Uns geht es gut!
Wir alle suhlen uns bereits seit Jahren in dieser Jauche, welche sich Demokratie nennt, wähnen uns sicher in der Umgebung der Feinde der Intelligenz. Komisch eigentlich, nicht wahr? Wir, die auf Seiten wie dieser herumsurfen, wähnen uns informiert und aufgeklärt. Wir sind allerdings auch diejenigen, welche letztendlich die Verantwortung tragen, etwas zu ändern.
Nachdem wir eine Menge faktisches sowie theoretisches Material der Offenbarung sichten durften, Literatur von allen möglichen Kriegsherren, Königen, Baronen, Päpsten, Philosophen, Kanzlern und so weiter, sind wir uns mittlerweile völlig bewusst, dass wir uns im Laufe der vielen Nachkriegsjahre einen Beamtenapparat herangezüchtet haben, welcher asozialer nicht sein kann.
Wieso asozial? Es ist in Ordnung, dass Menschen für diesen Staat arbeiten. Das tun wir wahrscheinlich alle irgendwie. Nur gibt es da ein merkwürdiges Phänomen, welches sich seit Jahr(zehnt)en auch vor den Medien regelrecht versteckt. Nach der Auffassung des gemeinen Volkes war es eigentlich einmal angedacht, dass alle Probleme der Menschen gemeinsam bewältigt werden. Prinzipiell sollte das auch funktionieren, wenn sich jeder an die gewachsenen Regeln hält. Damit, dass diese Regeln sich auch etwas verwachsen könnten, hat keiner so richtig rechnen mögen. Alle Staatsdiener mit Beamtenstatus zahlen jedoch komischerweise nicht den kleinsten Beitrag in die gesetzliche Sozial- oder Rentenversicherung.
Derzeit bekommen sie nach rund 40 Jahren trotzdem knapp 72% Ihrer letzten Bezüge als Pension. Punkt!
Da ich gerade erst mein juristisches Seepferdchen gemacht habe, wundert es mich schon, dass anscheinend nicht vielen außer mir derartiger Mist auffällt. Ist unser Rentensystem vielleicht für die Herren Wegelagerer nicht gut genug? Und das, wo doch angeblich vor dem Grundgesetz alle Menschen gleich sind. Wenn der Hansi sich verzockt hat, kann er sich gern an mich wenden, wenn´s monatlich klemmt. Ich zeige ihm Menschen, welche mit einem Zehntel seiner derzeitigen Pension locker klarkommen.
Ist ja immerhin unser ehemaliger Finanzminister. Damals auch als Sparminister bekanntgeworden, obwohl die stetige Neuverschuldung unseres Staates auch während seiner Amtszeit nicht signifikant eingedämmt wurde. Aber anstatt mit der Masse an Geld (7.150 Euro) fürs Nichtstun in der Versenkung zu verschwinden, platzt da plötzlich ein vernagelt geglaubter Sargdeckel und einer der Polit-Zombies, welche sich am wenigsten an der Sanierung dieses Staates beteiligt haben, brüllt nach mehr Geld. Na, was beim ehemaligen Bundesbankpräsidenten geklappt hat, welcher seine Bezüge 2008 per Verwaltungsgerichtsurteil um 5.000 Euro aufstocken ließ, könnte ja nochmal funktionieren. Wir leisten uns den Luxus, Menschen, welche auch nur lumpige zwei Jahre auf einem Ministerposten sitzen, nach ihrer Amtszeit aber so richtig finanziell einzukuscheln. Ist das wirklich nötig? Oder dient das alles dem Erhalt eines Gefüges oberhalb meiner Bewusstseinsebene, welches sich mir nur nie erschließen wird?
Als kleines Sahnehäubchen sei noch erwähnt, dass der Bundestag am vergangenen Donnerstag die Verdoppelung der sogenannten Sonderzahlung für unsere 350.000 Beamten, welche wegen knapper Kassen 2006 auf 30 Prozent der Monatsbezüge heruntergefahren worden war, ab dem kommenden Jahr auf Initiative unseres Innenministers Friedrich einstimmig abgesegnet hat.
Keine Frage, uns geht es gut.





