Mittwoch , 28 September 2016
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Kinderimpfung

Kinderimpfung – die beste Vorsorge

Nicht nur Tetanus und Pocken gehören zu den gefährlichen Infektionskrankheiten, die dank der Schutzimpfungen so gut wie kein Thema mehr sind. Das weltweite Impfprogramm gegen Pocken hat dafür gesorgt, dass die Welt inzwischen als pockenfrei gilt. In der früheren Zeit waren Pocken eine weitverbreitete Krankheit und verantwortlich für den Tod zahlreicher Menschen. Die Weltgesundheitsorganisation, kurz WHO, hat sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, auch die Kinderlähmung (Poliomyelitis) auszurotten. Dies scheitert allerdings bisher daran, dass nicht jeder diese Art der Kinderimpfung befürwortet. So überträgt sich der Keim immer wieder und vermehrt sich.

Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO)

Jedes Jahr aufs Neue werden vom Robert-Koch-Institut und der Ständigen Impfkommission aktuelle Impfpläne für Säuglinge, Kleinkinder und Teenager veröffentlicht. Zusammen mit dem Heft für die Frühuntersuchungen U1-U9 und der J1, erhalten Eltern auch den Impfpass für ihre Kinder. In diesem wird von Anfang an jede Kinderimpfung mit dem entsprechenden Impfstoff eingetragen und bestätigt. Der Impfpass gibt zudem Aufschluss darüber, wann welche Impfung fällig ist oder aufgefrischt werden muss. Im Rahmen dieser regelmäßigen sogenannten U-Untersuchungen überprüft der Kinderarzt unabhängig von den Eltern ob und wann geimpft werden muss.

Impfungen Wann und Wogegen?

Von den Kinderärzten wird oftmals die sogenannte Kombinationsimpfung bei der Kinderimpfung angewendet. Diese Kombinationsimpfung beinhaltet mehrere Impfstoffe in einer Spritze und schützt so vor unterschiedlichen Krankheitserregern. Eine Kombinationsimpfung ist beispielsweise die 3-fach-Impfung gegen Mumps, Masern und Röteln (MMR). Die erste Kinderimpfung kann von den Eltern bereits in den ersten Lebenswochen 6 – 12 Wochen veranlasst werden. Hierbei handelt es sich um die Schluckimpfung gegen die Rotaviren. Diese gehören zu den häufigsten Erregern für Durchfall. In der Regel gehört diese Kinderimpfung nicht zu den Kassenleistungen einer Krankenkasse und sind daher von den Eltern selbst zu bezahlen.

Ab dem 2. Lebensmonat geht es dann mit der Grundimmunisierung gegen folgende Krankheiten los:

  • Kinderlähmung (Poliomyelitis)
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Mumps, Maser und Röteln
  • Meningokokken C
  • Diphtherie
  • Tetanus
  • Windpocken (Varizellen)
  • Hepatitis B
  • Hib (Haemophilus influenzae Typ b)
  • Lungenentzündung (Pneumokokken).

Im Allgemeinen werden gesunde Kinder nicht gegen Influenza (Grippe) geimpft. Chronisch kranke Kinder oder mit einem Herzfehler sollten laut Experten jedoch auch gegen diese Viren geimpft werden. Stattfinden sollte diese Kinderimpfung vor Start der Erkältungswelle, also im Oktober oder November. Mädchen in einem Alter zwischen 12 und 17 Jahren können zudem noch gegen das HP-Virus (Humanes Papillomavirus) geimpft werden, um Gebärmutterhalskrebs zu vermeiden.

Impfung gegen HP-Virus
Zusatzimpfung bei Mädchen gegen HP-Virus / Bild: Pixabay.com/de – Cherylholt

Die unterschiedlichen Impfstoffe

Man unterscheidet grundsätzlich unter drei Arten von Impfstoffen:

  •  Totimpfstoffe
  • Lebendimpfstoffe
  • Kombinationsimpfung.

