Prinz von Anhalt will Schwarzeneggers Nachfolger werden
Was war das damals für ein Spektakel. Ein österreichischer Einwanderer, passionierter Bodybuilder und – für Amerikaner – exotischer Filmschauspieler, Arnold Schwarzenegger, stellte sich in Kalifornien zur Gouverneurswahl. Mit Erfolg, wie wir alle wissen. Nun geht seine Amtszeit, nach erfolgter Wiederwahl, dem Ende zu. Und weil in Kalifornien schließlich alles möglich zu sein scheint, wurde es am 26. Januar offiziell: Frédéric Prinz von Anhalt hat seine Kandidatur für das Amt des kalifornischen Gouverneurs bekannt gegeben.
Wie Stephan Zweig in seiner Sammlung historischer Miniaturen, bekannt als „Sternstunden der Menschheit“, unter dem Titel „Die Entdeckung Eldorados“ in lebendiger Weise beschrieb, gehörte praktisch ganz Kalifornien einst dem geborenen Badener, Johann August Sutter, dessen wundersamer Karriere durch den legendären Goldrausch jedoch ein Ende gesetzt wurde. Anderthalb Jahrhunderte später wurde ein neuer Einwanderer, zwar nicht zum Besitzer des Landes, aber zum Gouverneur. Arnold Schwarzenegger.
Der österreichische Muskelmann kandidierte jedoch nicht bei den regulären Wahlen im Jahr 2002. Es war Gray Davis, der erst einmal seine zweite Amtszeit antrat. Doch, in der Mitte des Stromskandals, der die Bürger Milliarden kostete und einige Milliardäre reicher werden ließ, sank dessen Popularität. Zum ersten Mal in der Geschichte Kaliforniens, wurde ein amtierender Gouverneur, mit 55,4% der Wählerstimmen, abgewählt. Schwarzenegger wurde zu seinem Nachfolger. Seine politische Karriere wurde dabei nicht nur durch seine Ehe mit der attraktiven Journalistin, Maria Shriver, Mitglied der Kennedy-Familie, unterstützt, sondern offensichtlich auch durch entsprechende Kontakte mit wesentlich einflussreicheren Menschen. Unter dem Suchbegriff Schwarzenegger Buffet Rothschild findet sich bei Google-Images ein Photo, das den damaligen Kandidaten mit den beiden Milliardären, Warren Buffet und Jacob Rothschild zeigt. Was immer die amerikanischen Medien auch bewegt haben könnte, Schwarzenegger erfreute sich jedenfalls genügend Unterstützung, um den Wahlsieg zu erringen. Mittlerweile geht seine zweite Amtsperiode dem Ende zu. Seine Popularität ist dramatisch gesunken. Spekulationen, dass es ihm eines Tages gelingen könnte, zum amerikanischen Präsidenten zu werden, was vorerst jedoch einer Gesetzesänderung bedürfe, die Einwanderern eine Kandidatur zum Oberhaupt der USA erst einmal ermöglichte, wirken somit nicht mehr realisierbar.
Und wer bietet sich freudestrahlend als Nachfolger an? Der 66jährige Polizistensohn, Robert Lichtenberg, aus Düsseldorf. Seit nunmehr dreißig Jahren ist Lichtenberg jedoch unter einem anderen Namen bekannt: Frédéric Prinz von Anhalt.
Es war der legendäre Consul Weyer, der ihn mit der völlig verarmten Maria Auguste Prinzessin von Anhalt bekannt gemacht hatte. Für eine Leibrente von umgerechnet rund 1.000 Euro pro Monat, adoptierte sie den Club-Sauna-Besitzer, der sich somit, wenn auch nicht ganz zu Recht, Prinz nennt. Lange brauchte er die monatlichen Zahlungen nicht zu leisten. Die Prinzessin verstarb rund drei Jahre danach.
Der Adoptionsprinz liebte immer schon Popularität. Und so machte er selbst in Amerika von sich reden, als ihn die legendäre, um rund 30 Jahre ältere (in beiden Fällen sind die exakten Geburtsdaten nicht belegt) Zsa-Zsa Gabor zum achten Ehemann auserkoren hatte.
Und wie hoch stehen die Chancen für den rotblütigen Prinzen, wirklich zum Staatsoberhaupt Kaliforniens zu werden? Nun, vorläufig muss er erst einmal 10.000 Unterschriften sammeln, dass seine Kandidatur überhaupt angenommen wird. Sollte er es ihm gelingen, die 10.000 Signaturen zu finanzieren, und sollte man ihn bezüglich seines mehr als peinlichen Auftritts bei der ProSieben-Reality-Show im Jahr 2005 ansprechen, dann kann er sich ja immer noch an das Muster des noch amtierenden Gouverneurs halten und sagen: „Hätte ich damals gewusst, dass ich einmal als Gourverneur kandidieren werde, hätte ich das natürlich nicht getan!“



