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Chaos in Tripolis

libya_aug_22_rtVon NATO-Kampfhubschraubern unterstützt, drangen zum Wochenende immer mehr schwer bewaffnete Rebellen in die libysche Hauptstadt ein. Ein NATO-Kriegsschiff brachte sowohl Verstärkung als auch Waffen für die Gaddafi-Gegner nach Tripolis. Menschmassen, die Flagge der Aufständischen bzw. der ehemaligen Monarchie schwenkend, versammelten sich am Green Square, jenem Platz, auf dem erst kürzlich Sympathie-Kundgebungen für Gaddafi organisiert wurden. Franklin Lamb, ein amerikanischer Journalist, der von einem Scharfschützen ins Bein getroffen wurde, schließt nicht aus, dass Gaddafi-Truppen einen massiven Gegenschlag vorbereiten könnten.

„Die Situation in Tripolis ist chaotisch und nur wenige präzise Angaben über die Entwicklungen aus der Hauptstadt werden bekannt“, lässt ein Artikel bei Russia Today wissen. Meldungen der Aufständischen zufolge, stünde ein Großteil der Stadt unter deren Kontrolle. Mit Sicherheit hat sich die Situation übers Wochenende jedoch dramatisch verändert.

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Wie Thierry Meyssan, der sich in Tripolis aufhält, wissen lässt, begannen die Unruhen in der Stadt am vergangenen Freitag nach Sonnenuntergang. Seiner Auffassung nach, galten die Sirenen der Moscheen, die während des Ramadans täglich das Ende des Fastens verkünden, als Signal für bis dahin passive Rebellengruppen, Aktionen zu setzen. Die dadurch entstehenden Unruhen nützend, strömten weitere Gaddafi-Gegner von mehreren Seiten in die Hauptstadt. Zur gleichen Zeit, so Meyssan, näherte sich ein NATO-Kriegsschiff, das sowohl weitere Rebellen als auch Waffenlieferungen in die Hauptstadt brachte. Unterstützt wurde der massive Vormarsch von der NATO außerdem durch schwere Bombenangriffe sowie durch Kampfhubschrauber.

Allein für die Nacht von Freitag auf Samstag gibt Meyssan 350 Todesopfer und 3.000 Verletzte an. Am Sonntagabend verkündete der Gesundheitsminister, dass alle Krankenhäuser restlos überfüllt seien. Bis zu diesem Zeitpunkt seien weitere 1.300 Menschen ums Leben gekommen und die Zahl der Verletzten stieg auf 5.000.

Zivile Gaddafi-Sympathisanten, die, wie Lezzie Phelan aus Tripolis vorgestern berichtete, „bis auf die Zähne“ bewaffnet seien, scheinen sich bis lang aus den Kampfhandlungen heraus zu halten.

Die jüngste Entwicklung der Situation könnte tatsächlich zu einem nahe bevorstehenden Sturz des Gaddafi-Regimes führen. Sollte sich Franklin Lambs „Gefühl“, wie er es ausdrückte, bewahrheiten, und die Regierungstruppen starten einen massiven Gegenschlag gegen die mittlerweile enorm angewachsene Zahl von Aufständischen in der Hauptstadt, so würde dies zu einem dramatischen Blutvergießen führen. Dies könnte wiederum eine Intensivierung der NATO-Angriffe, bis hin zum Einsatz von Bodentruppen, nach sich ziehen.

 


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