Falsche Panik nach Heesters' Tod: Medien befürchteten fatale Grippe-Epidemie
München – Es ist ein Parade-Beispiel für investigativen Journalismus. Ausgerechnet am Heiligen Abend mehrten sich die Anzeichen für eine unentdeckte Grippe-Epidemie. Oder handelte es sich gar um einen Anschlag auf die Massenmedien? Binnen Stunden konnte dies jedoch ausgeschlossen und die wahre Gefahr ermittelt werden.
Der Verdacht kam, nahezu zeitgleich, in fast allen deutschen Nachrichten-Redaktionen auf. Anders als sonst wurden die Journalisten nicht durch Agentur-Meldungen aufgeschreckt, sondern mussten der eigenen Wahrnehmung vertrauen. „Es war beängstigend.“ schildert Patrick Gloobwulski, News-Assistent im zweiten Praktikums-Jahr bei der Süddeutschen, seine Eindrücke. „Eigentlich hatten wir mit einem ruhigen Heiligabend gerechnet, Wulff vertagt, kein Land abgeratet, nur Heesters gestorben, und da war längst alles besprochen. Aber dann, so gegen 17.00 Uhr, fingen die ersten Kollegen an zu niesen, andere husteten, fast allen tränten die Augen.“ Das habe nicht an der Trauer über den Tod von Johannes Heesters gelegen, allgemein sei man zufrieden gewesen, „bei dem zähen alten Knochen" endlich "den Deckel draufnageln“ zu können.
Gloobwuhlski wurde beauftragt, dem Epidemie-Verdacht nach zu gehen. Nachrichten-Agenturen hatten keine Informationen zu einer Grippe-Welle, daher fragte er bei anderen Redaktionen an. Diese wussten auch nichts, hatten jedoch offenbar dasselbe Problem, Husten und Schniefen waren am Telefon unverkennbar. Des Rätsels Lösung entdeckte Gloobwulski, als der erste Kollege mit dem Krankenwagen abtransportiert wurde. Denn auf dessen Schreibtisch lag, aufgeschlagen und durchgeblättert, die Heesters-Akte.
„Sie müssen sich das vorstellen, aus Papier! Teilweise schon richtig vergilbt. Und außenrum war alles grau.“ berichtet der junge Jounalist von seinen Untersuchungen. „Da wurde mir klar: Es war keine Grippe, sondern eine Stauballergie. Wegen der Vollklimatisierung und der Filterluft sind wir da empfindlich.“ Die Mappe mit vorbereiteten Heesters-Nachrufen sei in der „vordigitalen Zeit“ Ende der 70er Jahre angelegt und niemals eingescannt worden. „Da wurde nur jährlich eine aktualisierte Fassung abgelegt, deshalb sammelte sich der Staub und Schund von über 30 Jahren. Der hat uns umgehauen. Nur die Kollegen bei der Bild waren nicht betroffen, Schleim und falsche Tränen haben dort den Staub gebunden.“
Für die rasche Aufklärung wurde Gloowulski belobigt, außerdem wurde ihm ein Festvertrag in Aussicht gestellt. Am Glücklichsten machte ihn aber die neue Erfahrung. „Das war meine erste eigene Recherche überhaupt. Es war aufregend“. Gleichwohl sieht er im Hinblick auf die vermutete Epidemie die Haus-Richtlinie bestätigt, nichts zu publizieren, was nicht mindestens durch drei Agentur-Meldungen gesichert ist.
Nachtrag: Die Medienhäuser erklärten, im Interesse der Gesundheit der Mitarbeiter würden die Helmut-Schmidt-Akten schnellstmöglich dekontaminiert.
Noch ein Nachtrag: Der eben gelesene Beitrag ist selbstverständlich frei erfunden und darf als Satire eingestuft werden.




