Sonntag , 11 Dezember 2016
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Whisky richtig genießen

Whisky – so genießen Sie ihn richtig

Whisky ist ein Getränk, das der erfolgreiche Gentleman in angenehmer Gesellschaft genießt. Das ist das Image von Whisky, denn dieses exklusive Destillat ist ein Markenzeichen für kulturvollen Genuss. Es wird nicht hintergekippt, es wird zelebriert. Wer sich diesem Erlebnis nähern möchte, ist gut beraten, einiges über den richtigen Whiskygenuss zu wissen.

Wo kommt der Whisky her – Die Spuren führen bis in das 5. Jahrhundert

Das Geburtsland des Whisky wird zwischen den Schotten und den Iren ausgehandelt. Beide reklamieren die Erfindung für sich, die Wissenschaft kann es auch nicht endgültig auflösen. Auf alle Fälle sollen christliche Mönche die Idee entwickelt haben. Aus Getreidemaische wurde ein alkoholisches Destillat gewonnen, das zu diesen Anfängen noch die Bezeichnung aquavite trug.
Das Wort Whisky tauchte, urkundlich erwähnt, erst 1736 auf. Da war es aber noch ein Sammelbegriff. Auch andere Brände mit Würzzusätzen wurden so genannt.
Heute ist ein Whisky klar definiert, auch wenn sich nicht alle Hersteller daran halten. In Thailand geht ein Reis-Schnaps auch als Whisky über den Tresen.

Der Klassiker aber, hat drei Bedingungen zu erfüllen: Ein Whisky darf nur aus Getreide hergestellt werden, ist Minimum drei Jahre in Eichenfässer zu lagern und muss mindestens 40 Vol% Alkohol enthalten.

Welche Whiskys gibt es – Eine kleine Übersicht

Um als Whiskykenner und damit kulturvoller Genießer zu punkten, ist es schon bei der Bestellung am Tresen von Vorteil, Markenkenntnis zu zeigen. Hergestellt werden gute Whiskys neben den zwei Hochburgen Schottland und USA, auch in Irland und Kanada. Weniger bekannt sind Indien und Japan, die aber durchaus auch zu den großen Produzenten gehören. Wichtig, wer einen Scotch bestellt, wählt Schottland, wer einen Bourbon bestellt entscheidet sich für die andere Hochburg, den amerikanischen Whisky. Letzterer hat zusammen mit dem irischen Whisky auch eine optische Besonderheit, er schreibt sich in der Regel mit einem „e“ vor dem Ypsilon, also Whiskey.

Doch es sind weitere Feinheiten bei der Bestellung zu beachten. Wer einen Grain wählt, setzt nicht nur auf ein Gemisch aus Weizen Gerste und Hafer, er bevorzugt auch die preislich günstige Variante. Das sieht beim Rye schon anders aus, denn hier wird mindestens 51 Prozent Roggen eingesetzt. Ein Blended ist ein Gemisch aus verschiedenen Whiskys, aber der Geschmack ist definiert und auch mit einem Malt setzt man sich preislich von einem Grain ab. Der Hauptbestandteil beim Malt ist gemälzte Gerste. Hier lassen sich auch Flaggschiffe des Whiskygenusses ordern, Varianten des Single Malt Whisky. Jeder Single Malt weist einen individuellen Charakter auf, Ergebnis der speziellen Herstellung und Lagerung. Ein weites Geschmacksfeld, denn allein in Schottland gibt es über tausend Abfüllungen aus fast einhundert Brennereien.
Ist der passende Whisky bestellt, bleibt die Frage, wie wird er stilgerecht und richtig genossen.

Whiskysorten
Zahlreiche Hersteller – da fällt die Auswahl nicht immer leicht / Bild: Pixabay.com/de – beboplu

Wie genießt man einen Whisky – Auf alle Fälle langsam

Natürlich gibt es auch beim Whisky Glaubensfragen, wie das Aroma richtig genossen wird. Heißt man John Wayne oder Humphrey Bogar, dann ist der kürzeste Weg zum Genuss, der Griff zur Flasche. Für den Rest gibt es andere Vorschläge.
Um die Aromen gut zu fangen, bieten sich tulpenartig geformte Gläser an. Das hat zwei Vorteile. Der Genießer kann den Whisky nicht nur schmecken, er hat auch ein spezifisches Geruchserlebnis. Zum anderen hält sich das Aroma länger im Glas, da die Duftstoffe sich dank der Einengung im Kelch sammeln. Natürlich gibt es dafür Spezialgläser. Der perfekte Genuss verlangt ein Nosing-Glas. Wer es nicht übertreiben will, kann auch stilgerecht zum Tumbler greifen. Das ist ein einfaches breites Glas, das aber zwingend einen schweren Boden haben muss.
Die wirkliche Glaubensfrage lautet allerdings, pur oder mit Wasser. Man kann zum einen oder zum anderen Lager gehören.

Die Sache hat allerdings auch einen vernünftigen Aspekt. Whisky kann, je nach Alkoholgehalt, ordentlich scharf sein. Starker Alkohol kann sogar die Lippen betäuben. Deshalb ist es durchaus legitim, mit etwas stillem Wasser für ein angenehmeres Geschmackserlebnis zu sorgen. Aber Achtung, ein paar Tropfen genügen. Sie tragen sogar zur besseren Entfaltung des Duftes bei. Zuviel Wasser dagegen, verwässert den Whisky. Das geht klar zu Lasten seines Geschmackspotentials.

Whiskygläser
Achten Sie auf die richtige Gläserauswahl / Bild: Pixabay.com/de – jackmac34

Ist Whisky ein Problem für die Gesundheit – Das Thema Alkohol

Paracelsus soll einmal treffend formuliert haben, alles ist Gift, es kommt nur auf die Menge an. Und da sind wir bei einem wichtigen Aspekt. Whisky ist, entgegen anderen Hochprozentern, kein Getränk zum Hinterkippen. Es ist ein Getränk zum Festhalten, zum Nippen und damit eine Alkoholvariante, für den langsamen Genuss. Das bedeutet auch, dass in geselliger Runde deutlich weniger Alkohol konsumiert wird, als wie bei den Vertretern der Fraktion Schnaps, Bier und Wein.

Wer über die Zeit zwei Whisky genießt, hat ca. 35 ml reinen Alkohol konsumiert. Der Bierfreund schafft mit zwei 0,5 Liter-Gläsern stolze 50 ml reinen Alkohol und der Weinfreund ist mit zwei Schoppen a 0,25 Liter ganz vorne, er sammelt 60 ml reinen Alkohol ein.
Whisky ist daher hoher Genuss mit sehr moderatem Alkoholanteil.

Titelbild: Pixabay.com/de – PublicDomainPictures

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