USA räumen Fehlinformationen ein: Wahres Ziel des Anschlags war Lisa Simpson (Achtung Satire!)
Washington - Nun ist die Katze aus dem Sack. Die höchsten amerikanischen Ermittler hatten es bei Bekanntgabe des von Iran geplanten Anschlages mit den Tatsachen nicht so genau genommen, sondern schamlos untertrieben. Die Weltöffentlichkeit war von Anfang an skeptisch - zu Recht, wie sich nun zeigt. Schon der Name "Operation Chevrolet" war frei erfunden. Tatsächlich hätten die Attentäter die geplante Bluttat sinnfällig als "Operation Springfield" bezeichnet, räumte FBI-Direktor Robert Mueller gestern auf einer weiteren Pressekonferenz ein. Auch sei zu keinem Zeitpunkt das mexikanische Drogenkartell "Las Zetas" verwickelt gewesen, vielmehr sollte die Vorbereitung durch die ungleich brutaleren kanadischen "Lumberjacks" erfolgen.
Die wichtigste Richtigstellung betrifft aber das Ziel des Anschlags. Die Bombe sollte weder in einem Restaurant in Washington platziert werden, noch habe sie dem saudischen Botschafter Al-Jubeir gegolten, offenbarte Justizminister Eric Holder. Geplant war die Detonation ihm zufolge in einem Wohnzimmer in der (wegen Geheimhaltung nicht näher lokalisierten) Kleinstadt Springfield. Sichtlich erschüttert gestand der Justizminister dann die ganze Wahrheit ein: "Ungeheuerlich ist aber, wer tatsächlich getötet werden sollte: Lisa Simpson!"
Anschließend übernahm FBI-Direktor Mueller für seinen entsetzten Vorgesetzten. Die Attentäter hätten die Absicht gehabt, die amerikanische Nation durch Ermordung ihrer freundlichen, klugen und nie erreichten Personifizierung bis ins Mark zu treffen, analysierte er mit kriminologischem Sachverstand. Aus Abhör-Protokollen wisse man zudem, dass in perfider Weise über Kollateralschäden gesprochen worden sei. "Dass Couch-Potato Homer und Tunichtgut Bart als verzichtbar angesehen wurden, mag mit den amerikanischen Werten vereinbar sein. Aber Marges und Maggies Tod mit einzukalkulieren, das ist abgrundtief böse!"
Nachdem er seine Fassung wiedergefunden hatte, erläuterte Justizminister Holder abschließend die Motivation der US-Regierung, zunächst nur Teilwahrheiten an die Öffentlichkeit zu bringen. Man habe nicht von ernst zu nehmenden innenpolitischen Problemen wie Rezession und Haushaltskrise, dem beginnenden Wahlkampf und den sich ausbreitenden Sozialprotesten ablenken wollen. Auch sei zu befürchten gewesen, dass die erschreckende Wahrheit womöglich anti-iranische Ressentiments schüre, was im Widerspruch zu den Leitlinien der US-Politik stehe.
Diese Vorsicht war offenbar berechtigt. Noch während die Pressekonferenz übertragen wurde, drehten empörte Demonstranten in New York ihre "Occupy Wallstreet"-Transparente um und forderten stattdessen: "Invade Tehran!"
Ein Beitrag von Walter Klotz





