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42 Tage Haft für Kinderschänder!

roman_polanskiEin US-Amerikaner ist nach dem Missbrauch einer 13jährigen zu 42 Tagen Haft verurteilt worden.  Der Mann hatte auf einer Feier eines Kollegen eine 13jährige mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht und anschließend missbraucht. Nach seiner Verhaftung räumte der Täter die Vorwürfe ein und gestand die Tat. 42 Tage Haft für den Missbrauch einer 13jährigen. Manch einer mag sagen, dass ja selbst das Opfer nach all der Zeit um einen „Freispruch“ gebeten hat und es deshalb in Ordnung ist. Aber glücklicherweise sprechen Opfer kein Recht. 

Denn viel zu viele von ihnen würden aufgrund eines Stockholm Syndroms gar keine Strafe verhängen und in manchen Fällen vielleicht auch eine zu harte.  Für die Rechtssprechungen sind deshalb unabhängige Gerichte zuständig. Und auch in den USA, Deutschland und der Schweiz dürfte auf den Missbrauch von Kindern weit mehr als 42 Tage stehen.  Wobei der Täter in diesem Fall nicht 42 Tage Gefängnis hinter sich gebracht hat, sondern 42 Tage psychiatrischen Aufenthalt. Ob das einem rechtlich einwandfreien Urteil entsprang oder nicht, scheint indes ungeklärt.

Und die Chance, dass es zu einer Klärung kommen wird ist in diesen Tagen noch einmal verringert worden. Da die US-Behörden zu langsam reagierten, konnte die Schweiz dem Auslieferungsersuchen nicht entsprechen. Roman Polanski, der viel gefeierte Regisseur, bleibt ein freier Mann. So frei, wie man eben ist, wenn man die USA nicht mehr betreten kann. Und es war auch eine Farce einen Mann nach unzähligen Einreisen ins eigene Land dann plötzlich doch noch mal zu verhaften. Zu groß war wohl der Druck geworden.

Sicherlich, die Tat ist schon viele, viele Jahre her. Auch für das Opfer ist das Leben weiter gegangen. Und man kann Verständnis dafür aufbringen, dass die Tat auch irgendwann einmal abgeschlossen werden muss.

Aber der Missbrauch von Kindern liegt meist eine ganze Weile in der Vergangenheit zurück, siehe all die vielen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche.  Heißt das, dass Täter straffrei davon kommen dürfen, wenn es nur weit genug zurück liegt?  Heißt das, dass Täter straffrei bleiben, wenn sie gestehen und das Opfer auch sagt „lasst den Täter in Ruhe“?

Es liegt an den Gerichten ein Strafmaß zu finden, das mit berücksichtigt, dass die Strafverfolgung so lange verschleppt wurde, das auch die 42 Tage Therapie womöglich anrechnet. Das auch berücksichtigt, dass womöglich beim ersten Verfahren nicht alles koscher gelaufen ist und es Absprachen gab. Aber ein Urteil sollte es geben und es ist Aufgabe eines Gerichtes ein angemessenes zu finden. Selbst wenn es am Ende nur 42 Tage Psychiatrie sind und Polanski wieder freikommt. Dass es in diesem Fall womöglich nie ein richtiges Urteil geben wird, ist furchtbar. Dass aber so viele inländische und ausländische Pressestimmen, ebenso wie unzählige Prominente das begrüßen, ist unerträglich.

Roman Polanski fand ein „riesiges Dankeschön“ für seine Unterstützer. Ich gehöre nicht dazu. Solange sich Roman Polanski nicht freiwillig einem Gericht stellt und der Sachverhalt komplett geklärt wird, sondern weiter in der Schweiz Häuser kauft und auf europäischen roten Teppichen flanieren kann, werde ich ganz sicher keinen Film von ihm kaufen oder im Kino anschauen.

Über ach