Sonntag , 11 Dezember 2016
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Aktiendepot

Mit einem Vergleich zum richtigen Aktiendepot

Zurzeit ist das Zinsniveau in Deutschland so niedrig wie nie zuvor. Daher investieren viele Privatanleger ihr Geld vermehrt im Wertpapierhandel. Um mit Wertpapieren Handel zu treiben zu können, muss zunächst bei einer Bank ein Depot eingerichtet werden.

An entsprechenden Angeboten mangelt es nicht, doch welches Aktiendepot ist das richtige? Die folgenden Informationen und Tipps sollen bei der Wahl des individuell passenden Depots unterstützen.

Bank oder Broker?

Aktuell gibt es eine große Anzahl von Filialbanken, Online-Banken sowie Brokern die Wertpapierdepots zum Handel mit Aktien, Zertifikate, Fonds oder auch andere Wertpapiere anbieten. Allerdings sind die Konditionen teilweise sehr unterschiedlich. Es ist daher unabdingbar vor dem Einrichten eines Depots die Anbieter zu vergleichen. Dazu ist erforderlich, dass Sie Sich mit der Frage auseinandersetzten, ob sie Ihr Depotkonto bei einer Online- Bank, Filialbank oder einem Broker eröffnen wollen.

Onlinebank, günstig und flexibel

Sofern sie schon im Bereich des Wertpapierhandels tätig waren und über entsprechende Kenntnisse verfügen, ist ein Depotkonto bei einer Online-Bank eine gute Option. Zwar gibt es keine Beratung im klassischen Sinn, wie bei einer Filialbank der Fall ist, dennoch profitieren Sie als Anleger von den vielfältigen Serviceleistungen, die mittlerweile von guten Onlinebanken angeboten werden. Der große Vorteil der Online-Depots liegt vor allem in deren Flexibilität. So können Sie nicht nur von jedem Ort via Onlinebanking oder Banking Apps auf Ihr Depot zugreifen, Ihren Bestand kontrollieren und gegebenenfalls aufstocken oder reduzieren. Selbst an Öffnungszeiten der Börse sind Sie nicht gebunden. Außerdem können Sie am außerbörslichen Handel teilnehmen.

Vor-und Nachteile eines Depots bei einer Onlinebank

Positiv:
+ Flexibilität
+ Mobilität
+ außerbörsliches Handeln
+ keine Jahres-oder Verwahrgebühr

Negativ:
– keine klassische Beratung wie bei einer Filialbank

Filialbank für Einsteiger

Eine Filialbank ist insbesondere dann zu empfehlen, wenn Sie bisher noch nicht mit Wertpapieren gearbeitet haben. Schließlich gilt es, sich in der Welt der Finanzmärkte zurechtzufinden und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Hier punktet die Filialbank vor allem durch persönliche Beratung und individuelle Anlageempfehlungen. Zudem klären kompetente Mitarbeitern ihre Bankkunden über Risiken und spezielle Strategien innerhalb des Wertpapierhandels auf. Allerdings ist der umfangreiche Service der Filialbanken mit entsprechenden Kosten verbunden. So müssen Sie für Ihr Filialbank-Depot mit Jahresgebühren rechnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob aktiv am Börsenhandel teilgenommen wird. Einige Filialbanken stellen sogar eine Verwahrgebühr in Rechnung, damit die Wertpapiere im Depot liegen dürfen. Allerdings ist eine solche Geschäftspraktik im modernen Finanzhandel obsolet. Daher sind Filialbanken immer teurer als Onlinebanken beziehungsweise Broker.

Vorteile und Nachteile eines Depots bei einer Filialbank

Positiv:
+ klassische persönliche Beratung
+ individuelle Anlageempfehlungen
+ persönlicher Ansprechpartner

Negativ:
– Jahresgebühr
– eventuell Verwahrgebühr
– eingeschränkte Flexibilität

Noch etwas günstiger als Onlinebanken sind Online-oder Direktbroker. Diese sind auf den Handel mit Wertpapieren spezialisiert. Wenn Sie bei einem Broker ein Aktiendepot eröffnen, können sie mehrere Handelsplätze nutzen, außerbörslich tätig sein und werden mit einer Handelssoftware sowie verschiedene Analysetools ausgestattet. Auch hier gibt es keine persönliche Beratung. Jedoch besteht die Möglichkeit sich in der Broker-Community mit anderen Investoren auszutauschen. Ferner erhalten Sie vom Broker regelmäßig Informationen über die aktuellen Aktienkurse sowie Neuigkeiten aus der Welt der Finanzen. Alle deutschen Broker stehen unter der Bankenaufsicht BaFin und gelten somit als sicher.

Vor-und Nachteile eines Brokers

Positiv:
+ großer Handelsspielraum
+ Handelssoftware und Analysetools stehen zur Verfügung
+ Broker-Community
+ aktuelle Kursinformationen
+ kostengünstig
+ sicher

Negativ:
– keine persönliche Beratung

Kosten im Auge behalten

Die Stiftung Warentest hat einem Depot-Vergleich insbesondere gravierende Unterschiede in der Preisgestaltung der Wertpapierdepots festgestellt. Dabei fiel vor allem die sogenannte Depotgebühr ins Gewicht. Wenn Sie Sich nur gelegentlich am Wertpapierhandel beteiligen wollen und nur wenige Transaktionen planen, sind Depots mit Grundgebühr eher nicht zu empfehlen. Neben der Depotgebühr gibt es noch weitere Kosten, die Sie als Anleger berücksichtigen müssen.

