Paparazzi-Anklage gegen Fergie - Türkei geht gegen Sensations-Journalismus vor
London / Ankara – „Ja, das war schon diese üble Masche, unter der ich früher selbst zu leiden hatte. Mit der Kamera auf fremde Grundstücke vordringen, um die Menschen in ganz normalen, alltäglichen Situationen zu überraschen. Zeigt man das dann in den Medien, entsteht ein ungünstiger Eindruck. Eben typisch Paparazzo.“ erklärte Sarah Ferguson zerknirscht. Leider habe Sie sich wegen ihrer gelegentlichen Arbeit für die SOS-Kinderdörfer zu unseriöser und einseitiger Berichterstattung hinreißen lassen.
Lange Zeit war es ruhig gewesen um die als „Skandal-Herzogin“ bekannte ehemalige Schwiegertochter von Königin Elisabeth II., sie hielt sich mit Werbung und Talkshows über Wasser. Schlagartig ist sie aber seit gestern als Interview-Partnerin wieder sehr gefragt, nachdem sie vor einem türkischen Gericht angeklagt1 wurde. Wegen Verletzung der Privatsphäre drohen ihr dort bis zu 22 Jahre Haft.
Lady Ferguson hatte 2008 heimlich Videoaufnahmen in einem türkischen Waisenhaus gemacht, auf denen zerlumpte, eingesperrte und gefesselte Kinder zu sehen waren. Die Staatsanwaltschaft Ankara betont, hierdurch sei das Persönlichkeitsrecht der Kinder geschädigt worden. Ein Sprecher erläuterte: „Frau Ferguson nutzte das Elend der Kinder gezielt für einen reißerischen Bericht aus. Bei einem offiziell angekündigten Besuch hätten die Kinder nämlich die Chance gehabt, darum zu bitten, dass man sie losbindet und ihnen saubere Kleidung gibt.“
Zudem handle es sich um eine gezielte Kampagne gegen die Türkei, die als rückständig dargestellt werden solle. Durch ein unnachsichtiges Strafverfahren gegen Leute, die schamlos das Elend unschuldiger Kinder für eine Tatsachen-Reportage benutzen, werde man solche Verdächtigungen widerlegen. Dies sei auch eine Mahnung an die internationale Presse, schloss der PR-Spezialist der Staatsanwaltschaft: „Wir wollen auf keinen Fall zulassen, dass dieser Fall von billigem Sensations-Journalismus in Vergessenheit gerät.“
Die Gefahr, vergessen zu werden, sei erstmal gebannt, bestätigte „Fergie“. „Da muss Kate sich jetzt was einfallen lassen, Schlagzeilen bekommt man eben nicht nur für glücklich Ausschauen.“ Tatsächlich hat sie gute Chancen, bis mindestens nächsten Mittwoch die junge Prinzgemahlin von den Titelseiten der Regenbogen-Presse zu verdrängen. In der Sache zeigte sich die Ex-Prinzessin allerdings einsichtig. „Zukünftig lasse ich an Stühle gefesselte Kinder in Ruhe ihre Privatsphäre genießen.“
Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag ist großteils Satire. Die Anklage entspricht allerdings der Wahrheit.




