Sonntag , 26 Februar 2017
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Die zehn Fehler bei der Körpersprache Ihres Hundes

Hunde gelten zu Recht als die besten Freunde des Menschen. Allerdings kommt es immer wieder zu Missverständnissen, da die Körpersprache von Menschen und Hunden unterschiedlich ist. Wir stellen Ihnen die zehn größten Irrtümer in Bezug auf die Beurteilung des Verhaltens von Hunden vor. Erfahren Sie, wie Sie Ihren Hund verstehen können und welche Risiken sich aus einer falschen Interpretation ergeben.

Irrtum 1: Es existiert ein sogenannte Welpenschutz.

Die Annahme, dass stets ein Welpenschutz existieren würde, kann im schlimmsten Fall zu schweren Verletzungen bei den Tieren führen. Viele Menschen gehen davon aus, dass sie ihren Welpen unbekümmert zu fremden Hunden gehen lassen können, ohne abzuklären, wie die Hunde aufeinander reagieren. Ein Welpenschutz besteht jedoch, wenn überhaupt, im eigenen Rudel. Viele ältere, genervte oder aggressive Hunde können auf junge und ungestüme Welpen negativ reagieren. Aus diesem Grunde sollten die Hundehalter erst miteinander sprechen, damit die Situation geklärt ist.

Irrtum 2: Wölfe und Hunde heulen nur bei Vollmond.

Wölfe heulen zu allen Tageszeiten. Sie stärken ihr Gemeinschaftsgefühl, rufen untereinander und setzen Reviergrenzen fest. Einige Hunde haben das Heulen übernommen und führen dieses gelegentlich aus. Nehmen Haushunde ein vermeintliches Heulen wahr, beispielsweise können Sirenen für manche Tiere wie Heulen klingen, so stimmen sie mit ein. Das Heulen ist ein natürliches Hundeverhalten, welches jedoch nicht mehr von allen domestizierten Tieren ausgeübt wird.

Irrtum 3: Hunde die bellen, beißen nicht.

Ob ein Hund bellt oder nicht entscheidet nicht darüber ob er später beißen wird. Viele Hunde bellen, wenn sie ihr Revier deutlich machen möchten oder sich bedroht fühlen. Sie müssen nicht beißen, sondern können jederzeit die Flucht ergreifen oder beim Bellen bleiben. Es ist aber auch möglich, dass sie sich zum Beißen entscheiden. Die Wahrscheinlichkeit hierfür hängt von der Art des Bellens und der Körpersprache Ihres Hundes ab. Bellt ein Hund nicht, kann er trotzdem beißen. Achten Sie auf Drohgebärden oder andere Hinweise. Zeigt ein Hund an, dass er Angst hat oder seine Ruhe möchte, so sollten Sie sich keinesfalls nähern, um keine für beide Seiten unerwünschte Situation zu erzeugen. Lassen Sie Tieren stets einen Rückzugsraum offen. Fühlen sich Tiere in die Enge gedrängt, kann es zu gefährlichen Situationen kommen.

Irrtum 4: Schwanzwedeln bedeutet Freude.

Wedelt Ihr Hund mit dem Schwanz, wenn Sie nach Hause kommen, bedeutet dies mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass er sich freut. Begegnet Ihr Hund allerdings einem Fremden und wedelt mit dem Schwanz, so muss dies nicht immer Freude sein. Die Körpersprache ist entscheidend für die Beurteilung der Empfindungen des Hundes. Eine angespannte Muskulatur und ein langsames sowie kurzes Wedeln können einem Angriff vorausgehen.

Man unterscheidet unter anderem zwischen dem:

  • freudigen Wedeln
  • imponierenden Wedeln
  • ängstlichen Wedeln
  • aufgeregten Wedeln
  • unsicheren Wedeln

Schwanzwedeln kann im Allgemeinen mit Aufregung gleichgesetzt werden. In welcher Form die Aufregung vorliegt, ergibt sich aus der Gesamtsituation des Hundes.

Irrtum 5: Alte Hunde können nicht mehr erzogen werden.

Jeder Hund kann neue Dinge lernen. Sowohl Welpen als auch Senioren können erzogen werden. Entscheiden Sie sich beispielsweise für einen Hund aus dem Tierheim, haben Sie auch in diesem Fall die Möglichkeit und die Pflicht, für die Erziehung Ihres Hundes zu sorgen. Besprechen Sie alle wichtigen Punkte mit den Mitarbeitern des Tierheimes und haben Sie mit Ihrem neuen Freund Geduld. Einige Hunde sind besonders gelehrig, während andere Hunde länger zum Lernen benötigen. Die Geduld zahlt sich jedoch in jedem Fall aus.

Hundeaugen

Irrtum 6: Ich darf einem Hund niemals in die Augen gucken.

