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Fukushima Update: Bis zum bitteren Ende

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oetziHätte sich Ötzi als letzte Mahlzeit vor seinem gewaltsamen Tod eine Fukushima-Forelle zubereiten können, sein Mörder hätte sich einen Pfeil gespart. Dank der hundertfach die Grenzwerte übersteigenden Radioaktivität, mit der die Forellen in dieser Region belastet sind, wäre er auch so verstorben. Allerdings qualvoll, mit Schmerzen und nach langem Kampf im Bewusstsein, dass er diesen nie gewinnen würde.

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Das ein oder andere Kind von Fukushima, das jetzt offensichtlich mit Schilddrüsenkrebs zu kämpfen hat und später mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an weiteren Folgen der Strahlenkrankheit leiden wird, dürfte sich indes den schnellen, überraschenden Pfeiltod und die Zeitreise in ein Jahrhundert herbeisehnen, in dem die Gefahr für Leib und Leben nicht unbedingt geringer, dafür aber einschätz- und überschaubar war.

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Wie auf Fukushima Diary nachzulesen ist, leidet mittlerweile fast jedes zweite Kind aus dieser Region unter Zysten bzw. Schilddrüsenknoten. Dabei wird es mit Sicherheit nicht bleiben. Dank verstrahlter Lebensmittel und belasteter Meeresorganismen breiten sich die Folgen still und leise immer weiter aus.

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Still und leise deshalb, weil nur wenig berichtet wird. Weil von Betreiberseite aus Profitgier Gefahren bewusst verharmlost wurden und nur selten so drastisch und deutlich darüber berichtet wird, wie in einem Artikel auf SpOn. Der belegt, dass TEPCO Tsunami-Risikostudien zurückhielt, weil diese ein sofortiges Aus des AKW Fukushima bedeutet hätten. Weitere haarsträubende Versäumnisse, ohne die es die folgenschwere Katastrophe im März 2011 vielleicht gar nicht gegeben hätte, werden wie folgt aufgeführt:

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  • Eine “mehrdeutige Befehlskette und die unzureichende Vorab-Koordinierung mit der Aufsichtsbehörde und dem Büro des Premierministers” hätten den Kampf gegen die Havarie der Reaktoren erschwert.

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  • Die Befehle aus dem TEPCO-Hauptquartier und aus dem Büro des Premierministers hätten außerdem für Durcheinander gesorgt.

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  • Man habe keine Informationen über den Status von wichtiger Ausrüstung austauschen und deshalb nicht schnell und angemessen reagieren können, zahlreiche unwichtige Informationen hätten die Entscheidungen zusätzlich verzögert.

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  • Es habe ein Mangel an Ingenieuren geherrscht, die Experten für den Aufbau der Systeme und deren Betrieb waren.

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  • Man sei nicht in der Lage gewesen, Notstrom-Batterien und Kompressoren schnell und problemlos miteinander zu verbinden.

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  • Wichtiges Material sei gar nicht vorhanden oder nicht schnell genug nachgeliefert worden.

  • Es habe keine Richtlinien des Managements für den Fall gegeben, dass Notfälle an mehreren Reaktoren zugleich auftreten

Worüber so gut wie gar nichts zu lesen ist, nur eben auf entsprechenden, meist englischsprachigen Seiten im Internet, ist die Gefahr, die von Blockruine Nummer 4 ausgeht: Sollte sie im Erdreich versinken, wie von Mitsuhei Murata, japanischer Botschafter in der Schweiz und im Senegal, befürchtet, könnte dies eine radioaktive Abgabe an die Umwelt bedeuten, die alles Bisherige bei weitem in den Schatten stellt. Der Block droht übrigens deshalb einzustürzen, weil TEPCO seit nunmehr eineinhalb Jahren Wasser in den Reaktor pumpt, um die im Abklingbecken gelagerten 1.535 Brennstäbe, insgesamt etwa 460 Tonnen Kernbrennstoff, vor Überhitzung zu schützen. Bricht die Ruine in sich zusammen, werden auch die Abklingbecken zerstört.

Nur Seiten wie Contratom haben diese Meldung aufgegriffen, seitens der WHO werden die Folgen von Fukushima wesentlich harmloser dargestellt.

Dies könnte man jetzt als Indiz dafür sehen, dass AKW-Gegner interessehalber mit Übertreibungen manipulieren. Wenn man manche Konversationsfetzen in Bus, Bahn oder Kantine aufgreift, dürfte dies immer noch die gängige Meinung sein:
„Unsere AKWs sind sicher; die Betreiber haben schließlich eine Verantwortung; wir sitzen ja alle in einem Boot; im AKW soundso läuft alles korrekt ab, das hat mir erst neulich ein Freund bestätigt, der dort arbeitet … als Reinigungsfachkraft für die Verwaltungsräume.“

Aber mal abgesehen davon, dass auch beim Blutkonservenskandal Drahtzieher verantwortlich zeichnen mussten, die mit verunreinigten Blutkonserven selbst die eigenen Kinder billigend gefährdeten, um ein paar Euro mehr scheffeln zu können (nur ein Beispiel von vielen), ist es die WHO selbst, die weltumspannend manipuliert. zumindest, wenn es um das Thema Strahlensicherheit und Atomenergie geht. Da ist die Weltgesundheitsorganisation nach wie vor durch das Abkommen “WHA12-40″ mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) verbunden, will sagen, mit dieser verstrickt und durch diese geknebelt. Die Interessen eben dieser IAEO haben schriftlich garantierten Vorrang. So ist es auch wenig verwunderlich, dass alle Autoren und Autorinnen, die an der Erstellung des WHO-Gutachtens zu den Folgen der Fukushimakatastrophe beteiligt waren, entweder Mitarbeiter der IAEO oder aber regierungsabhängiger nationaler Nuklearkommissionen und Strahlenschutzbehörden sind. Auch dies ist auf contratom zu finden. Brennpunkte, Talkshows oder Titelseiten zu diesem Thema gibt es nicht.

Wem dies aber zu abstrakt, zu weit entfernt erscheint und wer immer noch denkt, es ginge ihn nichts an, bei uns ist ja alles in Ordnung, dem sei folgende Dokumentation von Gesine Enwaldt ans Herz gelegt, um nach erfolgtem Verstehen sich entsetzt an Selbiges greifen zu können: „Die Atomlüge“: Wohlgemerkt, ausgestrahlt im Februar 2010, gut ein Jahr vor Fukushima. Geändert hat sich … wenig.

Seit Ötzi hat sich der Mensch weniger schnell weiterentwickelt als angenommen. Zu dieser Erkenntnis gelangten Wissenschaftler, als sie bei der berühmten Gletscherleiche einen Grad an Gefäßverkalkung feststellen mussten, den sie bisher nur den höchstens 200 Jahre alten Zivilisationskrankheiten zuordneten. Angesichts des fahrlässigen und verbrecherisch leichtsinnigen Umgangs mit technischen Errungenschaften sollte diese Erkenntnis durchaus auf die geistige Reife der gesamten Menschheit ausgedehnt werden.

Die Dokumentation “Die Atomlüge”:

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