Samstag , 16 Dezember 2017
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OK für Fracking in Deutschland – Wenn die Erde ausgesaugt und vergiftet wird

Rig wind riverFDP und CDU sprechen sich im Bundestag für eine Erlaubnis der umstrittenen Erdgas-Fördermethode “Fracking“ aus. Eine großflächige Realisierung ist angedacht, nur in Wasserschutzgebieten soll es ein Verbot geben.

Während sich die Bundesregierung gegen den weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien ausspricht und “Fracking“ in bis zu 85 Prozent von Deutschlands möglichen Abbauflächen genehmigen will, gibt es heftigen Gegenwind. Regierungsparteien und Opposition aus den einzelnen Bundesländern wehren sich gegen die Einigung von CDU Umweltminister Peter Altmeier und dem Bundesvorsitzenden der FDP Phillip Rösler. Auch die Opposition im Bundestag spricht sich klar dagegen aus. Die Folgen und Gefahren des “Frackings“ sind absolut unklar. Energieunternehmen, Wissenschaftler spielen die möglichen Folgen herunter und versuchen dies, zu verharmlosen.

Das “Fracking“ beschreibt eine Erdgas-Fördermethode unter Einwirkung eines Gemisches von: Luft, Wasser und Chemikalien. Diese werden durch tiefe Bohrleitungen tief in das Erdreich eingetrieben. Unter Druck wird das Gemisch in lokalisierte Erdgasfelder eingepresst und zutage gebracht. Rückstände des Eingriffs sollen wieder abgesaugt werden. Während die Energieunternehmen und Erdgasförderer die Harmlosigkeit der Chemikalien unterstreichen, gibt es kritische zahlreiche Meinungen und Erfahrungsberichte, die eine Belastung des Erdreichs und des Grundwassers beschreiben und bestätigen.

Die Annahme das “Fracking“ eine neue Methode beschreibt ist auch nicht korrekt. Bereits Anfang der 1960er Jahre gab es die ersten Feldversuche auf deutschem Gebiet. Inzwischen wurden mehr als 300 solcher “Fracks“ durchgeführt und es gibt durchaus bescheinigte Vorfälle mit Chemikalien, die wie in Niedersachsen, das Erdreich verseucht haben. Das ZDF berichtete in einer Frontal Sendung vom 05.06.2012 von einem Erdgasbohrungsvorfall, bei dem in Niedersachsen hochgiftiges Benzol in das Erdreich eingedrungen ist. Dieses musste mit Lastwagen abgebaut und abtransportiert werden. Der Anstieg von Krebserkrankungen und Tierarten-Sterben im engeren Radius solcher Gebiete wie in Niedersachsen, sind aber unbestätigte Beobachtungen.

Auch in den USA wo das “Erdgas bohren“ einen großen wirtschaftlichen Boom beschreibt sind die ökologischen und gesundheitlichen Folgen äußerst drastisch. Hier müssen die Anwohner teilweise mit Wasservorräten über Lkw-Lieferungen versorgt werden, da das örtliche Grundwasser so stark vergiftet ist.

Der österreichische Reporter und Journalist Martin Leidenfrost hat in seiner Dokumentation “Gas Monopoly“ (Februar 2012 auf Arte) das Thema sehr ausführlich behandelt und Erschreckendes über das angeblich so sicherere und unbedenkliche “Fracking“ herausgefunden. In dieser Reportage wird dem Zuschauer auch bewusst gemacht, wie weit die Regierung und auch ehemalige deutsche Staatsmänner im Thema Energiewirtschaft eingebunden sind und dies nicht nur auf nationaler Ebene.

Bildquelle: By The Pinedale Field office of the BLM. [Public domain], via Wikimedia Commons

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