Sonntag , 25 September 2016
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Blutblasen behandeln

Blutblasen – Ursache und Behandlung

Blutblasen sind schmerzhaft und schränken im Alltag ein. Sie bilden sich, wenn die Haut an einer Stelle überlastet wird und benötigen mehrere Wochen, um von selbst wieder zu verheilen. Trotzdem ist dies meist der bessere Weg, als die Blase aufzustechen. Dies kann nämlich gerade bei eigenem Vorgehen oder dem versehentlichen Zerreißen der Blase zu Komplikationen in Gestalt einer Infektion führen. Große Blutblasen sollten in jedem Fall vom Arzt geöffnet werden, wenn dies notwendig ist. Kleinere sind dagegen mit einfachen Hausmitteln gut zu behandeln.

Die Entstehung von Blutblasen

Blutblasen entstehen durch länger einwirkende Reibung, beispielsweise bei handwerklichen Tätigkeiten oder Fußmärschen in engen Schuhen. Deshalb treten sie häufig an Händen und Füßen auf, aber auch Blutblasen im Mund oder an anderen Körperstellen sind möglich. Infolge der Reibung löst sich die oberste Hautschicht, die Oberhaut oder Epidermis genannt wird, von der darunter liegenden Lederhaut (Dermis).

Ein Hohlraum entsteht, der sich mit Gewebsflüssigkeit füllt. Der Unterschied zwischen dieser normalen Blase und einer Blutblase besteht nicht nur in der Art der Füllung, sondern auch in der damit zusammenhängenden Tiefe der Schädigung. In der Lederhaut befinden sich bereits die ersten Blutgefäße und wird diese im Laufe der Blasenbildung ebenfalls beschädigt, gelangt Blut in den Hohlraum. Eine solche Blutblase ist meist mit mehr Schmerzen verbunden und kann unter ungünstigen Bedingungen zu Komplikationen führen. Da sich die Haut ständig erneuert, dauert die Heilung einfacher Blasen nicht so lange, wie es bei Blutblasen der Fall ist. Die Hautschichten sind in diesem Fall tiefer geschädigt.

Blutblasen mit steriler Nadel aufstechen
Blutblasen nur mit steriler Nadel aufstechen / Bild: Pixabay.com/de – OpenClipartVectors

Die zweite Wahl: Blutblasen aufstechen

Häufig äußert sich das Bedürfnis, die Blase aufzustechen, um den Druck zu lindern und die Flüssigkeit abfließen zu lassen. Gerade bei Blutblasen ist aber Vorsicht geboten. Bei unsachgemäßer Anwendung besteht die Gefahr der Infektion, weshalb Blutblasen entweder nur bei entsprechend getroffenen Maßnahmen oder direkt vom Arzt selbst aufgestochen werden sollten. Gerade bei größeren Blasen empfiehlt sich der Gang zum Arzt.

Sollten es die Umstände fordern, die Blase trotzdem aufzustechen, sind folgende Dinge zu beachten:

  • Die Nadel zum Aufstechen muss steril sein. Dafür wird Reinigungsalkohol verwendet.
  • Die Flüssigkeit in der Blase muss vollständig ablaufen und danach gereinigt werden.
  • Die Wunde muss stets sauber gehalten werden, um sie vor Infektionen zu schützen. Dafür eignen sich Salben und Tinkturen aus Spitzwegerich oder Teebaumöl.
  • Auch ein locker sitzender Verband kann das Eindringen von Keimen verhindern.
  • Selbst bei entsprechender Hygiene sind immer auf Anzeichen einer Infektion zu achten. Diese können von Übelkeit bis zu deutlichen Reaktionen auf der Haut, wie Rötungen oder Schwellungen, reichen.
  • Die oberste Hautschicht sollte nicht abgeschnitten werden, da sie zusätzlich Schutz bieten kann.
    Sollte sich trotzdem eine Infektion ankündigen oder sonstige Komplikationen auftreten, ist sofort ein Arzt aufzusuchen.
Blutblase mit Aloe Vera behandeln
Salben aus Aloe Vera verschaffen Linderung / Bild: Pixabay.com/de – dimitrisvetsikas1969

Der bessere Weg: Blutblasen abheilen lassen

Am besten ist es, Blutblasen von selbst heilen zu lassen. Die Zeit bis dahin kann durch unterstützende Maßnahmen verkürzt und der Schmerz gelindert werden. Um die Verletzung nicht zu verschlimmern, sollten keine weiteren Druck- oder Reibungskräfte auf die Blase einwirken. Dazu zählt auch die Reibung durch Kleidung. Es sind verschiedene Blasenpflaster erhältlich, die gezielt schützen und so verhindern, dass die Blase aufreißt und sich infiziert. Gerade zu Anfang ist es außerdem hilfreich und schmerzlindernd, Blutblasen mit etwas Eis zu kühlen. Auch Salben besitzen neben ihrer heilenden Wirkung einen kühlenden Effekt. Für Blutblasen eignen sich besonders gut Salben aus Ringelblumen oder Aloe Vera. Das Gel aus den dicken Blättern der Pflanze spendet genügend Flüssigkeit, um die Haut feucht zu halten. Daneben hilft auch Teebaumöl Entzündungen vorzubeugen und die Blase auszutrocknen.

Zu den Hausmitteln, die einfacher zugänglich und schnell selbst hergestellt sind, gehören Gurke, Knoblauch und Kurkuma mit Honig. Gurken enthalten Kieselsäure, die für die Heilung der Haut benötigt wird. Hierfür wird eine Scheibe einfach für einige Minuten auf die Blutblase gelegt. Der Knoblauch wird klein gehackt, mit Olivenöl vermischt und ebenfalls für etwa zwanzig Minuten auf die Haut aufgetragen. Heilungsfördernd und gleichzeitig schmerzlindernd wirkt beispielsweise Sandelholz, das mit Rosenwasser zu einer Paste vermischt werden kann und dann auf der Blase gelassen wird, bis sie getrocknet ist. Ebenso eignet sich Hamamelis.

Nur wenn die Behandlung regelmäßig und bis zum Schluss erfolgt, kann sie ihre Wirkung entfalten. Manchmal trifft auch gar keine Besserung ein oder die Haut reagiert allergisch auf bestimmte Bestandteile. Dann ist die Behandlung zu unterbrechen und gegebenenfalls mit anderen Mitteln fortzusetzen. Blutblasen benötigen aber vor allem Zeit, um vollständig abheilen zu können.

Blutblasen vorbeugen

Um gar nicht erst Maßnahmen ergreifen zu müssen, sollten Blutblasen natürlich gar nicht erst auftreten. Ihrer Entstehung ist vorzubeugen, indem die Ursache, nämlich Druck und Reibung, gemieden wird. Neben geeignetem Schuhwerk, vor allem vor längeren Wanderungen, können Pflaster als zusätzliche Schicht auf der Haut hilfreich sein. Um die Elastizität der Haut zu erhalten, eignen sich einfettende Cremes und Salben.

Titelbild: Urheber: roblan / 123RF

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