Mittwoch , 24 August 2016
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China warnt Israel und USA vor Angriff auf Iran

china aussenministeriumWährend sich in Deutschland die Diskussion darüber verliert, ob Günter Grass‘ Hinweis auf eine Bedrohung des Weltfriedens durch Israel als „antisemitisch“ einzustufen ist, spricht China eine neue deutliche Warnung vor einem Angriff auf den Iran aus. Chen Xiaodong, ein ranghoher Angehöriger des chinesischen Außenministeriums, richtete seine Botschaft dabei direkt an Israel und die USA. Jeder Militärschlag würde eine verheerende Gegenoffensive zur Folge haben.

Mit unglaublicher Beständigkeit bemühen sich die westlichen Medien den Eindruck zu vermitteln, als hätte der Iran eine isolierte Position gegenüber dem Rest der Welt eingenommen. Sowohl von russischer als auch von chinesischer Seite wurde dem Iran allerdings schon mehrfach Unterstützung zugesicher. Am vergangenen Freitag meldete sich Chen Xiaodong erneut mit einer Warnung zu Wort. Ihm untersteht jene Abteilung des chinesischen Außenministeriums, die sich für westasiatische und nordafrikanische Angelegenheiten verantwortlich zeichnet. In einer unmissverständlichen Botschaft erklärte er, dass jeder Angriff auf den Iran zu „verheerenden Gegenmaßnahmen einladen“ würde. Die beiden Länder unterhalten erstklassige Handelsbeziehungen, wobei Energieimporte aus dem Iran für die chinesische Wirtschaft von größter Bedeutung sind.

Sowohl eine Sperre der, für den Öltransport äußerst wichtigen, Straße von Hormus als auch ein empfindlicher Anstieg des Rohölpreises hätten katastrophale Auswirkungen auf die ohnehin schwer angeschlagene Lage der Weltwirtschaft. „Es möge 10.000 Gründe geben, einen Krieg zu beginnen, doch lassen sich die schrecklichen Auswirkungen nicht verhindern, wenn Menschen in Misere und Leiden getrieben werden, den Zusammenbruch der Gesellschaft und der Wirtschaft, ausgelöst durch die Flammen des Krieges“, zitiert ihn die iranische Nachrichtenagentur Fars wörtlich und fügt Xiadodongs dringlichen Aufruf hinzu: „Die internationale Gemeinschaft hat die Verantwortung, einen Krieg zu verhindern!“

Doch nicht nur im Iran und in China (u. A. Shanghei Daily) wird über diese Warnung berichtet, sondern auch in internationalen Medien, wie der israelischen Tageszeitung Haaretz, der italienischen International Business Times und sogar bei Reuters. Nicht die geringste Erwähnung findet sich hingegen, zumindest bis jetzt, in deutschsprachigen Nachrichtenquellen. Könnte dies vielleicht daran liegen, dass alle Vorwürfe gegen Grass, der schrieb: „Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden!“, schlagartig ihrer Rechtfertigung beraubt wären? China hätte genauso wenig Anlass wie der Iran, einen Militärschlag in die Wege zu leiten. Es sei denn, Chinas wichtigster Energielieferant erleidet einen Angriff. Dann wäre der angekündigte „verheerende Gegenschlag“ – leider – sogar angebracht. Und die Schuld wird wohl immer an dem haften bleiben, der den ersten Stein warf.

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