Samstag , 22 Juli 2017
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Was sind Investmentfonds?

Der Leitzins im Keller, die klassischen Anlageformen damit obsolet. Das ist die seit Jahren anhaltende Situation für Anleger. Stattdessen rücken immer mehr Investmentfonds in den Fokus der Investoren.

Doch was sind Investmentfonds und wie lassen sich deren Chancen und Risiken beantworten? Hier gibt es diese Antworten.

Definition des Begriffs „Investmentfonds“

„Investment“ bedeutet nichts anderes als Investition. Der „Fonds“ ist letztlich ein fein nuancierter Begriff einer Wortgruppe, den wir so zumindest nicht unmittelbar damit assoziieren. Das Wort stammt aus dem Französischen, hat dieselbe Bedeutung wie der englische Begriff „Funds“ und kommt vom „Fundus“. Damit ist der Fonds ein Geldvorrat oder Fundus für ein bestimmtes Vorhaben. Der Investmentfonds umfasst also alle Anlageformen, die nach diesem Prinzip aufgebaut sind.

Diese Fonds unterscheiden wiederum nach zahlreichen Merkmalen:
  • Art der Geldanlage (Sach- und Geldwerte)
  • Form des Managements (aktiv, passiv)
  • Konstruktion (offen, geschlossen)

Nachfolgend erhalten Sie grundlegende Informationen zu diesen wichtigen Formen von Investmentfonds. Allerdings können wir diese aufgrund der Komplexität nicht ausführlich und erschöpfend darstellen. Daher empfehlen wir Ihnen die Erklärvideos von MoneYou zum Thema, denn diese ermöglichen Ihnen einen gezielten Einstieg in den jeweiligen Anlagebereich und bereichern Ihr Wissen signifikant und gezielt.

Art der Geldanlage

Die Auswahlmöglichkeiten der Werte, in die in einem Investmentfonds investiert werden, sind nahezu unerschöpflich. Einige darunter entwickeln eine enorme Popularität. Davon dürfen Sie sich jedoch nicht blenden lassen. Ein typisches Beispiel für dermaßen beliebte Investmentfonds sind Schiffsfonds. In der Tat gab es einst attraktive Renditen. Doch längst sind zu viele Frachtschiffe auf den Weltmeeren unterwegs und nicht ausgelastet. Die Rentabilität hängt aber maßgeblich davon ab. Fonds können auch Rohstoffe wie Öl oder Metalle wie Gold beinhalten. Die klassische Unterscheidung der verschiedenen Investmentwerte erfolgt häufig zwischen Aktien- und Immobilienfonds.

Form des Managements

Eine erste Unterscheidung erfolgt nach aktiv gemanagten und passiven Fonds. Die Konstruktion des Fonds ist ebenfalls ausschlaggebend. Bei einem offenen Fonds wird das Geld von einer Kapitalanlegergesellschaft als Sondervermögen ausgelagert, bei einem geschlossenen Fonds in der Regel von einem Treuhänder verwaltet. Mehr dazu unter dem Punkt unten „Konstruktion von Investmentfonds“. Bei einem passiven Fonds werden bestimmte Anlegewerte ausgewählt, ohne weiter einzugreifen.

Passive Aktienfonds arbeiten nach diesem Prinzip. Neuerdings rücken aber ETFs (Exchange Trade Fonds) verstärkt in den Fokus der Anleger. Bei ETFs werden Anteile an Indizes wie DAX, S&P oder Dow Jones erworben. Die Idee dahinter: ein Unternehmen kann nicht dauerhaft erfolgreich sein. Also auch nicht jede Aktiengesellschaft, die beispielsweise im DAX gelistet ist. Der DAX selbst hat jedoch langfristig beobachtet (in der Vergangenheit, also entsprechende Wahrscheinlichkeiten für die Zukunft) eine positive Performance gezeigt. Zwar ist der DAX damit nicht so dynamisch wie eine einzelne Aktie (beim DAX30 bestimmen die 30 DAX-Unternehmen den Kurs), aber die Wahrscheinlichkeit, dass immer der Großteil der geführten Unternehmen an Wert gewinnt, ist entsprechend hoch.

