Sonntag , 25 September 2016
Startseite » Ratgeber » Filzen lernen – so geht’s
Filzen - so geht es

Filzen lernen – so geht’s

Vielleicht haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, mithilfe von Wolle eine wollige und weiche Welt zu basteln. Die Rede ist hier von der Technik des Filzens; eine Technik, die mit etwas Geschick leicht erlernt werden kann. Hat man diese Technik einmal erlernt, können Sie mit ihr beispielsweise Figuren basteln, aber auch so praktische Utensilien wie eine kleine Tasche für Ihr Handy. Sie benötigen hierfür nur ein paar Utensilien.

Die Utensilien für das Filzen

Der elementare Stoff für das Filzen ist Wolle. Daneben benötigen Sie Wasser sowie Kernseife. Das Wasser mit der Kernseife vermischt, ergibt die für das Filzen gleichfalls erforderliche heiße Seifenlauge. Anstelle von Kernseife kann auch normale Seife oder beispielsweise Olivenseife verwendet werden. Besonders wichtig ist natürlich die Verwendung der richtigen Wolle. Denn nicht jede Wolle eignet sich gut zum Filzen. Idealerweise benutzt man Schafswolle, da diese Wolle über eine schuppenartige Oberfläche verfügt. Diese hat den Vorteil, dass sich die winzig kleinen Plättchen dieser schuppenartigen Oberfläche während des Filzvorgangs ineinander verhaken. Wollen Sie beispielsweise kleine Tiere oder Figuren filzen, sollte diese Schafswolle möglichst kurzfaserig sein. Bei der Herstellung der Seifenlauge sollten Sie zudem darauf achten, dass sich diese Lauge auch tatsächlich richtig seifig anfühlt. Steht dies alles auf einer möglichst wasserabweisenden Unterlage bereit, so können Sie schon beginnen.

Filzen mit Schafswolle
Schafswolle eignet sich sehr gut beim Filzen / Bild: Pixabay.com/de – stux

Die Technik des Filzens

Die Technik des Filzens setzt auch nicht unbedingt ein großes handwerkliches Geschick voraus. Bevor mit dem eigentlichen Filzvorgang gestartet werden kann, bedarf es noch gewisser Vorbereitungshandlungen. Zunächst einmal muss nämlich genügend Schafswolle entnommen werden, die bearbeitet werden soll.

Zu bedenken ist immer, dass durch den Vorgang des Filzens die entnommene Wolle um ungefähr ein Drittel schrumpft.

Eine dementsprechend große Menge an Wolle wird daher zur weiteren Bearbeitung entnommen und in Form gebracht. In einem weiteren Schritt wird die Fläche mit der heißen Seifenlauge befeuchtet bzw. mit Kernseife verrieben. Damit wären die Vorbereitungshandlungen beendet; nunmehr kann mit dem eigentlichen Filzen begonnen werden. Die wie oben vorbereitete Wollfläche ist ständig weiter zu reiben. Je intensiver und länger diese Wollfläche ständig weitergerieben wird, desto eher können sich die Haarpartikel der Wolle ineinander verhaken. Auf diese Weise können Sie ein entsprechendes Gebilde aus Filz errichten.

Damit sich die Wollfasern besser ineinander verhaken, empfiehlt es sich, das Filzgebilde weiter mit der Kernseife zu bearbeiten. Die Kernseife raut nämlich die Oberfläche der Wolle auf, so dass sich die einzelnen Wollpartikel immer besser miteinander verhaken können. In diesem Stadium wird mit etwas Geschick und Feinfühligkeit durch Bearbeitung der Wolle beispielsweise eine Figur geformt. Während dieses gesamten Vorganges ist das Filzstück so lange in die richtige Form zu bringen, bis zum einen die gewünschte Figur entstanden und diese zum anderen durch intensives Bearbeiten eine ausreichende Festigkeit erreicht hat. Zwischendurch sollten Sie die Wolle weiter mit heißer Seifenlauge benetzen. Zum Schluss muss das Gebilde aus Wolle mit heißem Wasser ausgewaschen werden, um die Seife restlos zu entfernen. Im Nachgang hierzu empfiehlt es sich, die Wollfigur knappe 30 Minuten im heißen Spülwasser zu belassen, die Figur dann zu entnehmen und abtropfen zu lassen.

Filzen leicht gemacht
Beim Filzen sind der Phantsie keine Grenzen gesetzt / Bild: Pixabay.com/de – Efraimstochter

Das Walken

Dann setzt ein zweiter Bearbeitungsprozess ein, der als Walken bezeichnet wird; dies ist genau der Vorgang, der dazu dient, dem Filzgebilde die restliche Feuchtigkeit zu entziehen. Das zuvor entstandene Filzgebilde wird hierzu beispielsweise mit äußerster Vorsicht in ein Handtuch gewickelt und behutsam hin und her gerollt. Hierbei ist es sinnvoll, die Figur gleichzeitig zwischen zwei saugfähigen Unterlagen zu legen, damit der Wolle die Feuchtigkeit gründlich entzogen wird. Anschließend sind an der zu bildenden Figur aus Wolle die letzten Korrekturen vorzunehmen, bis die endgültige Form entstanden ist. Weitere Details können dann noch eingearbeitet werden. Hierzu verwenden Sie am besten eine Filznadel. Diese eignet sich hervorragend, um etwas schwierige Stellen zu bearbeiten. So können mit einer Filznadel beispielsweise die Augen oder die Nase einer Figur angebracht werden, aber auch zum Beispiel die Knöpfe einer Jacke, welche eine Filzfigur kleidet. Die so gefertigte Figur muss dann anschließend nur noch getrocknet werden.

Fazit

Wenn Sie die obigen Schritte beherzigen, können Sie mit ein wenig Geduld kurzfristig auch komplexere Gebilde mithilfe der Filztechnik basteln. Hierzu finden sich in der entsprechenden Literatur oder im Internet spezifische nützliche Anleitungen. So gibt es beispielsweise Filzanleitungen für Hasen und Katzen; außerdem weitere Filzanleitungen für den Gebrauch der Filznadel. Praktisch zur Vervollständigung der eigenen Techniken des Filzens sind zum Beispiel spezielle Wollpakete für Figuren wie Katze oder auch Hahn. Auch als Anfänger machen Sie so sehr leicht Fortschritte.

Titelbild: Pixabay.com/de – Sveta55

Über Boris

Check Also

WLAN

Mit Powerline und Co: Das WLAN zu Hause erweitern

Inhaltsverzeichnis1 Repeater: Halbe-halbe, aber immerhin2 Die Powerline-Lösung: WLAN aus der Steckdose2.1 Powerlines als stockwerkübergreifende Netzwerk-Lösung2.2 …