Bei Totimpfstoffen handelt es sich um inaktivierte Erreger beispielsweise durch Hitze abgetötet. Diese können sich dann nicht mehr in dem menschlichen Körper vermehren. Gelegentlich verfügen diese Impfstoffe nur über Antigene, wichtige Teile eines Krankheitserregers. Impfungen gegen Hepatitis B, Meningokokken, Pneumokokken, Kinderlähmung, Keuchhusten, Diphtherie und Wundstarrkrampf werden mit Totimpfstoffen vorgenommen.

Im Gegensatz zu den Totimpstoffen sind bei den Lebendimpfstoffen die Erreger theoretisch noch fähig, sich zu vermehren. Während des Herstellungsprozesses werden diese allerdings in ihrer Wirkung immens abgeschwächt. Dadurch soll gewährleistet werden, dass von ihnen die Erkrankung, vor der sie schützen, nicht ausgelöst werden kann. Der erwirkte Impfschutz einer Kinderimpfung mit Lebendimpfstoffen hält äußerst lange vor. Eingesetzt werden Lebendimpfstoffe z.B. gegen Mumps, Masern und Röteln.

Durch Kombinationsimpfstoffe werden die Immunisierungen vereinfacht, da sie aus mehreren unterschiedlichen Erregern bestehen und so gleich vor mehreren Erkrankungen schützen. Die 3-fach Kinderimpfung gegen MMR (Mumps, Masern, Röteln) sowie die 6-fach-Impfung gegen Hepatitis B, Diphtherie, Kinderlähmung, Hib, Wundstarrkrampf und Keuchhusten wird mit den Kombinationsimpfstoffen vorgenommen.

Vorgänge im Körper nach der Kinderimpfung

Sobald der Impfstoff injiziert worden ist, erkennt ihn der Körper als fremd an. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um einen Lebend- oder Totimpfstoff handelt. Der Körper des Kindes entwickelt die wichtigen Antikörper gegen den Erreger oder seine Bestandteile. Durch die Antikörper wird der verabreichte und unbekannte Impfstoff unschädlich gemacht und parallel bildet das Immunsystem des Kindes sogenannte Gedächtniszellen. Der Krankheitserreger wird so im Körper vermerkt und bei einem Eintritt in die Blutbahn wiedererkannt. Die Gedächtniszelle bindet den Krankheitserreger, sodass er keine Möglichkeit zur Ausbreitung hat.

Kinderimpfung ja oder nein
Dafür oder Dagegen – die Meinungen sind unterschiedlich / Bild: Pixabay.com/de – Bykst

Kinderimpfung Ja oder Nein?

Auch wenn Mumps, Masern, Röteln und Co. als sogenannte Kinderkrankheiten bezeichnet werden, sind sie auf keinen Fall als so harmlos anzusehen, wie der Name vielleicht vermuten lässt. Einige dieser Kinderkrankheiten können bei den kleinen Patienten einen sehr schweren Verlauf nehmen. Nicht umsonst entbrennt immer wieder eine brennende Debatte um die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht. Im Durchschnitt stirbt ein Kind von 10.000 während einer Masernepidemie. Dagegen kommt es „nur“ bei etwa einem von 100.000 bis 1.000.000 geimpften Kindern zu einem ernsten Impfschaden oder Komplikation.

Impfgegner schicken ihre Kinder gerne auf die so bezeichneten Masernpartys und verzichten lieber auf eine Kinderimpfung. Erwachsene, die im Kindesalter nicht gegen genannte Kinderkrankheiten immunisiert worden sind und sich mit einem dieser Erreger anstecken, stehen oft gefährlichen Komplikationen gegenüber.
Auch die lang diskutierte Vermutung, dass die Kombinationsimpfung gegen MMR die Entstehung von Autismus begünstigt, ist inzwischen durch zahlreiche Studien widerlegt worden.

Titelbild: Pixabay.com/de – jochenpippir

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