Der Hedgefonds ist das Gegenteil davon. Hier ist das Management besonders aktiv. Anhand von Fundamentalanalyse (Daten zum Unternehmen, zur allgemeinen Wirtschaftslage usw.), technischer Analyse (Entwicklung der Anlagewerte im Chart technisch analysiert) sowie der Nachrichtenlage (Erwartungen versus tatsächliche Entwicklungen) wird hier auf fallende (short) und steigende (long) Kursentwicklungen gesetzt. Hier werden Chancen und Risiken besonders gut deutlich. Die Trader bzw. Händler des Fonds setzen mit dem Leerverkauf oder dem Kauf von bestimmten Anteilen auf die entsprechende Kursrichtung, die sie vermuten. Das kann sehr hohe Gewinne, aber auch entsprechend massive Verluste bedeuten.

Konstruktion der Fonds

Eine der wichtigsten Unterscheidungen ist zunächst in offene und geschlossene Fonds. Insbesondere im Immobilieninvestment ist diese Unterscheidung auch für private Anleger oft zu sehen. Daher auch unsere Erklärung anhand von Immobilienfonds.

Der geschlossene Immobilienfonds

Bei vielen anderen Fonds kauft sich der Anleger quasi nur in bestehende Werte ein. Beim geschlossenen Immobilienfonds ist das gänzlich anders. Die Gesellschaft, die den Fonds auflegt, will damit vornehmlich ein konkretes Immobilienprojekt finanzieren. Das kann eine Wohnanlage, ein Kraftwerk, ein Industrievorhaben usw. sein. Selbst Tunnels, Autobahnen und Schulen können als Fondsinvestment aufgelegt sein.

Die Anteile, die gezeichnet werden können, sind im Volumen begrenzt, können aber auch eine zeitliche Begrenzung erfahren – der Fonds wird für neue Investoren geschlossen. Der Verkauf eines Anteils ist nicht immer einfach und kann an zahlreiche Vertragsbedingungen geknüpft sein. Ein geschlossener Fonds ist stark von den Entwicklungen des spezifischen Projekts abhängig, beworben werden jedoch die Erwartungen. Für den Anleger ist das eine wichtige Information.

Der offene Fonds

Der offene Fonds investiert meist in eine bestimmte Anlageform, aber selten in ein spezifisches Projekt. Während der Laufzeit des Fonds können Anleger ihre Anteile verkaufen (an der Börse oder an die Fondsgesellschaft). Eventuell sind zusätzliche Gebühren zu entrichten. Das investierte Kapital wird beim offenen Fonds nicht der Kapitalanlagegesellschaft (KAG) geliehen, um in ein bestimmtes Projekt zu investieren.

Vielmehr hat die KAG den Status eines Vermögensverwalters. Das investierte Kapital wird als Sondervermögen geführt. Im Falle einer Insolvenz der Gesellschaft bleiben die Anlagen davon unberührt. Mit den angelegten Geldern wird dann in die für den Fonds ausgewiesene Anlageform investiert. Natürlich können während der gesamten Laufzeit des Fonds Anteile erworben werden. Diese können aber an bestimmte Gebühren gebunden werden (Zeichnungsfristen beachten).

Fazit: jede Investition in Fonds erfordert spezifisches Fachwissen

Der geschlossene Immobilienfonds verdeutlicht das starke Interesse des Initiators des Fonds an Geldeinlagen durch Investoren. Es verdeutlicht aber auch, wie sehr die Renditeentwicklung von zahlreichen Faktoren abhängt. Am Hedgefonds wiederum können Sie erkennen, dass hohe Renditen auch hohe Risiken mit sich bringen. Bevor Sie in einen Investmentfonds investieren, sollten Sie sich daher ausführlich mit der konkreten Anlageform in allen Details auseinandersetzen. Nur, wenn Sie sich ausführlich zu einem Fonds informiert haben und spezifisches Hintergrundwissen besitzen, können Sie Renditeaussichten und Risiken gut abwägen.

Bildernachweis:
Titelbild – Urheber: pedrosek / 123RF Lizenzfreie Bilder

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