Sonntag , 27 Mai 2018
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Milliardär in 4 Wochen – Dank Weltpolitik und Lotterie

lotto_geldUnermesslicher Reichtum, mehr Geld als man bis zu seinem Lebensende jemals ausgeben kann, sind wir ehrlich, wer hat noch nie davon geträumt oder darüber nachgedacht, wie es denn wäre, wenn das Bankkonto förmlich überquillt. Ausgesprochen ernüchternd dürfte dann auch der nächste Gedanke ausgefallen sein: Mit ehrlicher Arbeit ist dies nicht zu erreichen oder zumindest nur in extremen Ausnahmefällen und schon gar nicht in kurzer Zeit. Doch halt, wer einen Blick in seine elektronische Post wirft, wird eines besseren belehrt. Das Geld liegt heute nicht mehr auf der Straße, dafür aber umso reichhaltiger in der Mailbox!

Viele der besagten Emails beginnen in der Regel mit den Worten „My dear friend“ und kommen aus aller Herren Länder. Sehr oft sind erst-, zweit- oder drittgeborene Söhne von ehemaligen Ministern aus Schwarzafrika die Absender, die einem einen 50%igen Anteil am Multi-Millionenerbe versprechen, wenn man ihnen nur kurz behilflich ist, das Geld außer Landes zu schaffen und es auf dem eigenen Konto zwischenzulagern. Die Stories sind vielfach herzzerreißend und lenken von der Idee ab, darüber nachzudenken, wie es denn einem Ex-Staatsbediensteten aus dem Sudan gelungen sein könnte, so viele Schäfchen ins Trockene zu bringen. Alles in allem aber ein alter Hut, der Begriff Nigeria-Connection ist seit langem bekannt und mittlerweile dürfte die Erfolgsquote bei dieser Art des Broterwerbs deutlich gesunken sein. Es bieten sich allerdings einige interessante Alternativen, angepasst an die aktuelle weltpolitische Lage.

So erreichten mich in dem im Titel benannten Zeitraum mehrfach Elektrobriefchen von einem der Söhne Husni Mubaraks, der offenbar einen Helfer sucht, Papas Milliarden in trockene Tücher zu wickeln. Erstaunlich ist dabei, dass er gleich vier meiner Email-Adressen kannte. Eine erstklassige Recherche-Leistung wie ich finde, denn ich habe sie ihm nicht mitgeteilt. Schließlich kenne ich diesen Mann gar nicht persönlich. Ebenso wenig wie den Nachkömmling des russischen Ex-Oligarchen und Putin-Feindes Michail Chodorkwski, der in seinem Anschreiben aber bereits darauf hingewiesen hat, dass wir uns noch nie begegnet sind und er sich nur wegen einer persönlichen Empfehlung an mich wendet. Wahrscheinlich deshalb war das Angebot auch nur im niedrigen Millionen-Bereich, wenn ich ihn dabei unterstütze ein paar Unterschriften zu leisten, um einen Teil des väterlichen Vermögens für einen Verteidigungsfonds ins nichtrussische Ausland zu transferieren.

Nun neige ich leider nicht dazu bei der Schwarzgeld-Wäsche meine Finger schmutzig zu machen. Auch ehemalige Diktatoren sind nicht mein bevorzugter Freundeskreis, Geld hin, Geld her. In beiden Fällen habe ich sogar darauf verzichtet eine ablehnende Antwort zu schreiben. Falls dadurch nun jemand anderes in den Genuss von Digital-Lektüre kommt, möge er mir verzeihen, ich konnte es mit meinem Gewissen einfach nicht vereinbaren.

Anders sieht es da schon mit Lotto-Gewinnen aus. Die nehme ich gerne mit, noch dazu wenn ich an der Lotterie gar nicht teilgenommen habe, ergo kein Einsatz geflossen ist und somit ein 100%iger Reingewinn in die Kasse kommt. Ein wenig verwunderlich ist es zwar schon, dass ich bei diversen deutschen „sechs-aus-neunundvierzig“-Versuchen nie über einen 4er (ohne Zusatzzahl) hinausgekommen bin und nun offenbar zum Glücksschwein mutiere. Dank spanischer, niederländischer und belgischer Lotto-Betreiber werde ich in Kürze wohl ein zusätzliches Bankkonto eröffnen müssen, damit der prognostizierte Geldsegen auch ausreichend Platz hat. Ich hoffe jetzt nur noch, dass alle pünktlich bezahlen.

Zusammenaddiert bin ich in den vergangenen vier Wochen auf eine Summe von etwas mehr als einer Milliarde US-Dollar gekommen, bei nur sechs Email-Adressen. Zugegeben inklusive der russisch-ägyptischen Offerten. Wer den schwachen Dollar umgehen und sich nur auf die Lotterien beschränken will, muss einfach noch ein paar weitere Wochen warten und schon stehen die neun Nuller neben einem Euro-Zeichen. Behalten sie einfach ihre Emails unter Beobachtung.

Anmerkung: The Intelligence sieht sich als Informationsportal für mitdenkende Menschen, daher besteht eher keine Gefahr, dass den obigen Text jemand ernst nimmt und tatsächlich auf eine dieser Scharlatan-Emails hereinfällt. Zur Sicherheit und um mögliche Schadensersatzklagen gleich im Vorfeld abzuschmettern, möchten wir aber dennoch davor warnen. Was passiert, wenn man vor lauter Gier den gesunden Menschenverstand ausknippst, lässt sich auf unzähligen Seiten des Internets nachlesen. Wir wünschen reichhaltigen Erkenntnisgewinn.

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