Freitag , 27 Mai 2016
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Wer einmal lügt … „Uncle Sam und die Wunderlampe“

oelllampeZweifellos kann sich die politische Führung eines Landes nicht immer leisten, dem Volk reinen Wein einzuschenken. Ergo ist es unvermeidlich, das Motiv für die Lüge zu analysieren. Dient sie dazu, etwas durchzusetzen, was dem Volk letztendlich zugute kommt, von diesem aber anfangs nicht so richtig verstanden werden kann? Oder handelt es sich um eine Lüge, durch welche das Volk schlicht hintergangen wird – oder gar die Weltöffentlichkeit? Das 21. Jahrhundert hat sehr rasch seine eigene Prägung erhalten: Der Krieg gegen den Terrorismus. Krieg gegen ein unsichtbares Phantom. Laden die nichterkennbaren Konturen dieses mysteriösen Gespenstes zu phantastischen, märchengleichen Konstruktionen ein, die sich weder be- noch widerlegen lassen?

Wenn Krieg gegen einen möglicherweise nichtexistenten Feind erklärt wird, so können wir davon ausgehen, dass dieser Feind von der gleichen Instanz erfunden wurde, von der er auch bekämpft wird, sofern es ihn wirklich nicht geben sollte. „Wer nicht auf unserer Seite steht, steht auf der Seite der Terroristen!“, gab George W. Bush der Welt unmissverständlich zu verstehen. Und dieser George W. Bush ist gleichzeitig für eine der größten, schwerwiegendsten und tödlichsten Lügen der Neuzeit verantwortlich. Unter seiner Regierung wurde vor den Vereinten Nationen behauptet, Irak unter Saddam Hussein würde über Massenvernichtungswaffen verfügen und somit eine internationale Bedrohung darstellen. Diese Behauptung wurde eindeutig als Lüge entlarvt. Der damalige amerikanische Außenminister Collin Powell trat aufgrund dessen, dass er – unwissentlich, wie er behauptet – diese Lüge vorgetragen hatte, von seinem Amt zurück. Powells gewiss korrekter Schritt wurde weitgehend ignoriert. Der Hauptverantwortliche, Präsident Bush, wurde niemals zur Rechenschaft gezogen. Als traurige Konsequenz dieses absolut ungerechtfertigten Krieges gegen den Irak wurde das vormals stabile Land restlos ruiniert, leidet bis heute unter regelmäßigem Blutvergießen und beklagt mehr als eine Million Todesopfer, die noch dazu von offizieller Seite ungestraft auf einen Bruchteil davon heruntergespielt werden. Wie harmlos wirken dagegen jene Verbrechen, die Saddam Hussein vorgeworfen wurden. Und für die er letztendlich mit seinem Leben bezahlte.

Das wäre die nachgewiesene Lüge.

Jetzt sollte man doch davon ausgehen, dass jemandem, der einmal eine Unwahrheit, die alle Grenzen sprengt, vor den Vereinten Nationen präsentiert hatte, an dessen Händen das Blut von einer Million völlig unschuldiger Zivilisten klebt, kaum mehr Vertrauen geschenkt wird. Und ein Nachfolger, der seine Wahl vorwiegend deswegen gewinnt, weil er dem Volk verpicht, die Kriege zu beenden, das Folterlager von Guantanamo Bay zu schließen, voreilig sogar mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird, kann sich von der Mitverantwortung nur dadurch entziehen, indem er die Wunden der Vergangenheit schließt, indem er die Kollektivschuld bekennt, anstatt das Vergangene zu ignorieren und in genau der gleichen Richtung weiter zu agieren.

Wie ist es möglich, dass der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika noch immer Vertrauen geschenkt wird? Wie ist es möglich, dass die Meinung der Mehrheit, hier ebenso wie dort, kritische Analysten des „Krieges gegen den Terrorismus“ geringschätzig zu „Verschwörungstheoretikern“ degradiert, wenn neben der einen nachgewiesenen Lüge noch dazu so viele Ungereimtheiten und Widersprüche vorliegen? Es wäre müßig, diese jetzt alle noch einmal aufzuzählen. Wer bis jetzt den Zusammenhängen des Terroranschlages vom 11. September und seinen Folgen kein kritisches Auge geschenkt hat, der wird sich durch die Widerholung dessen, was bereits in Dutzenden von bestens recherchierten Büchern behandelt wurde, nicht durch wenige Worte überzeugen lassen. Das plötzliche Ergreifen von Bin Laden, seine Liquidierung mit sofortiger Vernichtung der Evidenz, könnte das Ende dieser Episode aus „Tausend und einer amerikanischen Nacht“ sein. Vielleicht ist es aber auch der sogenannte Plot-Point, jenem markanten Ereignis in einer Filmgeschichte, das den Übergang von der Einleitung zum Hauptteil bildet.

Trotzdem möchte ich an dieser Stelle auf einen Kernpunkt der diesbezüglichen Analyse verweisen: Der allgemein respektierte englische Dokumentarfilmemacher Adam Curtis fertigte im Jahr 2004 eine bestens ausgearbeitete Dokumentation mit dem Titel: „The Shadows in The Cave“, an. Ausgestrahlt wurde sie u. a. von BBC und vom kanadischen Fernsehsender CBC. Meines Wissens in beiden Fällen jedoch nur einmal, und das zu später Stunde, wie es mit wirklich interessanten Dokumentation meistens der Fall ist.

Schon vor einem Jahr hat The Intelligence eine ausführliche Zusammenfassung mit dem Titel: „Gibt es Al-Kaida wirklich?“ veröffentlicht. Am Ende des genannten Artikels findet sich das Video in englischer Sprache. Wenige Fakten aus Adam Curtis Arbeit herauszulösen, würde diese der Überzeugungskraft berauben. Demzufolge rate ich dringlich, entweder das einstündige Video anzusehen oder zumindest den Artikel darüber zu lesen. Die Schlussfolgerung ist eindeutig: Bei Al-Kaida handelt es sich um eine amerikanische Erfindung!

Wie schon in einem anderen Beitrag erwähnt, verriet einer der größten Verbrecher der Menschheitsgeschichte, Adolf Hitler, in seinem Buch „Mein Kampf“ einige der Instrumente zur Täuschung der Massen. Eines davon wäre die Anwendung der „großen Lüge“. Je unverschämter diese ausfällt desto geringer sind die Zweifel, übersteigt es doch die Vorstellungskraft des Individuums, dass es jemand wagen könnte, noch dazu wenn es sich um eine Regierung handelt, eine Lüge derartigen Ausmaßes unters Volk zu werfen. Wie das Beispiel mit den Massenvernichtungswaffen im Irak jedoch eindeutig aufzeigt, ist keine Lüge wirklich groß genug, dass gewisse Politiker vor der Verbreitung zurückschrecken.

„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er die Wahrheit spricht!“ Warum ist die Bevölkerung der westlichen Welt so sehr bereit, den Rest der Geschichte zu glauben? Oberflächlichkeit? Ignoranz? Desinteresse? Vielleicht war es etwas voreilig, dem lateinischen Namen für unsere Spezies, „Homo“, auch noch „sapiens“ hinzuzufügen.

Über Konrad Hausener