Das Anstarren eines Hundes sollte vermieden werden, da dies eine Bedrohung und Herausforderung für den Hund darstellt. Viele Menschen meinen, dass sie eine Art Machtkampf mit dem Hund durchführen müssen und nur der gewinnt, der am längsten seinem Gegenüber in die Augen sehen wird. Dieses Verhalten kann gefährlich sein, falls sich der Hund zu stark provoziert fühlt. Möchte ein Hund den Menschen beschwichtigen, wird er zur Seite sehen. Er kann aber auch auf Angriff gehen, was gerade bei fremden Hunden nur schwer eingeschätzt werden kann. Starren Sie Ihrem eigenen Hund in die Augen, fordern Sie ihn heraus und ein unterwürfiger Hund wird sich enttäuscht zurückziehen. Sie dürfen Ihrem Hund jedoch in die Augen sehen, nur das Starren ist negativ. Betrachten Sie Ihren Hund liebevoll und erwidert dieser den Blick, so bestehen keine Probleme.

Irrtum 7: Das Aufsteigen ist ein Zeichen für Sexualität.

Hunde können einander aus den verschiedensten Gründen besteigen. Ist die Hündin läufig und steigt ein Rüde auf, ist die Situation meistens eindeutig. In den meisten anderen Fällen handelt es sich jedoch um Gesten der Dominanz. Die Rangordnung wird geklärt und die Hunde spielen anschließend meistens unbeschwert miteinander. Ob Sie dieses Verhalten unterbinden oder nicht hängt von der Situation, den Hundebesitzern, der persönlichen Einstellung und dem Größenverhältnis der Hunde ab. In keinem Fall dürfen Sie einem Hund erlauben, bei einem Menschen aufzusteigen. Der Hund würde den Menschen in Bezug auf die Machtposition unterwerfen, was gefährlich ist. Der Mensch muss stets über dem Hund stehen und das Aufsteigen ist eine Erniedrigung in Bezug auf die Stellung im Rudel.

kleine Hunde tragen

Irrtum 8: Kleine Hunde sollten getragen werden.

Viele Hundebesitzer von kleinen Hunden tragen diese, um sie vor anderen Hunden zu beschützen. Allerdings ergibt sich aus dem Tragen eine negative Situation: Der kleine Hund wird hochgehoben und fühlt sich durch die Nähe zu Herrchen oder Frauchen stärker. Er befindet sich auf einer erhöhten Position und wird mit großer Wahrscheinlichkeit anfangen zu bellen. Die Provokation für den anderen Hund ist somit perfekt und dieser beginnt ebenfalls zu bellen. Es ist besser, seinen Hund an der Leine zu führen, zu erziehen und zu fremden Hunden ausreichend Abstand zu halten. Ein weiteres Problem ist, dass viele Halter von kleinen Hunden davon ausgehen, dass nur große Hunde erzogen werden müssten. Hunde jeder Größe sind lernfreudig und haben wesentlich mehr Freude, wenn sie ihre Grenzen kennen.

Irrtum 9: Legt ein Hund sich auf den Rücken, so ergibt er sich.

Die Körpersprache Ihres Hundes hängt nicht nur von einer Handlung ab, sondern muss stets im gesamten Kontext betrachtet werden. Wird ein Hund von einem anderen angegriffen und legt sich einer der Hunde auf den Boden, so ist dies als Unterwerfungsgeste zu betrachten und die meisten Hunde werden den Angriff abbrechen (eine Garantie hierfür existiert jedoch nicht). Beim gemeinsamen Spiel zwischen Hunden kann sich eines der Tiere ebenfalls auf den Rücken legen, was jedoch nicht auf einen vorausgegangenen Angriff des anderen Hundes schließen lässt. Legt sich Ihr Hund vor Ihnen auf den Boden, so möchte er mit großer Wahrscheinlichkeit am Bauch gestreichelt werden. Es handelt sich bei diesem Hundeverhalten um eine Aufforderung und der Bitte nach Streicheleinheiten.

Irrtum 10: Hunde mögen keine Katzen.

Während einige Hunde auf Katzen „allergisch“ reagieren, vertragen sich andere Hunde mit Katzen sehr gut. Allerdings muss man anmerken, dass auch Katzen sich Hunden gegenüber aggressiv verhalten können und somit der Kontakt nicht immer unproblematisch ist. Kennt Ihr Hund Katzen und ist die Katze an Hunde gewöhnt, so können sich beide gut miteinander verstehen. Mit der richtigen Gewöhnung ist es möglich, Hunde und Katzen gemeinsam in einem Haushalt zu halten. Missverständnisse entstehen oftmals durch die unterschiedliche Körpersprache der beiden Tierarten, sodass es am besten ist, wenn Hunde und Katzen sich in jungen Jahren kennen lernen und gemeinsam aufwachsen.

Zusammenführung von Hund und Katze

Bildernachweis:
alle Bilder – CC0 Public Domain / Pixabay.com

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