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Obama ist wiedergewählt – was nun?

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obama sleepingDie Spannung im US-Wahlkampf wurde bis zum Ende aufrechterhalten. Seit Wochen geben Analysten ihre Meinungen dazu ab, wie die zukünftige Politik Obamas aussehen würde; wie eine Politik Romneys ausgesehen hätte. Der markanteste Unterschied ist jedoch: Es gibt keine Verzögerung! Im Falle eines Wahlsieges Romneys wäre bis zur offiziellen Inauguration erst einmal alles stillgestanden. So wie während der letzten Wochen des Wahlkampfs. Nachdem Obama jedoch im Amt bleibt, können alle Pläne, die seit langem vorbereitet sein mögen, wesentlich rascher in die Tat umgesetzt werden. Die amerikanische Regierung ist wieder voll handlungsfähig.

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Am Tag der Wahl zeigte sich eine sonderbare Entwicklung. Börseninsider erzählten, dass hohe Spekulationen im Energiesektor getätigt wurden, was auf einen erwarteten Sieg Romneys schließen ließ. Allerdings, der Wettmarkt, bei dem die Umsätze jedoch unvergleichlich niedriger sind, kannte von Anfang nur einen Favoriten: Barack Obama.

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Während der Abendstunden berichteten die US-Medien, dass die Wahl völlig offen stünde. Gleichzeitig stürzten die Kurse für Obama ins Bodenlose. Von anfangs 1 zu 4 auf 1 zu 10, 20 und schließlich 1 zu 50 (während die Kommentatoren von CNN und ABC noch immer erzählten, dass Romney durchaus noch Chancen hätte). Kurz vor Mitternacht stand dann fest: Die benötigte Mindestzahl von 270 Wahlmännern war erreicht.

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Als Schlüsselstaat galt Ohio mit 29 Wahlmännern. Schon in den Morgenstunden des 6. November erschien auf der populären Webseite Techcrunch ein Artikel, der von einer sonderbaren Software berichtet, die wenige Tage vor der Wahl stillschweigend installiert wurde. (Die Intelligence berichtete über die elektronische Stimmenabgabe.) Offiziellen Angaben zufolge solle dadurch die Stimmenauszählung erleichtert werden. Als besonders verdächtig erscheint dem Autor des besagten Artikels jedoch der Zeitpunkt der Neuinstallierung, so kurz vor der dem Wahltag. Konkrete Schlüsse lassen sich aus dieser Information selbstverständlich keine ziehen.

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Nachdem nun keine langwierige Amtsübergabe vonnöten ist, kann die Weltpolitik ohne Verzögerung ihren geplanten Lauf nehmen. Was auf dem Plan steht, lässt sich nur schwer abschätzen. Anlässe für nicht gerade wünschenswerte Entwicklungen gäbe es eine ganze Menge:

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In Syrien herrscht ein von außen gesteuerter Bürgerkrieg. Warum einflussreiche Kreise Präsident Baschar al-Assad aus dem Amt jagen möchten, ist nur schwer zu verstehen. (Ginge es tatsächlich um die Einführung von „Demokratie“, müsste eigentlich auch die absolute Monarchie in Saudi Arabien aufs Korn genommen werden, gar nicht zu reden von China.) Doch warum wollte man Tunesien von Ben Ali und Ägypten von Mubarak „befreien“? Die westliche Unterstützung für die beiden Volksaufstände war unverkennbar. Jetzt regieren pro-islamische Kräfte, anstatt pro-westlicher Politiker, die sich über viele Jahre hinweg bester Unterstützung erfreuen durften.

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Die Türkei, ein Mitgliedstaat der NATO, spielt seit einigen Wochen mit dem Feuer. Eine syrische Passagiermaschine wurde durch türkische Militärjets zur Landung gezwungen und nachdem eine Granate aus NATO-Beständen, von syrischem Gebiet abgeschossen, auf türkischem Boden landete, wurde „zurückgeschossen“. Der Boden für eine Großoffensive wäre vorbereitet. Es fehlt nur noch das Okay der USA.

