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Warum Geschichte von Bedeutung ist

wtc_standing_cloudDas liegt doch tausend Jahre zurück. Oder hundert. Oder zehn. Warum sollte mich das interessieren? Wir müssen doch in die Zukunft blicken! Lebten wir in einem unabhängigen kleinen Inselstaat, in dem jeder jeden respektiert und alle ihr Auslangen finden, könnte diese Ansicht durchaus angebracht sein. Nicht jedoch in dieser modernen Welt, wo sich jeder mit einem System abfinden muss, ob er damit einverstanden ist oder nicht. Ein System, in dem Autoritäten über Bürger herrschen und eine internationale Elite über die Autoritäten. Nur wer die historische Entwicklung versteht, die hinter wesentlichen Ereignissen steckt, ist auch fähig zu begreifen, was jetzt gerade von sich geht und was die Zukunft uns noch bescheren wird.

Wir schreiben den 11. September 2011. Zehn Jahre ist es her, dass ein mediengerechter Terroranschlag, der in den Vereinigten Staaten ausgeübt wurde, die ganze Welt in Schock versetzte. Seit zehn Jahren gibt es einen sogenannten „Krieg gegen den Terrorismus“, an dem sogar deutsche Soldaten aktiv beteiligt sind. Wäre es ohne diesem Anschlag denkbar, dass junge Männer dafür bezahlt werden, in die afghanische Bergwelt zu reisen, um dort Menschen totzuschießen? Mit welcher internationalen Verachtung wurde einst die Sowjetunion gestraft, als sie genau das Selbe tat? Als die Panzer der Roten Armee durch Afghanistan rollten und die dortige Bevölkerung terrorisierten?

Ein großer Teil der Menschen, hierzulande ebenso wie westlich des Atlantischen Ozeans, glaubt das Märchen vom Höhlenmenschen, der die Welt den Atem anhalten ließ; eine Geschichte, die aus der Feder von James-Bond-Autor Ian Fleming stammen könnte. Wenn jemand eines Verbrechens bezichtigt wird, sollte dessen Motiv eigentlich erkenntlich sein. Was wurde uns erzählt, warum Osama Bin Laden und eine Gruppe islamistischer Fanatiker diesen Anschlag durchgeführt hätten? Weil sie uns – oder die Amerikaner – hassten, weil wir – oder die Amerikaner – reich und frei seien? Vielleicht könnte man im Falle eines völlig durchgedrehten Amokläufers, der blind in die Menge schießt, derartige Beweggründe vermuten. Doch um Himmels willen nicht, wenn ein generalstabsmäßig ausgearbeiteter Plan die zwei höchsten Gebäude von New York zum Einsturz brachte. Bei dem es gelang, in mehreren Fällen alle Sicherheitsvorkehrungen auf Flughäfen zu umgehen und letztendlich sogar die amerikanische Luftwaffe vom Einschreiten abzuhalten, die Hunderte Male pro Jahr hinter Flugzeugen herjagt, die vom Kurs abweichen. Und all dies mit dem alleinigen Zweck, ein paar tausend Menschen zu töten? Jedem Schulkind wäre hier von Anfang an klar gewesen, dass der Gegenschlag unter den eigenen Glaubensgenossen den tausendfachen Schaden anrichten wird.

new_york_sep_11Lassen wir die ganzen Ungereimtheiten, von der Unmöglichkeit des Einsturzes aller drei Gebäude des World Trade Centers, ohne zuvor fachlich montierte Sprengsätze, von den fehlenden Indizien dafür, dass im Pentagon ein Flugzeug eingeschlagen hätte, von den Lügen bezüglich eines abgestürzten Jets in Shanksville und noch so vieles mehr, beiseite. Es ist absolut offensichtlich, dass diese Angriffsserie die größte Militärmacht der Welt natürlich nicht in die Knie zwingen konnte. Gehen wir von Überlegungen aus, dass es einer Gruppe verwirrter Islamisten tatsächlich darum gegangen sei, in Amerika Menschen zu töten, ein Chaos zu verursachen, Sachschaden anzurichten. Hätte es für eine Organisation, der es gelingen konnte, die Entführung von vier Flugzeugen zu koordinieren und angeblich drei davon zielsicher in Gebäude zu steuern, was von erfahrenen Berufspiloten als Unmöglichkeit bezeichnet wird (und wenn Sie es mir nicht glauben, dann fragen sie einen), nicht effizientere Strategien gegeben? Zum Beispiel ein Anschlag auf das Stromnetz?

