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Web 2.0 – ein Spielplatz für Vollidioten?

web 2.0Zum Glück ist dem Schreiber dieser Zeilen bei der Entwicklung der Überschrift noch in den Sinn gekommen, am Ende ein Fragezeichen zu installieren, denn letztendlich ist sowohl er selbst, als auch ein großer Teil unserer Mitmenschen, Mitglied der 2.0-Community. Und wer will sich schon gerne selbst als cerebrale Sollbruchstelle outen. Was aber nicht heißen soll, dass manche dieser Mitbürger selbst davor nicht zurückschrecken. Aber der Reihe nach… 

Fragt man einen mitdenkenden Menschen, was ihn für ein Gefühl beschleicht, wenn er im Internet mit seiner Kreditkarte bezahlt, dann wird er wohl irgendwas in Richtung „kein gutes, aber hin und wieder geht’s ja nicht anders“ antworten. Soweit, so gut. Fragt man ihn dann noch, was er auf gar keinen Fall mit seiner Kreditkartennummer machen möchte, kommt er schon ins grübeln und stellt eventuell sogar die logische Gegenfrage „was könnte man denn mit dieser Nummer noch alles machen, außer etwas bezahlen?“

Und genau diese Frage hat sich vor geraumer Zeit ein findiger Web 2.0 Unternehmer offenbar auch gestellt und ist auf eine Antwort gekommen, die dem oben genannten Mitdenker wohl nur ein Lächeln auf die Lippen zaubern würde: Man kann damit der ganzen Welt mitteilen, was man mit dieser Karte alles bezahlt hat. OK, dazu braucht es noch ein bisschen Technik, ein paar Schnittstellen mit den Kreditkartenunternehmen und die Zustimmung des Karteninhabers. Aber dann kann es auch schon losgehen.

Und hier sind wir an der Stelle angekommen, wo der „Homo Sapiens“ sein bisheriges Lächeln in schallendes Gelächter umwandelt. Freiwillig seine Kartendaten an einen Dritten hergeben, um damit eine automatisierte Anzeige zu füttern, wo man wie viel Geld auf den Kopf gehauen hat? Das macht doch nicht mal der allerletzte Depp.

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Doch, der macht’s! Und eine ganze Reihe „vorletzter Deppen“ machen das auch. Nicht zu vergessen die Halbdeppen und deren wie auch immer zu bezeichnenden Geistesbrüder.

Sie glauben das nicht? Dann werfen Sie mal einen Blick auf Blippy.com, dort darf man in „Twitter-ähnlicher Umgebung“ seine Zustimmung geben, dass alles was man mit der Kreditkarte bezahlt hat, unmittelbar danach im eigenen Profil auftaucht, inkl. Betrag und Ort des Geschehens. Kommentiert kann das alles selbstverständlich auch werden und möglicherweise bekommt der Accountinhaber sogar den einen oder anderen Tipp, wo er das nächste Mal hingehen soll, wenn er sich Sexspielzeug kauft, weil es dort billiger ist. Oder sein Vermieter erinnert ihn daran, dass er lieber zuerst die drei überfälligen Monatsmieten berappen soll, bevor er wieder eine Kreuzfahrt bucht.

Davon abgesehen, geht es keine Sau etwas an, was man wo für welchen Betrag kauft, aber diese Info kann der Profilneurotiker ja notfalls auch noch anderweitig unterm Volk verteilen. Viel schlimmer ist es doch, den Betreibern von Blippy.com - ohne jegliche Gegenleistung - die gesamten Kartendaten, plus Amazon-Account etc. in die Hand zu drücken. Auch wenn man den Erfindern dieses Services nicht unterstellen sollte, dass sie Böses damit vorhaben, was passiert, wenn deren Seite gehackt wird? Dann ist der Jammer groß und die Kohle ist erst einmal weg, denn es ist anzunehmen, dass dies wesentlich einfacher ist, als direkt bei den großen Kreditkarten-Anbietern einzudringen

Als religiöser Mensch müsste man jetzt schreien „Herr wirf Hirn vom Himmel“, um religiöse Gefühle aber nicht zu verletzen, kann man es auch anders formulieren: Herzliches Beileid!

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