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Kritik gegen den Dalai Lama

tibetflaggeHeute, Donnerstag, fand der, von China massiv kritisierte, Besuch des Dalai Lama bei Präsident Obama im Weißen Haus statt. Um den privaten Charakter hervorzuheben, wurde nicht das „Oval Office“, wo Staatsbesuche abgehalten werden, sondern das sogenannte Kartenzimmer für den Empfang gewählt. Die Presse war ausgeschlossen. Während der Dalai Lama in der westlichen Welt höchstes Ansehen genießt, finden sich aber auch immer wieder Kritiker, die sogar die Ansichten Chinas teilen. Ein amerikanischer Historiker, Dr. Webster Tarpley, gab vor kurzem dem russischen Fernsehsender, RT, ein Interview – und er scheint auf der Seite der Chinesen zu stehen.

Mit: „Wer ist dieser Dalai Lama?“, begann Tarpley seine minutenlangen Ausführungen, um rasch zu erklären, dass er eine Last für den amerikanischen Steuerzahler darstelle. Die CIA würde sein aufwendiges Leben finanzieren. Vergleichszahlen mit den Kriegskosten in Afghanistan stellte er dabei nicht an.

Ausführlich versuchte er zu erklären, wie sehr die Bevölkerung unter der tibetischen Feudalherrschaft gelitten hätte, nicht ohne einen Vergleich mit dem „dunklen Mittelalter“, „the dark ages“, anzustellen. Drei Viertel seien Leibeigene gewesen, behauptet Tarpley, ohne jedoch näher darauf einzugehen, wie dieser Status im ehemaligen freien Tibet zu verstehen sei. Ja, dass 15 Prozent der Bevölkerung in Klöstern lebten (andere Schätzungen sprechen sogar von 25 Prozent), und die meisten Mönche arm gewesen seien, stört Tarpley auch, ohne zu erklären, in welchem Land der Welt reiche Mönche leben.

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Tibet, als eigenständiges Land mit dem Dalai Lama als geistigen Führer, würde, insbesondere von Hollywood, idealisiert werden. Tarpley weiß es besser: „Es war nicht Shangri La, sondern die Hölle auf Erden!“

Vielleicht sollte Mr. Tarpley Tibeter nach ihrer Meinung fragen, die zu Scharen versuchen, dem chinesischen Tibet zu entfliehen, deren Proteste von der chinesischen Polizei brutal niedergeschlagen werden. Vielleicht sollte er Heinrich Harrers Buch Lesen, das von seinen sieben Jahre in Tibet, zur Zeit der chinesischen Besetzung, erzählt. Vielleicht sollte er sich mit den Zahlen der Todesopfer unter den „Befreiten“ auseinander setzen. Dass junge Mädchen zwangssterilisiert werden, dass arbeitsfähige Tiber in chinesische Lager verschleppt werden, von all dem scheint Mr. Tarpley nichts gehört zu haben. Vielleicht sollte er sich doch näher mit Geschichte auseinander setzen.

Das wäre das Interview im russischen Sender RT:

 


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