Deutschland in der Euro-Haftung
Die Ratingagentur Standard & Poors droht Deutschland mit dem Entzug des Top-Triple-A-Ratings. Ein Fanal für die Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Euro-Schulden-Minister Wolfgang Schäuble. Jetzt auf die bösen Amerikaner einzuschlagen, wie es gerade wieder passiert, ist allerdings reine Heuchelei.
Nun hat sie es also getan, die böse, böse Ratingagentur S&P. Deutschland mit einem Entzug der Top-Kreditwürdigkeit gedroht. Jetzt wird wieder eingedroschen auf die üblen Amerikaner. Ein bisschen Anti-Amerikanismus braucht es ja zur Gründung des Superstaats Europa. Ich bin froh, dass es diese „bösen“ Ratingagenturen gibt und dass sie die heile, bunte Euro-Schuldenwelt immer wieder attackieren und die Wahrheit sagen. Man stelle sich nur vor, die EU-Kommission könnte bestimmen, wie sie wollte und es gäbe nicht mehr die von der EU unabhängigen US-Ratingagenturen. Dann wären wir angekommen in der orwellschen Fiskalunion. Deutschland in einer fröhlichen, bunten Haftungsunion für alle Länder Europas. Es geht uns gut, wie drucken Geld. Alles für den Frieden.
Das hätten sie gern, unsere Euro-Strategen. Doch es gibt immer wieder diese US-Finanzboys, die einfach nicht ihren Mund halten können. Natürlich sind das keine Heiligen, natürlich haben die Eigeninteressen, aber ebenso natürlich sprechen sie aus, was offenbar ist: Deutschland haftet für Europa, steht mit dem gesamten Volksvermögen ein für die Fehler anderer. Das ist Fakt und den benennen die Ratingagenturen. Es ist vollkommen klar, dass Euro-Deutschland keine Top-Bonität mehr hat. Wie denn auch? Deutschland kann die Lasten überhaupt nicht mehr tragen, die uns Merkel und Sarkozy aufbürden. Es ist wichtig, dass die Wahrheit endlich auf den Tisch kommt. Die Zeit des Eiapopeia ist zu ende, die Wirklichkeit hat uns eingeholt.
Was ist zu tun? Weg mit dem Feindbild USA. Lassen wir es nicht zu, dass die verkrachten Euro-Politiker sich einen äußeren Feind suchen, um von den Problemen abzulenken. Nicht die Überbringer der schlechten Botschaften sind schuld, sondern die Verursacher der schlechten Lage. Und die sitzen in Europa. Es sind die gleichen Leute, die einen Euro-Superstaat bauen wollen, damit sie endlich Weltpolitik machen können. Dabei schaffen sie es nicht mal, den eigenen Laden in Ordnung zu halten. Jetzt kommt es zum Schwur, die politische und ökonomische Vernunft muss sich durchsetzen.
Ein Kommentar von Christian Weilmeier