Dazu zähle unter anderem:

  • Ordergebühren (Orderprovision und Fremdspesen)
  • Fondsgebühren
  • Limitgebühren
  • Gebühren für Auftragsstreichung

Den Hauptanteil der Kosten sind Ordergebühren, die auch Transaktionsgebühr genannt werden. Da Sie als Privatanleger nicht selbst an der Börse handeln können, sondern dazu einen zugelassenen Vermittler benötigen, fallen bei jeder Transaktion, zum Beispiel dem Neuerwerb einer Aktie, Gebühren an. Die Höhe der Ordergebühr richtet prozentual sich nach dem ausgeführten Ordervolumen. Einige Banken und Broker bieten mittlerweile Pauschalpreise und Flatrates an, die sich vor allem für sehr aktive Trader lohnen. Zu den Ordergebühren gehören auch die sogenannten Fremdspesen. Dabei handelt es sich um Kosten wie Handelsplatzgebühren und Maklercourtage, die bei Dritten entstehen. Diese Kosten haben sie bei manchen Banken und Brokern zu tragen. Des Weiteren berechnen einige Anbieter Fondsgebühren, Limitgebühren oder lassen sich Auftragsstreichungen bezahlen. Moderne Anbieter verzichten allerdings zunehmend auf die meisten Gebühren. Daher lohnt sich auf jeden Fall ein Vergleich der verschiedenen Banken und Broker.

Mit Demo-Depot spielerisch den Börsenalltag kennenlernen

Ebenso wichtig wie der passende Anbieter, ist die Wahl des richtigen Wertpapiers. Wer sich das erste Mal mit Wertpapierhandel beschäftigt, wird meist schon durch die vielen Fachausdrücke und Abkürzungen abgeschreckt. Doch in der Regel ist er Handel mit Wertpapieren schnell erlernt. Dabei müssen Sie nicht einmal riesige Mengen von Fachliteratur studieren. In der Regel reicht es, wenn sie an bestimmte Grundregel halten und zumindest die wichtigsten Fachausdrücke beherrschen. Die meisten Online-Broker bieten die kostenlose Möglichkeit sich ein Demo-Konto einzurichten. Mit diesem Probedepot können Sie in die hohe Welt des Wertpapierhandels reinschnuppern, ohne dass Kosten entstehen oder sie Geld verspekulieren. Aber auch Profis nutzen häufig die Einsteigerdepots, um neue Strategien zu testen.

Wertpapierhandel ist auch für Einsteiger geeignet

Vielerorts wird behauptet, dass Wertpapierhandel nur etwas risikobewusste Privatinvestoren sei.
Faktum ist, die Zahl der Neutrader nimmt kontinuierlich zu, denn es wird immer einfacher auch als Börsenneuling gewinnoptimiert zu traden. Sowohl im Internet, als auch in der Literatur (Lesetipp: Aktien für Anfänger – das richtige Aktiendepot) gibt es zahlreiche Möglichkeiten sich das nötige Grundwissen für einen erfolgreichen Börsenhandel anzueignen. Alles andere lernen Sie nach dem „Learning by doing“ Prinzip mittels eines kostenlosen Musterdepots eines Online-Brokers.

Auf den Vergleich kommt es an

Wichtig ist vor dem Start in den Wertpapierhandel einen Online-Depot-Vergleich durchzuführen. Insbesondere die Kosten-und Preisgestaltung der verschiedenen Anbieter ist hier von Bedeutung. Im Internet werden diesbezüglich von einigen Online-Portalen spezielle Kostenrechner zum Vergleich von Aktiendepots kostenlos und unverbindlich zur Verfügung gestellt. Dabei sollten sie analysieren, welches Ziel Sie Sich gesetzt haben. Wollen Sie nur an deutschen Börse handeln, oder planen Sie an möglichst vielen Handelsplätzen in der ganzen Welt aktiv zu werden. Wenn Sie Sich nur mit einer persönlichen Beratung sicher fühlen, geht kein Weg an einer Filialbank vorbei. Wollen Sie hingegen ihr Depot selbstständig verwalten und mit Analysetools arbeite ist wohl eher ein Depotkonto bei einem Broker anzuraten.

Leistungsvergleich

Vergleichen Sie die Leistungen der verschiedenen Anbieter mit einander. Dabei gehören nicht nur die zur Verfügung stehenden Handelsplätze wie XETRA , EUREX sowie dem CFD-Handel, oder Orderwege und Handelszusätze. Nicht jeder Broker bietet alle Handelsplätze an. Daher sollte im Rahmen des Depot-Vergleichs überprüft werden, welche Emittenten, Fondsgesellschaften und Handelsplätze der jeweilige Depotanbieter im Programm hat. Gerade in der Zeit der Bankenkrise erfährt der Begriff Einlagensicherung eine ganz neue Bedeutung. Fragen Sie Sich welche Leistung für Sie besonders wichtig ist beziehungsweise auf welche sie verzichten können. Vor allem erkundigen Sie Sich nach aktuellen Depot- Vergleichstest wie beispielsweise von der Stiftung Warentest. Viele Anbieter belohnen Neukunden und insbesondere Depotwechsel mit attraktiven Prämien, auch hier bringt ein sorgfältiger Vergleich Vorteile.

Besonders hilfreich beim Vergleich der Depotanbieter haben sich Kundenbewertungen erwiesen. Die hier veröffentlichten Erfahrungen und Bewertungen anderer Privatinvestoren beziehungsweise Trader, sind in der Regel eine erhebliche Hilfe bei der Suche nach dem individuell passenden Wertpapierdepot.

Bildernachweis:
Titelbild – Urheber: ismagilov / 123RF Lizenzfreie Bilder

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