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Amerikanische Botschaften und Konsulate gleichen Festungen. In der libyschen Stadt Bengasi, die von wildgewordenen Rebellen regiert wird, wurden am 11. September der US-Botschafter Chris Stevens sowie drei weitere Mitarbeiter „geopfert“. Die Konsequenzen lassen noch auf sich warten. Eines Tages, vielleicht schon sehr bald, werden wir wissen, warum die Revolten von Millionen von Islamisten gerade zum Jahrestag der legendären Terroranschläge „9/11″ provoziert wurden – mit einem ermordeten US-Botschafter als Aufhänger.

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Erreichten die Kriegsdrohungen Israels gegen den Iran nicht im Spätsommer einen neuen Höhepunkt? Es wurde sogar verlautet, dass ein Angriff noch vor den US-Wahlen erfolgen könnte. Für Israel als Staat stellt der Iran keine Bedrohung dar, weder ohne noch mit Atomwaffen. Dem Petrodollar könnte der Iran aber durchaus gefährlich werden, wenn Rohöl gegen andere Währungen verkauft wird. Ohne dem künstlich hoch gehaltenen Bedarf an Dollars zur Bezahlung von Öllieferungen wäre jedoch die letzte Rechtfertigung, den Dollar weltweit als Leitwährung zu respektieren, aufgehoben.

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Während Europa von einer Schuldenkrise geschüttelt wird, sind die Vereinigten Staaten nicht minder verschuldet. Allein während der vergangenen vier Jahre, also während Obamas Amtszeit, stiegen die öffentlichen Verbindlichkeiten der Vereinigten Staaten von 10,5 auf über 16 Billionen Dollar. Das entspricht 51.500 Dollar pro Bürger. Das sind mehr als 40.000 Euro, deutlich höher als in Deutschland, wo jedes Kind zurzeit mit einem Schuldenanteil von 25.000 Euro zur Welt kommt.

Zwar beträgt die offizielle und somit geschönte Arbeitslosenrate „bloß“ acht Prozent, praktisch liegt die amerikanische Wirtschaft jedoch am Boden. Seit 20 Jahren wandert die Produktion in Billigländer ab, Löhne nehmen in ihrer Kaufkraft regelmäßig ab und das Volk versinkt in einem Schuldberg, der überwiegend aus hochverzinsten Kreditkarten besteht. Seit Beginn der Krise im Jahr 2008 halten sich die Banken jedoch mit der Vergabe von Privatkrediten zurück, was sich wiederum negativ auf die paranoide, doch wirtschaftlich notwendige, Kauflust der Amerikaner auswirkt. Der große Crash hätte schon lange erfolgen müssen. Wie lange lässt er sich noch hinauszögern?

Seit Jahren wird über den Maya-Kalender mit der Bezeichnung „Lange Zählung“ berichtet, der am 21. Dezember dieses Jahres zu Ende geht. Ein voller Zyklus erstreckt sich über einen Zeitraum von 5.125 Jahren. Was der Neubeginn dieser zyklischen Zeitrechnung mit sich bringen könnte, das scheinen auch die Maya selbst nicht zu wissen. Doch durch unendlich viele Zeitungsberichte, Dokumentationen und einen Katastrophenspielfilm wurde vielen Menschen der Gedanke eingepflanzt, dass es sich um ein „Schicksalsjahr“ handeln könnte. Es würde also nicht überraschen, würde diesem Schicksal etwas nachgeholfen werden.

Wie und in welcher Form? Selbst der Trendforscher Gerald Celente, der bis vor wenigen Jahren sehr treffende Voraussagen erstellen konnte, scheint im Dunkeln zu tappen. Denn Trends lassen sich nur dann erkennen, wenn sie als logische Fortsetzung bestimmter Entwicklungen auftreten. Nicht, wenn sie bewusst gesteuert sind. Die Ereignisse der kommenden Wochen werden vielleicht mehr Aufschluss geben. Vielleicht! Doch mit Sicherheit wird alles den Eindruck erwecken, als handle es sich um völlig unvorhersehbare Ereignisse.

Über Konrad Hausener