Donnerstag , 29 September 2016
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Provozieren die USA einen Weltkrieg?

Koreakrieg, Vietnamkrieg, Irakkrieg, Afghanistankrieg, Angriff auf Libyen – doch die kriegerischste Nation der Welt, die Vereinigten Staaten, bezichtigt immer wieder andere Länder, den Weltfrieden zu gefährden. Der russische Abgeordnete Yevgeny Fyodorov äußerte neue Anschuldigungen, die USA würden einen dritten Weltkrieg vorbereiten. Und dazu sei ihnen jedes Mittel recht. Auch die Destabilisierung befreundeter Staaten wie Griechenland oder Ägypten.

us kriegsmarine

Dass Russland die Vereinigten Staaten der Kriegstreiberei bezichtigt, ist nichts Neues. Schon zu Beginn des Jahres 2010 wurden Analysen von Konstantin Sivkov, dem ersten Vizepräsidenten der russischen Akademie für geopolitische Angelegenheiten, bekannt, die besagen, dass sich ein dritter Weltkrieg bereits in der letzten von drei Vorbereitungsphasen befände. Nicht Kapitalismus versus Kommunismus sei die Konstellation, sondern Materialismus versus Idealismus. Wobei Sivkov davon ausging, dass Russland idealistische Standpunkte vertrete.

In der englischen Online-Ausgabe der Prawda wurde gestern Yevgeny Fyodorov, Duma-Abgeordneter und Vorsitzender des Komitees für Wirtschaftspolitik und Unternehmertum, zitiert, der ebenfalls glaubt, dass die Vereinigten Staaten den dritten Weltkrieg vorbereiten.

„Zurzeit gleitet die Welt in eine völlige Destabilisierung“, schreibt die Prawda, „die unvermeidbar in einem Weltkrieg enden wird.“ Der sowjetisch-afghanische Konflikt der 1980er-Jahre sei in Wahrheit ein Konflikt zwischen der UdSSR und den USA gewesen, wird ergänzend hinzugefügt.

Diesbezüglich möchte ich an ein, vom ehemaligen amerikanischen Sicherheitsberater Zbigniew Brezinski im Januar 1998 dem Nouvel Observateur gegebenes Interview erinnern, das zweifelsfrei erklärt, dass die Vereinigten Staaten die afghanischen Mudschaheddin – und somit Osama Bin Laden – unterstützten. Die Rechnung ist aufgegangen. Der ungewinnbare Afghanistankrieg brachte das Ende der Sowjetunion mit sich.

Yevgeny Fyodorov geht in seinen Anschuldigungen so weit, zu behaupten, die Vereinigten Staaten würden den internationalen Terrorismus unterstützen, um letztendlich ein „globales Feuer“ zu entfachen.

Auch bezichtigt er die Vereinigten Staaten als Auslöser der Eurokrise. Es waren amerikanische Rating-Agenturen, deren Herabstufung Griechenlands die Schuldenkrise ins Rollen gebracht hat. Ohne im Prawda-Artikel Erwähnung zu finden, war es nicht eine von Goldman Sachs unterstützte Manipulation der griechischen Bilanzen, die den Eintritt in die Eurozone erst ermöglichte?

Fyodorov ist nicht der Einzige, der hinter der Revolution in Ägypten ausländische Einflüsse erkennt. Wenn wir uns an die Art der Berichterstattung über die Unruhen in Kairo erinnern, so richtete sich diese zweifelsfrei gegen den damaligen Staatspräsidenten Mubarak, der über Jahrzehnte hinweg als Verbündeter der Vereinigten Staaten galt. Abgelöst wurde er durch wesentlich extremistischer eingestellte Kräfte.

Den pessimistischen Vorstellungen des Duma-Abgeordneten zufolge bedürfe es lediglich eines Verbindens territorialer Konflikte, um einen neuen Weltkrieg zu entfachen. Betrachten wir parallel dazu den seit Jahren angekündigten Krieg gegen den Iran und den schwelenden Konflikt zwischen Syrien und dem NATO-Staat Türkei, scheinen derartige Befürchtungen keineswegs unbegründet zu sein.

Schon im September hatte Fyodorov auf den bröckelnden Status des US-Dollars als Leitwährung verwiesen. Sollte sich diese seit Jahren erkennbare Tendenz einer Aufhebung der Vormachtstellung der US-Währung fortsetzen, so wäre nicht nur die wirtschaftliche Position der USA gefährdet, auch die Finanzierung des enorm teuren Militärapparates zur Kontrolle der Welt und gleichzeitiger Unterstützung einer bestimmten Finanzlobby wäre nicht mehr gesichert.

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