Dienstag , 25 April 2017
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Arbeitslos was nun? – Was tun wenn man plötzlich Arbeitslos wird?

Für fast alle Menschen ist es ein großer Schock: Die Kündigung liegt auf dem Tisch! Das sicher geglaubte Einkommen fällt weg und die Existenz scheint gefährdet. Wessen Arbeitsvertrag innerhalb der Probezeit gekündigt wird, ist tatsächlich von heute auf morgen ohne Arbeit. Doch wie geht es weiter, wenn die Arbeitslosigkeit plötzlich eintritt?

Bild Arbeitsamt

Arbeitslos melden – Der erste wichtige Schritt

Auch wenn zunächst alles noch unwirklich erscheint und die Arbeitslosigkeit noch nicht verinnerlicht wurde: Der erste wichtige Schritt ist, sich selbst bei der Agentur für Arbeit als arbeitslos zu melden. Das hat ganz einfache Gründe, die vor allem die eigene Existenz sichern sollen. Natürlich könnte jeder auch einfach weiterhin von seinen Ersparnissen leben und überhaupt keinen Bedarf an sozialen Leistungen haben, denn es ist keine gesetzliche Pflicht, sich arbeitslos zu melden. Dennoch ist dieser Schritt nötig, um soziale Leistungen zu erhalten. Wer Arbeitslosengeld 1 erhält, bleibt grundsätzlich bei seiner bisherigen gesetzlichen Krankenversicherung weiter versichert. Die Kosten hierfür trägt die Agentur für Arbeit.

Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die eigene Krankenversicherung über die Arbeitslosigkeit informiert werden muss. Meist übernimmt diesen Schritt nicht die Agentur für Arbeit bzw. nur sehr Zeit verzögert. Wer also heute schon weiß, dass er ab nächsten Monat keiner Arbeit mehr nachgehen wird, informiert seine Krankenkasse am besten sofort. Die Leistungen können dann genauso in Anspruch genommen werden wie während der Zeit in einer Anstellung. Unser Sozialstaat macht es möglich, dass niemand von uns sich Gedanken darüber machen muss, wie teure Arztbesuche und Behandlungen gezahlt werden. Zudem ist das Melden der eigenen Arbeitslosigkeit auch die Chance auf einen neuen Job. Denn arbeitslos bedeutet oft auch „Arbeit suchend“. Der Arbeitsmarkt muss schließlich wissen, wer ihm zur Verfügung steht.

Ruhe bewahren und motiviert bleiben

Auch wenn es einfach klingen mag: Zunächst einmal ist die plötzliche Arbeitslosigkeit kein Weltuntergang. Wenn das Einkommen zum Beispiel dank Arbeitslosengeld erst einmal gesichert ist, geht es an die Jobsuche. Die Agentur für Arbeit unterstützt alle Arbeitssuchenden beim Finden eines neuen Arbeitgebers oder bei der Realisierung von Umschulungen oder Ausbildungen. Wer sich darauf nicht verlassen möchte, kann aber auch selbst tätig werden. Niemandem werden beim Jobsuchen Steine in den Weg gelegt und wer lieber auf eigene Faust sucht, dem ist das gestattet. Beim Durchforsten der Stellenanzeigen findet sich ganz sicher etwas, das wenigstens auf den ersten Blick interessant klingt.

Und dann gilt es, selbstsicher und motiviert zu bleiben. Wer an seinen Fähigkeiten zweifelt, sollte sich vor dem Bewerbungsprozess Unterstützung suchen. Bewerbercoaches haben schon einigen Menschen bei ihrer beruflichen Entwicklung weiter geholfen und können wertvolles Selbstvertrauen aufbauen. Und vielleicht ist der neue Job bereits innerhalb weniger Tage gefunden und die Zeit der Arbeitslosigkeit damit beendet. Und wenn nicht, dann gilt es trotzdem Ruhe zu bewahren und sich selbst nicht abzuschreiben. Es kann womöglich tatsächlich Monate dauern bis ein richtig guter Arbeitsplatz um die Ecke kommt, der zu einem selbst passt. Das ist auch ganz normal, wenn man wählerisch ist und etwas sucht, das für die nächsten 10 oder 20 Jahre genau das Richtige sein soll. Eile ist nicht zwingend zu empfehlen, wenn am Ende dadurch der falsche neue Arbeitgeber ausgewählt wird.

Bild Flugzeug

Etwas wagen – Warum nicht?

Wer ganz viel Ruhe bewahrt und wessen Konto einige Ersparnisse aufweist, der kann auch etwas ganz anderes wagen. Wie wäre es mit einer großen Reise über mehrere Monate oder einem Jahr Sabbatical? Wer bisher nie die Möglichkeit hatte während der Berufstätigkeit länger als 14 Tage am Stück Urlaub zu machen, kann die neue Freiheit auch nutzen, bevor der Ernst des Lebens wieder zuschlägt. Koffer packen und einfach weg wäre jetzt theoretisch möglich. Wer sich traut wird sicher sein restliches Leben lang von dieser Erfahrung profitieren. Die eingetretene Arbeitslosigkeit allerdings für solch eine Erfahrung zu nutzen, setzt voraus, dass die Sorgen eher klein sind.

Wer wirklich um seine Existenz bangt und keinerlei Rücklagen hat, sollte auf die Erfahrung vielleicht verzichten, denn genießen könnte man sie unter diesen Bedingungen vermutlich ohnehin nicht. Allerdings spricht nichts gegen eine kleine Reise, um den Kopf frei zu bekommen. Vielleicht hilft die Ablenkung dabei, sich selbst darüber im Klaren zu werden, was man aus beruflicher Sicht überhaupt sucht und möchte. Die besten Ideen für die eigene Zukunft entsteht nun einmal meist in der Ferne! Vielleicht kommt der ein oder andere auch auf den Gedanken, ein Projekt zu realisieren und sich selbstständig zu machen? Die plötzliche Arbeitslosigkeit mag zunächst ein großer Schock sein – Sie kann aber auch der erste Schritt in eine positive Lebensveränderung sein. Wer motiviert bleibt und sich selbst nicht abschreibt, hat gute Chancen, nicht besonders lange in diesem Status zu verweilen.

Bildnachweis:
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