Frag das Volk: Klares Nein zu neuem Asylanten-Lager in Österreich
Zwei Asyl-Erstaufnahmezentren, wie sie politisch korrekterweise nun genannt werden, gibt es im kleinen Land Österreich bereits, und zwar in Traiskirchen, unweit südlich von Wien, und in Thalham, im Bundesland Oberösterreich. Es war geplant, ein drittes zu errichten, und zwar in der kleinen südburgenländischen Gemeinde Eberau, direkt an der Grenze zu Ungarn gelegen. Es wurde diskutiert, diktiert, erklärt, beschönigt, vom Wirtschaftsaufschwung für die Region fantasiert, doch letztendlich entschied man sich zu dem, was dem Sinn der Demokratie entsprechen sollte. Die 995 stimmberechtigten Eberauer wurden eingeladen, ihre Meinung kund zu tun. Mit 90 Prozent, deutlicher geht’s wohl nicht mehr, hat man sich dagegen ausgesprochen.
Mit 81,6 Prozent war die Beteiligung, für eine Volksbefragung, ungewohnt hoch. Der exakte Prozentsatz, der sich gegen das geplante Lager aussprach, beträgt 90,14. Gut, die Motivation, die Mühe des Urnenganges auf sich zu nehmen, ist natürlich auch entsprechend höher, wenn die einzelne Stimme einen Wert von 1/1000 repräsentiert und nicht einfach unter Millionen anderer Stimmen ins Nichts verschwindet. Dann lässt sich im 1000-Seelen-Dorf auch noch Stimmung machen, was bedeutet, die Ansichten des Einzelnen bleiben vernehmbar und gehen nicht im Gewirr der Medienberichterstattung unter. Kurz gesagt, in Eberau wurde Demokratie in reinster Form praktiziert.
Auch wenn Ergebnisse von Volksbefragungen politisch nicht bindend sind, erklärte Österreichs Innenministerin, Maria Fekter, dass sie die Entscheidung respektieren wird.
Und vielleicht sollte man das Volk auch anderswo und öfters nach seiner Meinung fragen, auf dass sich vielleicht langsam verstehen lässt, warum unser System Demokratie genannt wird.
Quelle: Kurier.at




