Dienstag , 6 Dezember 2016
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Kritik an Ökostrom-Entscheidungen wird lauter

In dieser Woche haben sich die Ministerpräsidenten mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Bundeskanzlerin Angela Merkel über das Thema Energiewende ein weiteres Mal geeinigt. Dieses Mal wurde nicht nur beschlossen, dass auch im Süden Deutschlands mehr Windenergie produziert werden soll, sondern auch, dass die Stromtrassen von Nord nach Süd dennoch weiter ausgebaut und das auch regelmäßig kontrolliert werden soll. Aber auch bei der Art, wie neue Anlagen entstehen werden, gab es Änderungen – die den Umweltschützern obendrein gar nicht gefallen.

Umweltschützer äußern Kritik

Für Umweltschützer stehen die neuen Maßnahmen vor allem mit Bezug auf die Deckelung in der Kritik. Anlagen werden künftig zwar weiterhin subventioniert. Doch werden diese vom Staat ausgeschrieben, damit derjenige den Zuschlag erhält, der die Anlage am günstigsten umsetzen kann.

So sieht Hubert Weiger, der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) die Energiewende mit diesen Ökostrom-Reformen zu den Akten gelegt, wie unter anderem die Frankfurter Rundschau schreibt.

Und während der WWF bedauert, dass mit dem Ausbau der Windenergie an Land diese Technologie nicht voll und ganz ausgeschöpft wird, stimmen in die Kritik auch die Energie-Experten der Grünen ein. Oliver Krischer und Julia Verlinden sehen keine Möglichkeit, das Klima ausreichend zu schützen, wenn nicht auf starke erneuerbare Energien gesetzt wird.

Probleme an allen Enden

Auch die Süddeutsche Zeitung kritisiert das Vorgehen der Politik. Zwar werden erneuerbare Energien ausgebaut, doch verabschiede man sich nicht von den alten, fossilen Energien. So betreibe man Kohlekraftwerke munter weiter, baue erneuerbare Energie dazu, statt die erneuerbaren Energien endlich die alten Kohlekraftwerke ablösen zu lassen.

Das sei vor allem deshalb bedauerlich, da Deutschland eine treibende Kraft hinter der Energiewende war, nun aber andere Länder deutlich die Nase vorn haben.

Auch hier wird die Deckelung künftig ein Problem darstellen. Denn gerade im Norden, wo sich gut und günstig Windkraft gewinnen lässt, werden in Zukunft nur noch 60 % der Windkraftanlagen entstehen. Der Grund – fast schon lächerlich: Die Stromtrassen sind nicht weit genug ausgebaut, um den gewonnen Strom in den Süden zu transportieren.

Künftig beim Strom sparen?

Das dürfte schwierig werden, wie Kritiker befürchten. Denn die Strompreise könnten durch den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter steigen. Wer den Stromanbieter wechseln möchte, der hat immerhin die Möglichkeit, bereits vor dem Wechsel mit einem Stromrechner einen Strompreisvergleich durchzuführen, um so den für ihn günstigsten Tarif zu finden.

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