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Die Iden des März - Pflichtfilm für Wähler

clooney obamaDies ist keine Filmkritik, obwohl sich der Artikel um einen Film dreht, sondern die sorgenvollen Gedanken eines Menschen und Vaters. "The Ides of March – Tage des Verrats", so der Titel des neuen Films von George Clooney, mit George Clooney, als Möchtegern-Präsidentschaftskandidat. Was nicht heißt, dass Clooney ein Möchtegern ist, sondern seine Filmfigur gerne Präsident werden möchte. Erst mal nichts Neues, könnte man auch nach den ersten Minuten meinen. Wenn da nicht diese bedrückende Realität wäre, dieser fast deprimierende Sog, der mich mit hinunterzieht, in den widerlich stinkenden Sumpf, der sich Politik nennt.

„Aber das ist doch Amerika ...“, höre ich schon wieder einige Schäfchen, die den Glauben daran, dass Politiker wirklich noch Volksvertreter sind, immer noch nicht verloren haben und sich weiterhin an Umfragen über die Glaubwürdigkeit unserer „tapferen Ritter“ im Bundestag beteiligen. Doch genau das, was dieser Film zeigt, nämlich dass das gerade aufgeführte Kasperle-Theater um den bösen Wulff, absoluter Pipifax im Vergleich zudem ist, was Politiker sonst noch so tun, um an die Macht zu kommen und vor allem diese dann auch zu halten, ist auch bei uns die einzige Realität.

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Es geht nicht um uns Menschen, um Demokratie oder um bessere Sozialleistungen, vielleicht nicht mal wirklich um Geld, sondern einzig und allein um Eigennutz und eben diese Macht. Der Film, dessen eigentliche Hauptfigur Wahlkampfberater Stephen Meyers - gespielt von Ryan Gosling - ist, zeigt uns anhand seines, anfangs noch recht blauäugigen Ringens um das Gute, was wirklich abgeht, wenn Politiker gemacht werden.

Skrupellosigkeit ist das Zauberwort, in einer Welt, in der Menschen keine Rolle mehr spielen. „Aber das ist doch nur ein Film ...“, höre ich schon wieder die Schäfchen. Nein, das ist es nicht. Es ist, ein erstaunlich deutliches Abbild dessen, was auch hierzulande eine Frau Merkel oder einen Herrn Schäuble umtreibt, wenn sie all das tun, was die Öffentlichkeit nicht sieht.

Ich persönlich würde mir wünschen, dass dieser Film zu jeder nächsten Wahlbenachrichtigung beigelegt wird, mit einem großen Zettel dran, auf dem steht. „Wollen Sie als Mensch, das wirklich noch verantworten?!“ Die Frage ist nicht mehr, ob ein Politiker mehr, oder weniger glaubwürdig ist, oder ob man ihm, oder ihr zutraut, die Belange und das Wohl der Bürger seines Landes zu vertreten.

Die einzige Frage, die noch besteht, ist die, ob wir als Menschen noch verantworten können, dass diese skrupellosen Machtmarionetten über unser Leben bestimmen und vor allem was wir uns selbst als Alternative anbieten können. Die Frage ist auch nicht mehr, ob es denn nun der Euro oder die D-Mark ist, sondern ob Geld an sich auch nur im Geringsten humanitär ist und welche Alternativen wir finden können.

Unsere Aufgabe ist unseren Kindern nicht zu zeigen, wie sie erfolgreich werden können, sondern sie Humanität zu lehren. Vielleicht brauchen sie, um dies zu wissen, keinen George Clooney mehr im Kino. Sollten sie aber immer noch den Glauben an die Politik haben und sollten sie sich weiterhin noch an Kasperle-Theater Aufführungen á la Wulff beteiligen wollen, weil sie es sich einfach nicht vorstellen können, dass auch unsere „Volksvertreter“ nur Mitglieder einer kriminellen Vereinigung sind, dann kann ich diesen, wirklich brillant inszenierten, Film nur wärmstens empfehlen.

Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche.


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