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7 Tage, 1 Meinung - Das Internet besiegt die Macht der Bilder

7_tage_1_meinung_logoDiese Woche wurde so richtig klar, dass sich im Laufe der Enthüllungen zum Guttenberg-Skandal eine veritable Medien-Revolution ereignet hat. Die etablierten Massenmedien, Fernsehen und Boulevardzeitungen, jetzt besonders die BILD-Zeitung, ergriffen direkt oder indirekt Partei für Guttenberg. Die BILD-Zeitung ganz ausdrücklich, das Fernsehen durch das Arrangement der Bilder. Guttenberg ist ein Geschöpf von TV und Boulevardpresse, die durch Bilder die Menschen beeinflusst. Hätten diese Medien, wie noch vor einigen Jahren, die alleinige Macht besessen, dann wäre Guttenberg heute noch im Amt. Die Bilder vom schönen Baron hätten den Anfangsverdacht einer fingierten Dissertation schnell überlagert. Die Universität Bayreuth hätte Monate gebraucht, um ein Prüfergebnis vorzulegen, bis dahin wäre der Skandal längst aus den Medien verschwunden gewesen. Des Weiteren hätten die dramatischen Bilder des Aufstands in Libyen noch weiter dazu beigetragen, das Gerede um Guttenberg in den Hintergrund zu drängen.

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Jetzt aber war alles anders. Im Internet wurde sehr schnell eine Webseite eingerichtet, auf der alle Plagiatstellen gesammelt wurden. Dies ist mittlerweile nicht mehr schwer durch die Existenz von Suchmaschinen. Blogs, Facebook und Twitter liefen heiß und der Skandal blieb am Kochen. Darüber hinaus konnte sich der Protest aus der Wissenschaft, der dann in seiner Massivität wesentlich zum Sturz Guttenbergs beitrug, in der Form und so schnell nur über das Internet organisieren. Das ist die eine Seite. Der andere Aspekt wird erst jetzt deutlich. Neueste Umfragen zeigen, dass Internetnutzer in der Mehrheit für den Rücktritt Guttenbergs votieren, während die Nutzer der klassischen Medien einen Verbleib Guttenbergs wollen. Diese Spaltung beschäftigt schon die Wissenschaft. Einer der Thesen ist, dass die Macht der Bilder im Internet gebrochen wurde. Hier zähle mehr der Inhalt und der Text, die Internetnutzer seien informierter und kritischer.

Ein Treppenwitz der Geschichte. Jahrelang predigt uns das Feuilleton die Verdummung und Vereinsamung der Menschen durch das Internet und jetzt sind die gleichen Leute froh, dass das Internet den Anstand in der Politik gegen die BILD-Zeitung durchgesetzt hat. Eine Genugtuung für die Nerds, die plötzlich zur Schutzmacht des Bildungsbürgertums werden.

Chaos um den Kraftstoff E10

Der neue angeblich klimaschützende Biosprit E10 wird zum Rohrkrepierer und zum Fiasko für die Politik. Die Menschen wollen das Zeug nicht tanken. Die Mineralölwirtschaft stoppt vorübergehend dessen Einführung. Am Schluss zahlt die Zeche wohl trotzdem der Verbraucher, denn die Umweltbürokratie wird dann andere Branchen drangsalieren, schon sind höhere Energiepreise im Gespräch. Übrigens kostet der Anbau von Treibstoffpflanzen, Grundlage für Bio-Sprit, wertvolles Ackerland, besonders gefährlich in Entwicklungsländern. Die holzen für unseren „Bio“-Treibstoff sogar noch Tropenwälder ab.

China stellt seinen Außenhandel auf Yuan um

Nun ist es soweit. China verpasst dem Dollar einen schweren Schlag. Stück für Stück will das Riesenreich seinen Außenhandel nicht mehr in Dollar abwickeln, sondern in der eigenen Währung Yuan. Dies wird dramatische Konsequenzen für die Stellung des Dollar in der Welt haben, weil der Greenback seine Funktion als Weltleitwährung verlieren könnte. Darüber hinaus wurde bekannt, dass die USA viel mehr Schulden in China haben, als bisher bekannt. Auch das ein weiterer Mosaikstein, der ins Gesamtbild eines immer schwächeren Dollar passt. Interessant wird sein, wie die USA reagieren. Bisher hat noch keine Weltmacht freiwillig abgedankt. Kann sein, dass sich China warm anziehen muss.

Der Westen und das libysche Öl

Gaddafi wehrt sich weiter gegen seinen Sturz und mit dem Fortdauern der Kämpfe werden die Rufe nach einer Intervention des Westens lauter. Noch dazu steigt der Ölpreis aufgrund der Unruhen ständig an. Die Lage ist verzwickt, die USA fürchten, dass das Land in totale Anarchie fällt. Allerdings ist dem Vernehmen nach die US-Generalität sehr skeptisch gegenüber einer Intervention in dem nordafrikanischen Land. In der Tat wäre das ein riskantes Spiel. Niemand weiß, was einen dort erwartet. Womöglich befeuerte eine Intervention des Westens sogar den Widerstand und führte zu einer weiteren Radikalisierung.

Ein Kommentar von Christian Weilmeier


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