Ich will die verschiedenen Möglichkeiten, die mir dazu einfallen, hier nicht im Detail anführen. Viel zu einfach wäre es, wesentlich mehr Menschen zu ermorden. Viel zu einfach wäre es, Schäden größeren Ausmaßes anzurichten, ohne sich dabei selbst zu opfern. Mit Konsequenzen, die große Teile eines Landes tatsächlich lahm legen würden. Ich will mir aber nicht eines Tages vorwerfen lassen, ich hätte jemanden auf die Idee gebracht.

Die Anschläge vom 11. September waren der perfekte Medienspektakel, um den Massen Rechtfertigungen dafür zu präsentieren, einen immerwährenden „Krieg gegen den Terrorismus“ einzuleiten. Einen Krieg, dem einst unabhängige Länder zum Opfer fielen. Ein Krieg, der Bürgerrechte in Frage stellt.

Eine nicht unwesentliche Zahl von Menschen, um nicht zu sagen die Mehrheit, weigert sich kategorisch dagegen, es wahrzuhaben, dass Regierungen zu derartigen Verbrechen fähig sind und dass so viele Zeitungen und Fernsehsender, die Sprachrohre der Konzernwelt, diese Lügen unterstützen. So etwas kann es nicht geben. So etwas darf es nicht geben.

Doch es gab auch einen Hitler. Es gab auch Stalin. Es gab auch Mao Tse-Tung. Um bloß die bekanntesten Massenmörder der Geschichte zu nennen.

kissinger_mao_250Als „Der große Sprung nach vorn“ gingen Maos Gräueltaten zwischen 1958 und 1962 in die Geschichte ein, der zumindest 45 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Gerade ein halbes Jahrhundert liegt dies zurück. Und auch damals gab es Zeitungen und auch schon Fernsehen. Dieser Massenmord ist passiert. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass unzählige Millionen von Chinesen, die Gerüchte von diesen bis heute unübertroffenen Verbrechen vernahmen, restlos überzeugt waren, dass man so etwas dem ehrenwerten Vorsitzenden Mao doch niemals zutrauen könnte.

Doch was passiert, wenn wir Ereignisse der Vergangenheit einfach abhaken? Natürlich hat die deutsche Regierung, die österreichische, die schweizerische, die italienische, die griechische, absolut nichts mit den Vorbereitungen der Terroranschläge zu tun. Vielleicht entspricht es auch einem diplomatischen Code, die Verbrechen anderer Regierungen nicht zu hinterfragen. (Ausgenommen, sie werden in Staaten wie Irak, Iran, Afghanistan, Libyen, Ägypten, Tunesien und noch einigen anderen begangen.) Vielleicht entspricht es einem Ehrenkodex von Spiegel, Bild & Co, von den großen Brüdern wie New York Times und Wall Street Journal einfach abzuschreiben. Oder könnte es vielleicht sein, dass hinter jenen Persönlichkeiten, die wir als die Führer der Welt kennen, andere stecken, die noch mächtiger sind?

buffett_obamaGenau diese Überlegungen fallen unumstritten in den Bereich von Verschwörungstheorien und werden so gerne in den gleichen Topf mit wirklichen Spinnereien geworfen. Doch regt nicht allein schon der Umstand, dass sich die Namen der einflussreichsten Banker der Welt nicht in der von Forbes jährlich veröffentlichten Liste der Milliardäre finden, oder bestenfalls unter ferner liefen, zum Nachdenken an? Ist es nicht sonderbar, dass in praktisch allen westlichen Ländern die Geldschöpfung privaten Instituten überlassen wurde? Die Schöpfung jenes Geldes, das sich unsere Staaten dann gegen Zinsen von diesen Instituten ausleihen? Wir, die Bürger, werden letztendlich gezwungen, einen nennenswerten Teil unserer Einkommen an den Staat abzuliefern, dass dieser den privaten Banken die Zinsen für jene Kredite bezahlten kann, die er nicht gebraucht hätte, wenn er das Recht der Geldschöpfung nicht aus der Hand gegeben hätte. Diese Entwicklungen wurden von Menschen durchgeführt. Und diese Menschen haben sich durchaus gegen uns verschworen. In einem Gespräch mit Ben Stein, das im Jahr 2006 in der New York Times veröffentlicht wurde, sagte Warren Buffett wörtlich: „Es gibt einen Klassenkrieg. Richtig. Aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die diesen Krieg führt. Und wir sind dabei, ihn zu gewinnen!“

