Unehrlichkeit kann man dieser Lüge nicht vorwerfen!
Man stelle sich eine Fußball-Weltmeisterschaft vor, zu der dann nur Mannschaften antreten, denen der Sieg zuvor garantiert werden müsste. Das Ergebnis wäre doch, dass der amtierende Weltmeister bis zum Nimmerleinstag auf dem Podest bleiben würde, egal wie vermottet der sein würde.
„Ich bitte alle meine Wähler um Entschuldigung. Ich war verzagt. Das ist vorbei. Natürlich werde ich für die gemeinsame Sache und unsere Ziele alle Kräfte mobilisieren und unsere Vorhaben so gut es geht umsetzen. Dazu brauche ich jede Unterstützung, gemeinsam sind wir stark! Wir packen es an.“
Diese Worte wären vielleicht auch eine Lüge gewesen, wenigstens aber keine offensichtliche und etwas subtiler. Weil aber plötzlich eine bestehende Regierung möglicherweise fragil wird, sich zum Opfer bereit zu erklären und eigentlich gegen die eigene Überzeugung sich zu einer Minderheitsregierung aufzuraffen, das ist derart hanebüchen, dass es einer Ohrfeige für die eigenen Wähler gleich kommt.
Genau dafür ist Frau Kraft doch angetreten! Um die bestehende Regierung abzulösen, diese hinweg zu fegen. Um einer Sache willen! Um die Möglichkeit zum Gestalten zu bekommen, wie klein diese auch sei. Die Sache war wichtig.
Jetzt heißt es, weil das Land gefährdet ist und ihr mich zwingt, mache ich die Regierung, glaube aber nicht daran. Eine Minderheitsregierung hat eben keine absolute Machtposition. Ich bin nicht schuld, wenn das schief geht, ich bin ja dazu genötigt worden ohne an einen Erfolg zu glauben.
Man braucht nicht mehr zu fragen, es geht allein um Machtspielchen, in NRW und im Bund. Kraft hat keine Kraft.
Wähler, du hattest deinen Part gehabt. Bleib ruhig und brav im Koben, Stimmvieh!
Franz Wanner - http://blog.corporatebookstore.de




