Sonntag , 11 Dezember 2016
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Digitale Stromzähler: Wenn aus freiwillig Pflicht wird

Während die Energiewende schwächelt, kommt nun von der Politik ein weiterer Vorstoß. Und wie könnte es anders sein: Statt, dass sich die Politiker die Hände schmutzig machen, werden erneut die Verbraucher in die Pflicht genommen. Nutzen hin oder her…

Digital löst altbekannt ab

Wenn es nach der Politik ginge, sollte sich jedes Zuhause schnellstmöglich in ein Smart Home verwandeln. Intelligente Elektrogeräte und digitale Stromzähler sollen die Energiewende vorantreiben, wenn alles andere versagt.

Doch die Sache hat natürlich einen Haken. Es wird zwar groß damit geworben, dass Stromkunden dank der digitalen Zähler Kosten sparen können. Wie aber unter anderem auch die Wirtschaftswoche schreibt, beläuft sich diese Ersparnis für Privatkunden zunächst aber wohl lediglich auf rund 20 Euro im Jahr.

Diese Ersparnis ist es gewiss nicht, die den Bundestag dazu bewegt hat, die intelligenten Stromzähler zur Pflicht zu erklären. So hat vor allem die große Koalition mit ihren Stimmen beschlossen, dass bei einem Verbrauch über 6000 Kilowattstunden der digitale Stromzähler zur Pflicht wird. Für Unternehmen ab dem kommenden Jahr, für Privathaushalte ab dem Jahr 2020. Dabei kann es durchaus sein, dass Vermieter ihren Mieter sogar dazu verdonnern, den digitalen Stromzähler einzubauen, selbst wenn der Verbrauch unter 6000 Kilowattstunden liegt, schreibt T-Online.

Mehrkosten statt Stromsparen

Das Portal beruft sich auf die Verbraucherzentrale Bundesverband und schreibt ferner, dass Stromkunden dadurch Mehrkosten entgegensehen. Diese liegen demnach bei 23 bis 100 Euro im Jahr. Es bliebe ferner abzuwarten, ob diese durch die versprochene Ersparnis tatsächlich aufgefangen werden.

Doch auch anderweitig sorgt die Pflicht zum „Upgrade“ für Bedenken. Die digitalen Stromzähler sind darauf ausgelegt, mit anderen Elektrogeräten zu kommunizieren, sollten diese vernetzt werden können. In diesem intelligenten Netz könnten Stromverbraucher zwar festlegen, dass zum Beispiel die Waschmaschine genau dann läuft, wenn der Strom nachts besonders günstig ist. Aber es ergeben sich auch Gefahren. Denn je vernetzter der Haushalt wird, desto mehr können mit Hilfe der Stromzähler die Nutzergewohnheiten abgelesen und analysiert werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt daher, dass der Zugriff auf die hinterlegten Messwerte im Stromzähler einzuschränken sei.

Stromsparen bleibt am Verbraucher hängen

Während die Politik also mal wieder alles dafür tut, die Verantwortung für die Energiewende auf den Bürger abzuwälzen und zugleich seine Privatsphäre den Energiekonzernen auszuliefern, muss der Stromkunde selbst ran, wenn er beim Strom sparen möchte. Ein Strompreisvergleich lohnt sich vor allem, wenn man ohnehin schon den Verdacht hat, zu viel zu zahlen.

Dabei hilft ein Strompreisrechner, der schnell und einfach Auskunft darüber gibt, ob es sich lohnt, den Stromanbieter zu wechseln.

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