Dienstag , 27 September 2016
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Euro-Gruppen-Chef Juncker warnt vor einem dritten Weltkrieg

jean-claude junckerDie Euro-Krise ist noch lange nicht vorüber, erklärte der luxemburgische Premierminister am Montag vor versammelter Presse. Darüber hinaus verglich er das Jahr 2013 mit 1913, in dem die Menschen an Frieden glaubten, obwohl die Welt vor einem Krieg stand. Die Feststellung bezüglich der Krise lässt sich leicht nachvollziehen. Könnte es sein, dass der derzeit dienstälteste Regierungschef in der Europäischen Union über diplomatische Informationen verfügt, die ihn zu der Warnung bezüglich eines möglichen neuen Weltkriegs veranlassten?

Kurz vor dem Ausscheiden aus seinem Amt hielt Jean-Claude Juncker eine Ansprache, die auf mehreren Ebenen zum Nachdenken anregen sollte. Über einen der beiden wesentlichen Punkte berichtet auch Die Welt: Die Euro-Krise ist keineswegs vorbei!

Juncker warnte davor, sich Illusionen hinzugeben. „Wir sollten der Öffentlichkeit und den nationalen Parlamenten nicht den Eindruck vermitteln, dass alle Schwierigkeiten hinter uns liegen“, zitiert Die Welt ihn wörtlich. Damit widerspricht er eindeutig den beschönigenden Worten anderer europäische Politiker, zu denen auch Finanzminister Wolfgang Schäuble zählt, der Ende Dezember die Krise für beendet erklärte. Wie der jüngste Artikel der Welt informiert, liegt die österreichische Finanzministerin Maria Fekter und auch der französische Präsident Francois Hollande auf derselben Line.

Die von Otmar Pregetter oft gestellte Frage, wie es möglich sein soll, eine Schuldenkrise durch mehr Schulden zu bewältigen, wurde von den genannten Politikern niemals aufgegriffen. Dementsprechend kann es sich auch nur um blanken Unsinn handeln, zu behaupten, dass nach dem gravierenden Schuldenanstieg während der vergangenen Jahre die Krise zu einem Ende gekommen sei.

Auf die wesentlich gefährlicher klingende Warnung von Jean-Claude Juncker ging Die Welt überhaupt nicht ein. Dafür zitiert ihn jedoch der luxemburgische Sender RTL.lu:

Der Premier – ein wenig prophetisch- warnt, das Jahr 2013 könnte ein Vorkriegsjahr werden wie das Jahr 1913, wo alle Menschen an Frieden glaubten, bevor der Krieg kam.“

(Von luxemburgisch auf deutsch übersetzt von Alles-Schall-und-Rauch.)

Welches mögliche Kriegsszenario Jean-Claude Juncker dabei vorschwebt, ging aus seinen Worten nicht hervor. Als Zündfunke für einen internationalen Konflikt würde sich sowohl Syrien als auch der Iran anbieten. In beiden Fällen wird die derzeitige Regierung von den westlichen Industrienationen aufs schärfste kritisiert, während sowohl Russland als auch China sich gegen militärische Interventionen aussprechen.

So sehr zu hoffen ist, dass hinter Junckers Äußerung eher seine persönliche Meinung steckt, sollte sie doch zum Anlass genommen werden, den entsprechenden Entwicklungen während der kommenden Monate die verdiente Aufmerksamkeit zu schenken.

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