Samstag , 1 Oktober 2016
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Flecken auf Leder entfernen

Leder reinigen

Leder gehört zu den bevorzugten Materialien in vielen Bereichen. Ob Schuhe, Gürtel, Taschen, Jacken, Westen oder Möbelstücke, ob Einbände von Kalendern, Notizbücher oder Schmuck, Leder wird als natürliches und „lebendiges“ Material geschätzt und als hochwertig eingestuft. Diese Dinge aus echtem Leder, anstatt Kunstleder oder anderen Materialien, sind in der Anschaffung auch deutlich preisintensiver. Kein Wunder also, dass man sie besonders pflegen und ihre Schönheit auf lange Zeit erhalten will. Doch was kann man bei unerwünschten Flecken und anderen Verunreinigungen tun? Leder ist zwar strapazierfähig, gegenüber vielen Reinigungsmethoden und -mitteln jedoch empfindlich, und straft eine falsche Behandlung mit einem Verlust der Schönheit und Wertigkeit. Hier sind einige erprobte Ratschläge für die häufigsten Probleme.

Lederkleidung und Accessoires reinigen

Egal ob Rauleder (Wildleder und Nubukleder) oder Glattleder (Nappaleder und Anilinleder), man kann jedem Fleck erst einmal mit Wasser zu Leibe rücken.

Dafür sollte man jedoch auf destilliertes Wasser zurückgreifen. Warum? Normales Wasser, wie es aus der Leitung kommt, enthält Kalk, und dieser kann nach dem Trocknen unschöne weiße Ränder auf dem Leder hinterlassen.

Bei glattem Leder kann man den Fleck mit einem mit warmem Wasser getränkten Lappen sanft ausreiben. Bei rauem Leder sollte man nur tupfen. Sollte das Wasser nicht ausreichen, um den Fleck zu entfernen, dann greift man zu einer neutralen Seife oder einem speziellen Lederreiniger.

Wenn Wasser zur Reinigung von Leder nicht ausreicht

Ein Lederreiniger eignet sich am besten bei einem pigmentierten Glattleder. Dieses erkennt man daran, dass ein Tropfen Wasser nicht in das Leder eindringt. Offenporige Anilinleder lassen einen Wassertropfen jedoch eindringen, und das bedeutet, dass auch der Schmutz gut in das Gewebe einziehen kann. In einem solchen Fall sollte die Lederbekleidung in die Reinigung gebracht werden, sie kann jedoch auch mit einem speziellen Leder-Waschmittel gewaschen werden. Ein solches Leder-Waschmittel hält das Leder auch nach der Wäsche geschmeidig und lässt es nicht verhärten, da bestimmte Pflegemittel zugesetzt sind.

Flecken im Leder entfernen
Auf keinen Fall darf Öl für die Reinigung verwendet werden / Bild: Abdecoral – Pixabay.com/de

Welche Mittel man zur Lederreinigung nicht verwenden sollte

Auf keinen Fall sollten Öle, gleich ob Speiseöl oder Babyöl, bei der Reinigung von Leder zur Anwendung kommen. Diese machen das Leder nur fleckig, und man hat neben dem ursprünglichen Fleck einen weiteren, nämlich vom Öl.

Manchmal wird dazu geraten, Sattelseife zur Reinigung von Leder zu verwenden. Diese Information ist jedoch nicht zutreffend.

Sattelseife war früher standardmäßig im Einsatz, eignet sich aber für die heutigen Ledersorten nicht. Sattelseife ist eine alkalische Seife – Leder wird heute jedoch im sauren Bereich produziert. Moderne Reinigungsmittel für Leder sind nicht stark alkalisch.
Auch Milch, Creme und ähnliche „Geheimrezepte“, sollte man lieber nicht probieren. Leder ist heute viel dünner als früher, und alte Anwendungen eignen sich für modernes Leder nicht mehr.

Fettflecken auf Ledermöbeln entfernen

Fettflecken sind schwer zu entfernen. Am besten schreitet man gleich zur Tat, solange der Fleck nicht frisch ist. Dann sollte man ihn binden und versuchen, so viel wie möglich von der fettigen Substanz aufzusagen. Das funktioniert recht gut mit einem saugfähigen Küchentuch, oder mit einem Pulver, z.B. Kartoffelpulver. Das wird den Fleck jedoch nicht komplett entfernen, verhindert aber ein tiefes Eindringen. Danach greift man zu einem speziellen, fettlösenden Reinigungsmittel für Leder. Diese testet man an einer verdeckten Stelle, bevor es gegen den Fleck zum Einsatz kommt.

Kaugummi-Flecken von Leder entfernen

Haftet ein Kaugummi an der Ledercouch, dann ist das Drama groß. Jetzt heißt es, einen kühlen Kopf zu bewahren, und ein ebensolches (kaltes) Kühlpad aufzulegen, um den Kaugummi „einzufrieren“. Das macht ihn brüchig und er lässt sich dann recht leicht vom Leder abkratzen. Hierbei sollte man unbedingt sehr vorsichtig vorgehen, um das Leder nicht unnötig zu beschädigen. Hinterher das Leder unbedingt pflegen.

Jeansflecken aus weißer Ledercouch entfernen
Eine helle Ledercouch ist sehr anfällig für Jeansflecken / Bild: Urheber: astragal / 123RF

Jeans-Flecken entfernen

Wer eine helle Leder-Couch sein eigen nennt, hat es vielleicht schon einmal erlebt: Eine dunkle Jeans hinterlässt unschöne Spuren, die nur schwer zu entfernen sind. Meist passiert das bei neuen Jeans, bei denen noch Farbüberschüsse im Material sind. Auch hier ist schnelles Handeln nötig: Ein heller Radiergummi kann Abhilfe schaffen, um die Flecken zu entfernen.

Schuhe aus Leder – Augen auf beim Kauf

Beim Kauf von Lederschuhen sollte man aufmerksam sein. Handelt es sich um ein offenporiges Anilin-Leder, dann wird es auch mit einer Imprägnierung nicht witterungsbeständig sein. Zu bevorzugen sind strapazierfähigere Glattleder. Für die Reinigung und Pflege sollte man Mittel wählen, die genau auf das verwendete Leder angepasst sind. Diese besorgt man am besten bei einem Schuster oder im Fachgeschäft, als beim Schuhhändler selbst.

Lederschuhe pflegen
Bevorzugen Sie Glattleder bei Schuhen / Bild: Urheber: anterovium / 123RF

Leder richtig pflegen

Für jedes Leder gibt es die richtige Pflege. Dafür ist es wichtig, erst einmal zu wissen, um welches Leder es sich handelt. Die Etiketten geben darüber Aufschluss. Gerade im Ledermöbelbereich kommt es jedoch leider oft vor, dass schadhafte oder mangelhafte Leder ausgeliefert werden. Manche Kunden leiden unter einem beißenden Geruch ihrer fabrikneuen Ledermöbel, der auch nach einiger Zeit nicht verfliegt. Oft ist dann mit einem aggressiven Mittel imprägniert worden. Einen solchen Kauf sollte man reklamieren.

Besonders preiswerte Möbel sind oft nur mit einer dünnen Lederschicht bezogen, während sich darunter lediglich Lederfasern befinden. Diese Möbel platzen leicht auf, was bei echtem Leder nicht passiert und halten auch einem Brenntest nicht stand. War das Material in einem solchen Fall als „Leder“, und nicht korrekt als „Lederfaserstoff“ bezeichnet, kann es sich um eine Irreführung handeln. Auch ein solcher Kauf sollte beanstandet werden.

Titelbild: blickpixel – Pixabay.com/de

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