Rache für Saarbrücken – FDP lässt Bundesregierung platzen (Achtung Satire!)
Berlin – Es war ein genau geplanter Coup: Just in dem Moment, als Bundeskanzlerin Angela Merkel sich zum ersten Mal seit Menschengedenken wieder persönlich den Fragen der Presse stellte, ließen die vom Wähler Enterbten ihren politischen Sprengsatz hochgehen. Und ausgerechnet Philipp Rösler, dem selbst Weggefährten bescheinigten, kein Kämpfer zu sein, spielte dabei den entscheidenden Streich.
Die Ausgangslage schien harmlos: Die Kanzlerin hatte nach langem Sträuben zu einer Pressekonferenz geladen, um zur Casa Wulff wie auch neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Tarnkappen-Technologie Stellung zu nehmen. Zeitgleich bat die FDP zur Vorstellung ihres „diesmal wirklich neuen“ Politik-Konzepts. Wie zu erwarten drängte sich im Kanzleramt die Crème de la Crème der deutschen Medien um einige „Bild“-Redakteure zusammen, während nur wenige Jungjournalisten und Praktikanten den Weg zu den Liberalen fanden. Und doch waren sie es, die eine echte Sensation zu verkünden hatten.
Entspannt lächelnd wie lange nicht trat Rösler aufs Podium, flachste sogar ein wenig mit den Pressevertretern. Dann summte sein Handy (die Melodie „we shall overcome“). Entschlossenen Blickes trat Rösler ans Mikrofon. „Meine Damen und Herren, das war Christ... ähm, Patrick drüben am Spreebogen. Es geht los!“ In seiner Rede schilderte er kurz und schonungslos die Situation seiner Partei, Umfrage-Werte von 2 %, keine glaubwürdigen Inhalte und ein sich immer schneller drehendes Personal-Karussell. Zuletzt, als man sich in Stuttgart gerade habe aufrappeln wollen, habe man von der CDU im Saarland einen Tritt in die Kniekehle bekommen. „Mit einem Wort, meine Damen und Herren, ab jetzt sind wir geliefert!“
Ernst schaute er zu Boden, doch als er den Blick wieder hob, zeigte er ein freches Jungen-Grinsen. „Sie alle wissen, in diesem Moment spricht die Kanzlerin. Sie glaubt, sie habe ein Präsidenten-Problem. Aber das stimmt nicht: Sie hat ein Kanzler-Problem. Die Koalition mit der CDU ist hiermit aufgelöst!“
Mit überraschend rhetorischem Verve stellte er dann klar, die Union sei nicht die einzige Partei, die Nackenschläge austeilen könne. Rache sei Blutwurst. Das Konzept, welches er vorstellte, muss eher als „sensationell“ denn nur als „neu“ bezeichnet werden. „Wir haben genug davon, als Verlierer der Nation da zu stehen. Wir schlagen zurück. Wir lassen uns nicht aus dem Bundestag wählen, wir gehen von uns aus in den Untergrund. Wir heißen ab jetzt VDP, das steht für vergeltungs-dürstende Partisanen Deutschlands. Unser Emblem ist das V für Vendetta. Wir werden keine Presseerklärung mehr abgeben, sondern Botschaften über youtube verbreiten. Wir werden in leerstehenden Fabrikhallen im Osten oder in Hinterzimmern befreundeter Hoteliers im Westen schlafen, aber – wir werden immer da sein! Unser Ideal, unser Glaubenssatz, von den Armen zu nehmen, um den Reichen zu geben, lässt sich niemals unterdrücken!“
Er selbst trage nun den Decknamen „Robin“, sein redseliger Weggefährte werde „Bruder Tuck“ gerufen, und der kräftig gebaute ältere Herr mit Brille gelte ab jetzt als „Little Gin“. Der altbekannte, verschmitzte Philipp Rösler zeigte sich, vielleicht zum letzten Mal, in seiner Schlussbemerkung. „Wenn wir uns nur ein Bisschen geschickt anstellen, wird uns der Verfassungsschutz finanzieren.“
Als erstes Regierungsmitglied reagierte Innenminister Friedrich auf die Attacke der ehemals Liberalen. Die Radikalisierung sei bedauerlich, zeige aber die Notwenigkeit ständiger Überwachung politischer Aktivisten. Eine echte Bedrohung der Demokratie könne er jedoch nicht erkennen. „Eine Untergrund-Zelle von drei Leuten, die heben wir doch im Handumdrehen aus.“





