Ein Rechenfehler: Die Schuldenkrise gab es gar nicht (Achtung Satire!)
Brüssel – "Natürlich, meine Damen und Herren, die Zahlen sind nach wie vor gewaltig, aber: Es ist alles Guthaben. ALLES !" verkündete ein strahlender Manuel Barroso. Die europäischen Partner seien nach dem Bekanntwerden der Bilanzfehler bei der Hypo Real Estate skeptisch geworden und hätten eigene Nachforschungen angestellt. Ergebnis: Jeder der vorher so genannten "Krisenstaaten" besitzt Rücklagen in dreistelliger Milliardenhöhe, Italien sogar mehr als eine Billion Euro.
Der Präsident der Europäischen Kommission konnte bei der am späten Abend einberufenen Pressekonferenz seine Freude kaum zügeln, als er die Ursache der schon etwas überraschenden Korrektur erläuterte. "Wie Sie wissen, sind die EU-Staaten schon lange um Kostendämpfung bemüht." Im Zuge von Outsourcing-Maßnahmen hätten sich die Regierungen bereits 2001 nach einer günstigen Alternative für die Buchhaltung ihrer Staatshaushalte umgesehen. Durch eine E-Mail aus Sierra Leone sei man auf eine kleine, "an sich zuverlässige" Firma gestoßen, die zufällig auch für die Hypo Real Estate die laufende Buchführung erledigte. Das nun zutage getretene Problem sei gewesen, dass die afrikanischen Partner noch mit 17-Zoll-Bildschirmen arbeiten. "Bei den Zahlen, die da verarbeitet werden, verschwindet das Plus oder Minus davor schnell am linken Bildschirmrand."
Barroso zeigt Verständnis für diese Schwierigkeiten und kündigte an, die EU-Staaten würden ihre Zusammenarbeit mit dem kleinen afrikanischen Unternehmen fortsetzen. "Ein Jahreshonorar von 1.000,- Dollar pro Staatshaushalt ist schließlich unschlagbar billig, zudem ist die Firma mit 15 Angestellten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in dem kleinen Land." Die EU-Kommission wie auch die nationalen Regierungen seien allerdings übereingekommen, die Arbeitsplätze gerade im Hinblick auf die Zukunft mit 21-Zoll-Monitoren auszustatten. "Das wird unser aus dem Entwicklungshilfe-Fonds bezahltes Gegengeschenk für die angenehme Überraschung." erklärte der Präsident der EU-Kommission abschließend.
In einer ersten Stellungnahme zeigte sich die deutsche Bundesregierung gelassen. "Wussten wir längst, aber warum sollten wir die Spannung kaputtmachen?" kommentierte der Regierungssprecher sei(b)ernd. Die vorgebliche Krise habe der Bundeskanzlerin eine wunderbare Rolle als Retterin geboten, der Bundestag spure endlich, wie er solle und Europa entwickle sich schließlich doch noch in die richtige Richtung. "Immerhin bewegt jetzt endlich auch Berlusconi seinen Arsch, erhöht das Rentenalter und schafft Kündigungsschutz und Mindestlöhne ab."





