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Neue Einwanderungswelle in die EU

grenze_deutschlandVielleicht las man es, ganz beiläufig, wie in Mazedonien, Serbien und Montenegro die Aufhebung der Visa-Pflicht für die Schengen-Staaten zelebriert wurde. Umsatzsteigerungen für Reisebüros wurden erwartet. Endlich können auch dort die Menschen problemlos ihren Urlaub auf den Balearen verbringen. Die Reisebüros sind vorläufig allerdings etwas enttäuscht. Gute Geschäfte gibt es nämlich nur für Busunternehmer, und zwar mit Transporten in Richtung Norden. Allein das mazedonische Außenministerium registrierte, während der ersten beiden Monate dieses Jahres, rund 170.000 Ausreisen. Zwei Drittel davon kehren nicht mehr zurück.

Während in Deutschland das Problem von Hundertausenden von Harzt-IV-Empfängern diskutiert wird, darf man natürlich auch nicht vergessen, dass wir unseren „enormen Reichtum“ letztendlich mit den armen Menschen dieser Welt teilen müssen. Natürlich reisen nicht alle Bewohner der drei Balkanstaaten direkt nach Deutschland. Ein Teil bleibt in Österreich, andere ziehen weiter nach Belgien, nach Holland und sogar bis nach Schweden. Ach ja, die Schweiz darf nicht vergessen werden, die ja zu den Schengen-Staaten zählt.

Vom Traum des Reichtums der EU-Länder geblendet, trennen sich die ärmsten Bewohner der Balkanländer von ihrem geringen Besitz, um die Reisekosten zu finanzieren. Was wird erwartet, ohne Sprachkenntnisse und ohne entsprechende Ausbildung? Ein Arbeitsplatz oder staatliche Unterstützung? Auf die Möglichkeit zu verweisen, dass es für einige (wie viele mögen es sein?) auch andere Verlockungen geben könnte, die sich nicht im Rahmen des Gesetzes bewegen, wäre, dem neuen Zeitgeist entsprechend, natürlich politisch nicht korrekt.

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Ganz egal wie man den Suchbegriff für „Google-News“ auch formuliert, die Nachrichten sind spärlich. Die Welt-Online wartete am 3. März mit einem Artikel auf, der die Überschrift trägt: Mit Doppeldeckerbussen ins gelobte Land trägt. Die österreichische Tageszeitung Kurier schrieb am 25. Februar über die Völkerwanderung vom Balkan. In diesem Artikel wird auch erwähnt, dass die Zahl der ausgereisten Mazedonier 170.000 betrage, und zwei Drittel kehrten nicht mehr zurück. Das wären rund fünf Prozent der Bevölkerung, die eine neue Heimat sucht. Während er ersten zwei Monate.

Dann berichtet noch der Schweizer Tagesanzeiger vom massiven Anstieg der Asylgesuche aus Mazedonien. Einige Beiträge mag es noch geben, die sich jedoch mittels der Finger einer Hand zählen lassen. So beiläufig liest man dann auch noch im Islamischen Portal, dass auch Bosnien auf Visa-Freiheit hofft.

Mehr als 100.000 Neuzuwanderer aus Mazedonien. Wie viele kamen aus Serbien, wo mehr als dreimal so viele Menschen leben? Und Montenegro? Und bis jetzt sind erst zwei Monate um, seit die Visa-Freiheit eingeführt worden ist. Warum wird darüber nicht mehr berichtet? Ist es die große Angst, sich als Opfer der Xenophobie abgeurteilt zu finden? Ich, als Autor dieses Beitrages, brauche mich davor jedenfalls nicht zu fürchten. Da, wo ich lebe, in Kanada, bin ich nämlich selbst ein Xeno und kann somit schwerlich vor mir selbst Angst empfinden. (Und ob es wirklich etwas mit „Phobie“ zu tun hat, wenn ein Deutscher sich daran stößt, dass er im eigenen Land seine Muttersprache immer seltener hört, sei dahingestellt.)

Welche Probleme mit dieser neuen Einwanderungswelle entstehen könnten, darüber mag der Leser selbst nachdenken. Ich erachte es vorläufig auch gar nicht als notwendig, darüber zu spekulieren. Der Punkt, auf den The Intelligence hier aber eindringlich verweisen möchte, ist die mangelnde Berichterstattung. Kaum eine Zeitung vergaß, über das Kind zu schreiben, dass am New Yorker John F. Kennedy-Flughafen ein paar Sprüchlein ins Mikrophon sagen durfte. Über eine getötete Trainerin im Walbecken weiß jeder sofort bescheid. Hunderte Berichte finden sich über Hannelore Kraft, die Hartz-IV-Empfänger zu mehr Aktivitäten anregen möchte. Über eine Welle neuer Sozialhilfe-Empfänger, die vorläufig allerdings in anderer Form kostspielige Unterstützung finden, jedoch genauso aus dem Steuersäckel beglichen, darüber schweigen sich die Medien aus. Wir nicht!

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  05.02.2012 The Intelligence
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