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Das Wort als Waffe

satellitenschuesselGesellschaftlicher Wandel als kommunikativer Prozess - Die Struktur einer Gesellschaft ist nichts was einfach so existiert. Die Begriffe Legitimität, Herrschaft und soziale Wirklichkeit beschreiben ideelle Sachverhalte. Die diesen Sachverhalten zugrunde liegenden Realitäten sind also prinzipiell wandelbar. Ein Wandel der sozialen Wirklichkeit fußt daher gesetzmäßig auf einem Wandel der Wahrnehmung ebendieser. Bei der Frage was soziale Wirklichkeit letztendlich bedingt, stößt man schnell auf Phänomene der Kommunikation und des Informationsaustausches. Blickt man von dort aus noch weiter in die Tiefe gelangt man schließlich zur Semantik und der Frage, inwiefern Begrifflichkeiten zunächst Kommunikation, dadurch dann Wahrnehmung ausgehend davon Handeln und schließlich soziale Wirklichkeit bedingen.

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In einer zweiteiligen Serie ging Florian Hauschild bei le bohémien diesen Fragen auf den Grund. Der erste Teil der Serie „Propaganda in Deutschland“ beschäftigt sich mit den Fragen, inwieweit Begriffe genutzt werden können, um konkrete Herrschaftsstrukturen zu legitimieren und illegitime Herrschaftsstrukturen letztendlich zu verschleiern. Begriffe wie „retten“ und „helfen“ die im aktuellen politischen Diskurs immer wieder verwendet werden, seien hier genannt. Weitere Beispiele wären etwa die Begriffe „Reformen“, „utopisch“ „verschwörungstheoretisch“, "radikal“ oder auch neuerdings „Cyber-„.“

Hauschild zeigt in seiner Untersuchung wie solche Vokabeln, sowohl bewusst aber auch unterbewusst, verwendet werden, um soziale Sachverhalte von Grund auf falsch darzustellen. Meist ist diese Falschdarstellung auch nur das unbeabsichtigte Nebenprodukt einer versuchten Vereinfachung.

Im zweiten Teil der Serie der den Titel trägt „Ist das System relevant?“ untersucht der Autor Begrifflichkeiten, die vor allem mit einem möglichen sozialen Wandel in Verbindung stehen. Was ist eigentlich eine Revolution? Ist es wirklich „unser Geld", um das wir bangen? Welches „Wachstum“ ist es eigentlich dem wir so gut wie alles unterordnen - und was bedeutet Demokratie?

Was einigen wie Haarspalterei erscheinen mag, soll letztendlich dem Leser einen Ausgang aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit aufzeigen. Denn erst durch eine bewusste Dekonstruktion der durch Herrschaftsinteressen missbrauchten Begrifflichkeiten kann es dem Individuum schließlich gelingen, sich dem Kantschen Leitsatz der Aufklärung anzunähern und zu sagen: Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!


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