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Alles wird gut...

fall_streetSolch eine Überschrift haben sie wahrhaftig nicht von mir erwartet, da bin ich mir sicher. Tja, da sind sie wohl falsch gelegen. Ich schreibe es jetzt noch mal, extra für sie: „Alles wird gut…“. Ihr Verdacht, ich werde mich in den anschließenden Zeilen mit dem Papstbesuch beschäftigen, auch er ist falsch. Dieser ältere Herr mit seinen signifikanten Einstellungen, er ist auch nicht das Thema. „Tja, zum Donner, was will der Schreiber eigentlich von mir“, das fragen sie sich schon wieder. Gut, ich sage es ihnen – es geht um die Banken, genauer gesagt geht es um die Banken. In der Fülle der guten Nachrichten sind deren zwei entweder untergegangen oder wurden nicht richtig gewürdigt. Das möchte ich heute endlich nachholen.

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Vorgestern verbreitete man die frohe Kunde, dass die Privatbanken die Garantien für die Sicherung der Einlagen der Privatkunden senken werden. In drei Schritten reduziert sich die Garantie von € 1,5 Mio. auf dann € 437.500. Das wird 2025 der Fall sein. Der Verband der Banken sagt dazu:

"Wir wollen das Haftungsversprechen der privaten Banken realistischer machen", begründete Hans-Joachim Massenberg von der BdB-Hauptgeschäftsführung den Schritt. "Wir haben auch nach der Reform das weltweit mit Abstand höchste Schutzniveau für Kunden." Der gesetzliche Einlagenschutz beträgt in Deutschland 100.000 Euro. (Quelle: Spiegel.de)

Das nenne ich doch eine Begründung. Endlich wahre und klare Worte. Für mich heißt das übersetzt in etwa, dass die Reduzierung deswegen notwendig wird, weil sie vorher nicht realistisch war, weil die Banken vorher nicht realistisch waren. Wenn ich mir die Verwerfungen und Dramen der letzten Jahre so betrachte, dann muss ich den Banken Recht geben. Was da passierte und was immer noch oder wieder passiert, es ist alles andere als realistisch.

Gestern dann die weitere gute Nachricht, eigentlich die Krönung, die Erlösung. Die Zentralbanken der G20 erklärten einmütig, dass die Banken um jeden Preis vor der Pleite gerettet werden – wunderbar. Sie erhalten alles Geld, die Banken, welches zu ihrer Rettung notwendig ist. Darin ist selbstverständlich die Rettung von Boni und Prämien enthalten. Ich zitiere abermals aus „Spiegel.de“:

Washington - Die G20 sorgen sich um die Weltwirtschaft: Die Finanzminister und Notenbankchefs wollen nun "alle notwendigen Schritte" unternehmen, um die Stabilität der Banken und Finanzmärkte zu gewährleisten. Darauf haben sich die zwanzig führenden Industrie- und Schwellenländer in Washington verständigt. "Wir verpflichten uns zu einer starken und koordinierten Antwort auf die neuen Herausforderungen für die Weltwirtschaft", heißt es in dem Kommuniqué. Das Finanzsystem sei fragil. Die Zentralbanken seien bereit, die Banken mit der notwendigen Liquidität zu versorgen. Banken sowohl in den USA als auch in Europa gerieten durch die Schuldenkrise zuletzt immer stärker unter Druck.

Diese beiden Maßnahmen zur Rettung, was sollen sie mir sagen? Ganz einfach, die Demokratie kann von den Banken lernen, wie man Einfluss schafft, diesen nutzt und benutzt, und wie man unter allen Umständen in der Lage ist, sich und seine Pfründe zu retten. Dann sagen sie mir weiter, mit welcher Bravour die Banken mit den ihnen angeschlossenen Regierungen umgehen und wie sie diese immer wieder auf den Pfad der Tugend zurückführen. Bravo – die Rettung ist da.

Und wem das immer noch nicht schlüssig genug ist, all diese Maßnahmen wurden in der Woche verkündet, in welcher der Pontifex diese Republik besucht. Liebe Leute, wenn euch das kein Zeichen ist.

In diesem Sinne…

© Peter Reuter


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