Stellen wir uns die Welt als Schachbrett vor. Sie und ich gehören zu den Milliarden von Bauern. Wir kennen die Namen jener Menschen, die als Läufer, als Springer und als Türme agieren. Wir kennen die Könige. Doch solange wir uns nicht bereit erklären, über den Rand des Brettes hinauszublicken, solange werden wir nicht begreifen, dass es nicht die Könige sind, die im Schach gegeneinander antreten, sondern dass vor dem Brett Spieler sitzen, von denen die Figuren gezogen werden.

Fragen wir nach dem Motiv, warum Osama Bin Laden als Führer einer Terrororganisation den Anschlag vom 11. September durchgeführt haben könnte, so finden wir nichts anderes als leere Worte wie „Hass“ und „Neid“. Stellen wir gleichzeitig Überlegungen an, was die Spieler im Weltschach dazu veranlasst haben könnte, dann brauchen wir nur die Auswirkungen hernehmen, die wir während der vergangenen zehn Jahre beobachten konnten.

Wer sich kategorisch dagegen wehrt, sich selbst als Bauer dieses Spiels zu erkennen, wer es nicht wahrhaben will, dass es sich auch beim König um eine Figur handelt, die dem Willen Anderer untersteht, der wird die Geschichte von den bösen Terroristen ebenso weiterhin akzeptieren wie viele von uns im Kindesalter an den Weihnachtsmann glaubten. Doch diejenigen, denen die Ungereimtheiten der offiziellen Geschichtsschreibung bewusst sind, dürfen nicht in den Fehler verfallen, Geschichte als etwas Vergangenes zu betrachten. Die Gegenwart ist das Produkt der Geschichte ebenso wie die Zukunft das Produkt der Gegenwart sein wird. Der rote Faden, der sich durch die Ereignisse der Vergangenheit zieht, wird immer deutlicher erkennbar. Dass der sogenannte „Arabische Frühling“ in dieses erste Jahrzehnt nach 9/11 fällt, ist kein Zufall. Und dass die Welt gerade jetzt in einer unlösbaren Schuldenkrise steckt, sollte etwa nicht mit dem Ablauf der Dinge in Zusammenhang stehen? Dass gerade während der vergangenen Jahrzehnte die europäischen Staaten immer mehr von ihrer Souveränität abgaben, würde dies nicht ebenfalls in eine Strategie passen? Und was ist während des vergangenen Jahrhunderts noch alles passiert, was genau zu dieser Situation beigetragen hat, in der wir uns jetzt befinden?

Zu viele von uns glauben zu fest daran, dass es im Leben nur darum ginge, einfach reich zu werden, um dieses Leben auch genießen zu können. Zu wenige von uns fragen danach, was Dynastien dazu bewegt, ihre Macht von Generation zu Generation weiter auszubauen. Und bloß weil einige europäischen Monarchen von der Bildfläche verschwunden sind, heißt dies noch lange nicht, dass es nicht andere Dynastien gibt, die sich ähnlichen Zielen verschrieben haben, die ihre Macht von Generation zu Generation ausweiten.

Doch wie der Titel dieses Artikels bereits besagt, es ist unumgänglich, die geschichtliche Entwicklung zu analysieren. Ebenso wie es unumgänglich ist, einen Blick über den Rand des Schachbrettes zu werfen. Bei den Anschlägen vom 11. September 2001, die sich heute zum zehnten Mal jähren, handelt es sich um ein Schlüsselereignis. Je mehr Details wir in unseren Überlegungen berücksichtigen, die politische ebenso wie die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen hundert Jahre betrachtend, desto näher kommen wir einer Antwort. Und sobald wir eine solche auch nur im Ansatz gefunden haben, dürfen wir unsere Schlüsse darüber ziehen, was in der Zukunft noch alles auf uns zukommen wird.

Über Konrad Hausener