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Steht das Imperium vor dem Zusammenbruch

colloseumDie Frage bezieht sich natürlich auf das amerikanische Imperium, die weltweit größte Militärmacht und gleichzeitiges Paradebeispiel für Demokratie und freie Marktwirtschaft. Harvard-Professor und Autor mehrerer Bücher, Niall Ferguson, betrachtet die amerikanische Vormachtstellung keinesfalls als gesichert. Als Wendepunkt erkennt er die Situation, wenn die Kosten für die Staatsschulden jene der Landesverteidigung übertreffen. In prominenter Gesellschaft hielt Ferguson die Eröffnungsrede beim diesjährigen Aspen Ideas Festival

Beim Aspen-Institute handelt es sich um eine, 1950 gegründete, Non-Profit-Organisation  mit Hauptsitz in Washington sowie mehreren Niederlassungen, u. a. in Aspen, Colorada, dem ursprünglichen Stammsitz der Vereinigung, aber auch in Berlin, Rom, Lyon, Bukarest, Tokio und Neu-Delhi. Beim diesjährigen Ideen-Festival fanden sich Persönlichkeiten wie der US-Generalstaatsanwalt Eric Holder, Microsoft-Gründer Bill Gates, Senator Dianne Feinstein, Milliardär Mortimer Zuckerman sowie der ehemalige Vorsitzende der privaten amerikanischen Notenbank, Allan Greenspan, ein.

Unter Hinweis auf das russische bzw. römische, verwies Ferguson darauf, dass Imperien sehr rasch zusammenbrechen können. Die Situation der Vereinigten Staaten bezeichnete er als „an der Grenze zum Chaos“. „Ich glaube, das ist ein Problem, das wirklich sehr bald entstehen wird. In diesem Sinne meine ich, innerhalb der nächsten zwei Jahre!“, drückte Ferguson seinen Pessimismus aus. Zwar nicht als einzigen, aber doch sehr wesentlichen Punkt nannte er den Umstand, dass die Zinsleistungen für die enormen amerikanischen Staatsschulden zum ersten Mal in der US-Geschichte nahe daran seien, die Militärausgaben zu übertreffen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll dies der Fall sein.

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Mit dem Beginn der Wirtschaftskrise hätte Amerika einen Teil seiner Macht abgegeben, und China sei das Land, das diese Macht absorbiere. Dazu erklärte er:

„Ich bin gerade von einer zweiwöchigen Reise aus China zurückgekehrt und oft hörte ich dort: ‚Sie können uns über die Überlegenheit Ihres Systems nicht mehr belehren. Wir brauchen von Ihnen nichts über finanzielle Organisationen zu lernen und schon gar nichts über Demokratie. Wir sehen, wohin es Sie geführt hat.’“

Während Ferguson keineswegs glaubt, dass die Welt ohne Amerika ein angenehmer Platz wäre, beurteilt er die Situation aber auch nicht als hoffnungslos. Amerika müsse die Quellen der Macht neu aufladen. Und damit meinte er im speziellen technische Erneuerungen und Unternehmensgeist. „Das sind die Dinge, die Amerika zur weltweit größten Wirtschaftsmacht geformt haben. Und die kritische Frage lautet: Wird es uns gelingen, alles wieder in Ordnung zu bringen? Können wir die Situation in einer Art beleben, dass wir am Ende aus diesem Loch herauswachsen, so wie wir aus den 1970er Jahren und – natürlich – aus den 1930er Jahren herausgewachsen sind?“

 

Quelle: Aspendailynewsonline


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