten und Proteinen auf. Wundwasser, das deinem Körper hilft, die Wunde zu heilen, ist hingegen geruchlos und klar.

Wundwasser nach Operation
Wundwasser nach einer OP ist normal / Bild: tpsdave – Pixabay.com/de

Wundwasser nach einer Operation

Nach einer Operation ist es völlig normal, wenn du in den ersten Tagen der Wundheilung eine gewisse Grundfeuchte an den verletzten Körperstellen beobachtest. Operationswunden sind eine unnatürliche Beschädigung deine Körpergewebes, weshalb nach einer Operation der Austritt von Wundwasser länger anhält oder unnatürlich stark empfunden werden kann. Je nachdem, welche Menge Wundsekret nach der Operation austritt, kann es erforderlich sein, dass das Wundsekret durch medizinische Maßnahmen abgeführt werden. Es gibt im medizinischen Bereich „innere Drainagen„, die das Wundwasser mit Hilfe eines operativen Kurzschluss in nahe gelegene Hohlorgane ableiten sollen. Bei „äußeren Drainagen“ wird dafür gesorgt, dass das Wundwasser vom Körperinneren nach außen abgeleitet wird. Heute sind äußere Drainagen häufig im Gebrauch, denn der Einsatz verhindert Entzündungen und unterstützt deinen Körper.

Keine Angst vor Wundwasser

Der Austritt von Wundwasser ist bei leichten Verletzungen und auch bei Operationswunden völlig normal und beschleunigt die Wundheilung. Das Wundwasser sorgt dafür, dass deine Wunde gereinigt wird und ordnungsgemäß heilt. Bei kleinen Wunden kannst du deinen Körper unterstützen, in dem du die Wunde desinfizierst und auf strenge Hygiene achtest. Zudem ist es angebracht, die betroffene Stelle zu schonen und dir selbst mehr Ruhe zu gönnen. Auch ist es ratsam, das Wundwasser selbst zu beobachten, denn es gibt Auskunft, ob deine Wunde entzündet ist oder nicht. Wundwasser kann selbst nach Tagen noch abfließen. Zeigt das Wundsekret jedoch eitrige Beimengen, solltest du medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Titelbild > Urheber: olegdudko / 123RF Lizenzfreie Bilder

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