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Gipfeltreffen im Naturressort

deerhurstIm Mai trafen sich Mitglieder der Trilateralen Kommission in Dublin. Anfang Juni fanden sich die „Bilderberger“ in Sitges, Spanien, ein. Am kommenden Wochenende, vom 25. bis 26. Juni, versammeln sich die Repräsentanten der „Gruppe der Acht“ – kurz G8 genannt – im kanadischen Huntsville. Im Unterschied zu den beiden erstgenannten Treffen, handelt es sich beim G8-Gipfel um eine offizielle politische Konferenz, was jedoch nicht zwingend auf Transparenz verweist. Um auf mögliche Proteste und Demonstrationen zu reagieren, ist die kanadische Polizei mit mobilen Wasserwerfern ausgerüstet. 

Das Deerhurst-Resort-Hotel liegt in einer von jenen Gegenden Kanadas, die auch so aussehen wie man es vom zweitgrößten Land der Welt erwartet. Endlose Wälder, unzählige Seen, verschlafene Städtchen. Das Luxushotel mit eigenem Golfplatz liegt auf halbem Weg zwischen Huntsville und der Westzufahrt zum Algonquin-Park, einem Naturpark mit einer Ausdehnung von mehr als 7.600 Quadratkilometern, was etwa der dreifachen Größe des Saarlandes entspricht. Zum Hotel selbst führt eine einzige Straße, und die wird an diesem Wochenende natürlich hermetisch abgeriegelt sein. Natürlich, von der Seeseite könnte man sich vielleicht nähern. Demonstranten im Kanu!

Kanadischen Pressemeldungen zufolge, werden von den Sicherheitskräften auch mit Infrarot-Sichtgeräten ausgestattete Hubschrauber eingesetzt. Auf dass keine Terroristen wie Indianer durch den Wald schleichen mögen.

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Die acht Mitgliedsstaaten werden jeweils durch die Regierungsoberhäupter vertreten sein. Also, Angela Merkel, Nicolas Sarkozy, Silvio Berlusconi, Yukio Hatoyama, Stephan Harper, Dmitri Medwedew, der neu ins Amt gewählte David Cameron und – last not least – Barack Hussein Obama. Dazu gesellen sich noch die Vertreter der sogenannten G5-Staaten, Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika sowie Repräsentanten der Europäischen und Afrikanischen Union, UNO, WHO und noch ein paar mehr.

Und was steht am Programm? Die erwähnten Themenpunkte erinnern nur teilweise daran, dass sich die Welt in einer problematischen Wirtschaftskrise befindet. Wie die kanadische National Post berichtet, wird man die Gesundheitssituation von Müttern und Kindern in den ärmsten Ländern zu verbessern versuchen. Ferner soll die Einhaltung international bindender Abkommen diskutiert werden. Selbstverständlich auch Atomwaffensperrverträge mit Zielpunkt Iran. Staaten wie Pakistan und Jemen werden in der Themenliste als „verletzlich“ und „zerbrechlich“ bezeichnet, weil es dort zwar „funktionierende“ Regierungen gäbe, es sich aber trotzdem um eine Quelle des Terrorismus handle. Ach ja, Terrorismus selbst und natürlich auch Klimaschutz stehen auf der Tagesordnung.

algonquin_parkDie kurze Dauer der Konferenz berücksichtigend, wird wohl kaum Zeit bleiben, die Natur zu genießen, was zur Zeit allerdings ohnehin mit einem lästigen Problem verbunden wäre. Neben Stechmücken wimmelt es im wasserreichen Kanada nur so von sogenannten Black-Flies, harmlosen Fliegen ähnlich sehende Insekten, die aber leider beißen. Von Frühlingsbeginn bis Anfang August werden Wanderer und Pick-Nick-Fans regelmäßig, die Intensität hängt vom Wetter ab, von diesen Biestern gequält. An besonders schlimmen Tagen sieht man Spaziergänger mit Handschuhen und Imkermaske – kein Scherz!

 

Während das Treffen der G8-Staaten schon am zweiten Tag, also am 26. Juni, zu Ende geht, beginnt am gleichen Samstag der Gipfel der G20-Staaten, im 225 km südlicher gelegenen Toronto. Auch dieses Treffen ist für zwei Tage anberaumt. Zu den bereits genannten Staaten (G8 + G5) werden sich dazu noch Südkorea, Australien, Türkei, Indonesien, Saudi-Arabien und Argentinien gesellen.

Die hierzu genannten Themenpunkte erinnern jedenfalls etwas deutlicher an die Wirtschaftskrise. Das Problem der Staatsschulden und Budgetdefizite soll analysiert werden. Die gelegentlich erwähnte Möglichkeit einer Bankensteuer steht am Programm, globale Unausgeglichenheiten, Regulierungsmöglichkeiten der Kapitalmärkte und Energiepolitik.

toronto_nachtNatürlich lässt sich nicht ausschließen, dass die teilnehmenden Politiker möglichen Erleuchtungen unterliegen und – ganz im Geheimen – anstatt einer fortschreitenden Globalisierung eine Dezentralisierung aushandeln werden. Immerhin handelt es sich bei der Zusammenkunft um überwiegend demokratisch gewählte Repräsentanten von Ländern, in denen das Wohl der Bürger im Vordergrund stehen sollte. Im Gegensatz zu den Treffen der Trilateralen Kommission und den Bilderbergern, die sich aus Vertretern der Finanz-, Banken-, und übernationalen Konzernwelt zusammensetzen. Groß soll die Hoffnung für das Einschlagen einer situationsverbessernden Richtung jedoch nicht sein. Schließlich waren es, im Laufe des zwanzigsten Jahrhundert, ebenfalls demokratisch gewählte Politiker, die internationale Konzerne mit Privilegien ausgestattet und die Öffentlichkeit gleichzeitig in eine unlösbare Schuldenkrise geführt hatten. 

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