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Aufgerüstet – Batteriefeuerwerk gegen die freie Meinungsäußerung

feuerwerkskoerperDer Waffenstillstand ist die Mutter aller Friedensverhandlungen. Diese Umschreibung hat was. Nicht selten klaffen Wunschvorstellung und tatsächliche Wesenszüge des Neugeborenen weit auseinander. Wer noch kein passendes Beispiel in seinem Leben gefunden hat, dem sei Hermann Gröhes Aufforderung an die SPD, die Angriffe auf Bundespräsident Christian Wulff im Rahmen der Kreditaffäre einzustellen, anempfohlen: “Von der SPD erwarte ich, dass sie nicht mit dem Amt spielt, die Debatte nicht unnötig verlängert”, zitiert ihn die WAZ-Mediengruppe. Übersetzt heißt das: Nehmt Wulff endlich aus der Schusslinie, damit diese personifizierte Kugel das Amt breitseitig treffen kann.

Ja, man darf sie nicht unterschätzen, im Kampf um den Status quo landen Aufrichtigkeit und das Recht, z.B. auf freie Meinungsäußerung, gerne mal auf den hinteren Rängen. Wenn sich die Verfechter dieser Tugenden nur nicht immer wieder vorzudrängeln versuchten! Jetzt zeigt sich endlich, wie hilfreich die Vision eines vereinten Europas sein kann: In riesen Schritten rückwärts schreitet sie über Errungenschaften des Verbraucherschutzes hinfort. Dank Brüssel wird hierzulande Feuerwerk mit einer Sprengkraft verkauft, wie sie bisher in der BRD noch nie an Privatpersonen abgegeben wurde.

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In einem Land, in dem nach jedem Amoklauf Schützenvereinsmitglieder und Jäger unter schwerverbrecherischem Generalverdacht und entsprechende Auflagen gestellt werden, während sich der halbwegs gewiefte Schütze in spe eine nicht registrierte Waffe auf dem Schwarzmarkt beschafft. Noch leichter fällt ihm dies, wenn er versteckte Verbindungen zum Verfassungsschutz hält. Mit etwas Glück wird ihm das kalte Eisen nachgeschmissen, bis es glüht.

Aber darum geht es ja gar nicht, sondern um Strategie. Und die könnte aufgehen: Wer letztjährig in der Hoffnung auf ein gutes Jahr Unsummen in die Luft verpulverte, wird dies heuer vermeiden, da bedarf es keines weiteren Jahresrückblicks, um dies nachzuvollziehen. Übrig bleiben die zunehmend zermürbten Mahner und Kritiker, nicht nur einer voreiligen EU-Politik, die nun auch zum abergläubischen Strohhalm greifen, um ein hoffentlich besseres 2012 einzuböllern. Denen soll es mit Hilfe einer verdoppelten Schwarzpulvermenge die Schreibgriffel wegsprengen.

Selbstverständlich wird es auch zahlreiche „unschuldige“ Opfer geben, die weit weniger Verantwortung und Weitsicht denn Alkohol im Blut haben und mit den hochgerüsteten Batterien heillos überfordert sind. Das sind dann wohl die Kollateralschäden, die gibt es in jeder Schlacht. Mit dem ihr eigenen Verantwortungsbewusstsein der wählenden Bevölkerung gegenüber dauert es auch sicherlich nur ein paar Wochen, bis sich die Regierung einen Überblick über das Ausmaß dieser Schäden macht. Vom bequemen Sessel aus. Bis dahin dürfte das entsprechende Gesetz endgültig durchgewinkt sein, dann dürfen sie fliegen, die unbemannten Flugobjekte. Das Wort Drohnen wird vermieden, liest man doch zu leicht verwechselnd das Wort Drohung darin.

Prost Neujahr


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