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Tarnkappe für gerufene Geister – (Noch) Zukunftsmusik

radarschirm 1Unliebsame Geister einfach verschwinden lassen, dies ist wohl der Traum der Menschheit, bzw. ihrer strategischen Zauberlehrlinge! So versuchen Wissenschaftler beispielsweise seit Jahren, Kampfjets oder Raketen optisch wieder von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Jetzt ist es Forschern aus Michigan gelungen, die an sich segensreiche und lebensrettende Radaranlage zu überlisten. Zumindest im Versuchslabor.

Professor Jay Guo von der Universität Michigan machte sich die Tatsache zunutze, dass dunkelblau bzw. schwarz angestrichene Flieger auf Grund der besonderen Lichtbrechung und Absorption kaum mehr am Himmel zu sehen sind. Seine Experimente mit Kohlenstoff-Nanoröhrchen, bis heute das Schwärzeste aller bekannten Materialien, sind erfolgreich: Die Röhrchen zeichnen sich durch eine hohe Festigkeit und elektrische Leitfähigkeit aus und absorbieren neben Funkwellen sowohl das für das menschliche Auge normal sichtbare als auch violettes Licht. Lässt man also „Wälder vertikaler Kohlenstoffnanoröhrchen“ auf dreidimensionalen Objekten wachsen, verschwinden diese Objekte fast komplett vor schwarzem Hintergrund, wie in der technology reviev nachzulesen ist.

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Noch ist die praktische Umsetzung nicht möglich, die Züchtung solcher Nanoröhrchenwälder gelingt nur bei hohen Temperaturen und hohem Druck in kleinsten Räumen. So kommt wohl noch längere Zeit ans Tageslicht, was manche Politiker gerne unter den unsichtbaren Teppich verbannen würden: Die Trümmerfelder beispielsweise, die zehn Monate nach dem Tsunami in Japan nun vor der Westküste Kanadas und den USA auftauchen. Diese sind noch das geringere Problem, wobei es durchaus Ausmaße der Größe Kaliforniens annimmt: „Der Teppich von dieser japanischen Tragödie hat die Größe des Staates Kalifornien“, zitiert stern.de den japanischen Wissenschaftler Michio Kaku. Radioaktives Material dürfte zwar nicht dabei sein. Aber es seien gefährliche Stoffe darunter, etwa giftige Chemikalien. Auch Leichenteile könnten dabei sein.

„Wir müssen erst einmal die Dimension dieses Problems verstehen“. Wurde bisher eher alles versucht, eben diese Erkenntnis zu verhindern, tragen die ersten sichtbaren Auswirkungen der Strahlenkrankheit, die sich nicht so einfach verstecken lassen, dazu bei, zunehmend auch dem unkritischsten Normalbürger die Augen zu öffnen: Bilder von Hautveränderungen, Geschwüren, Blasen, Nekrosen und Japanern mit Haarausfall lassen sich nun mal nicht komplett wegzensieren, da kann man sich die Statistiken über Krebserkrankungen nicht mehr schönreden.

Kurzfristig kann da nicht nur im Satirikerhirn der Gedanke aufflackern, dass die Atomlobbyisten solche Forschungen an „Nano-Tubes“ und weiteren Tarnkappenmodellen bereits zahlungskräftig unterstützen. Dies würde auch erklären, warum der ebenfalls Gelder verschlingende Ausbau der erforderlichen Stromtrassen zur Ökostromverteilung nur lasch und halbherzig vorangetrieben wird. Mit einer universal anwendbaren Tarnkappenproduktion könnte man Neubauten wie das AKW Borssele und wahre Absichten komplett vor kritischen Augen verschwinden lassen.


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