Montag , 25 Juli 2016
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Politiker manipulieren Twitter Profil – FPD im Schussfeld

FDPDie FDP ist aktuell nicht sehr populär – zu viel ist geschehen. Dementsprechend kämpft die Partei offenbar auf allen Ebenen um Fans, und auch einen Twitter-Account unterhält die Partei. Der verzeichnete zwar bis zum 6. Februar 2013 nur wenige Follower, aber bis zum 19. Februar 2013 hatte sich deren Zahl schon vervielfacht. Sehr eigentümlich, denn mit rechten Dingen ging das wohl nicht zu. Was war passiert?

 

Fake-Profile oder echte Follower?

 

Der rasante Anstieg von 6.347 Follower auf 36.702 Follower innerhalb von nur zwei Wochen ist schon recht verdächtig, das ist auch in den Reihen der FDP bekannt. Allerdings weiß man dort angeblich nicht, was passiert ist. Es fanden keine Kampagnen statt, keine Aktionen, keine außerordentliche Werbung. Dennoch lässt sich das schnelle Wachstum der Fangemeinde ganz gut dokumentieren – die Inernetplattform Plurograph stellt es grafisch dar. Und das führte ziemlich schnell zu Nachforschungen. Der ZDF-assoziierte Blogger Jens Schröder konnte nachweisen, dass es sich um sogenannte Fake-Profile handelt, also um Profile, hinter denen keine realen Personen stecken. Es gibt keine 36.000 Follower, sondern weitaus weniger. Wie kommen diese Fake-Profile zustande? Dafür mag es mehrere Erklärungen geben. Eine Möglichkeit ist, dass sich die FDP an einen der zahlreichen Dienstleister gewandt hat, um mehr Fans zu kreieren. Das wird von der Partei allerdings dementiert. Eine weitere Möglichkeit ist, dass sich jemand einen Scherz erlaubt hat, um der Partei eine große Gefolgschaft anzuhängen und sie so in Zugzwang und entsprechenden Misskredit zu bringen. Jeder, der mit einem Computer umgehen kann und über entsprechende Kenntnisse bezüglich der Nutzung von Twitter verfügt (und viel Zeit hat), kann virtuelle Profile anlegen. Oder ein tatsächlicher Anhänger oder Politiker der FDP machte sich in Eigenregie die Mühe, eine große Fangemeinde zu schaffen – allerdings wird auch das aus den Reihen der FDP noch bestritten. Was tatsächlich passiert ist, wird sich so schnell wahrscheinlich nicht klären lassen.

 

Pressesprecher und Erklärungen

 

Der Süddeutschen Zeitung (Online-Version) wurde von einem Pressesprecher der FDP folgendes erklärt, dass die FDP definitiv keine Follower kaufe (Zitat gefunden auf: http://www.horizont.net). Spekulationen gibt es allerdings auch. Da die meisten Accounts der virtuellen und fiktiven Fans möglicherweise aus dem Ausland stammen könnten, kam es zu einer amüsanten, aber nicht sehr glaubwürdigen Theorie: FDP kann in der portugiesischen Sprache die Abkürzung für „filho da puta“ sein – in der deutschen Übersetzung „Hurensohn“. Klar, dass ein solcher Twitter-Account in Portugal und Brasilien sowie in anderen portugiesischsprachigen Ländern Follower hätte. Seltsam wäre allerdings auch in diesem Fall, warum die Fangemeinde ausgerechnet in den zwei Wochen Anfang bis Mitte Februar so sprunghaft angewachsen ist. Insofern kann diese Theorie wohl für Erheiterung sorgen, aber nicht ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Zumal die portugiesische Abkürzung nicht erst im Februar 2013 bekannt und auf Twitter genutzt wurde.

 

Die Blogger-Szene

 

… macht sich auch ihre Gedanken. Es war der Blogger Jens Schröder (Hyperland), der die Fake-Profile als solche enttarnte. Ein weiterer Blogger, Andreas Rabe (Addis Techblog) berichtete schon am 8. Februar über das enorme Wachstum der Followergemeinschaft der FDP. Er konnte auf einen Screenshot der Seite Fandealer.de zurückgreifen, der zeigt, dass wohl ein FDP-Account Follower für Twitter kaufen würde. Rabe erklärte schon, dass das nicht unbedingt auf eine offizielle FDP-Aktion hinweisen müsse, sondern alles mögliche bedeuten könne – von einem Einzelgänger innerhalb der FDP, der sich hervortun will, über einen gefakten Screenshot bis hin zu einem unautorisierten Zugriff auf den Twitter-Account der FDP. Die Seite Fandealer.de bestätigte inzwischen, dass für den Twitter-Account der FDP tatsächlich Follower-Profile gekauft wurden – allerdings nur 922. Diese Kaufaktion ging „ANGEBLICH“ nicht auf ein Mitglied der FDP zurück, sondern auf einen Politiker einer anderen deutschen Partei. Der Name wird in der Presse aus Datenschutzgründen „NATÜRLICH“ nicht genannt.

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