Freitag , 30 September 2016
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Xovilichter – mögen die Lichter hell für uns scheinen

Warnung: Folgender Artikel hat weder Sinn noch ist er lesenwert. Er dient einem Experiment, wie weit man mit Unsinn ranken kann.

Ein sehr kleines Xovilicht
Foto: Tim Reckmann / pixelio.de

Der Wettbewerb XOVILICHTER ist ein Wettbewerb, bei dem sich alles darum dreht, wie sich Webseiten und Beiträge im weltweiten Netz möglichst gut platzieren und damit auch finden lassen. Denn schon wer erst auf der Seite zwei bei der Google-Suche auftaucht, hat bereits verloren: Die meisten Nutzer klicken lediglich auf die ersten drei Einträge, welche prominent auf Seite eins platziert sind. Ist für XOVILICHTER kein Eintrag bei Google vorhanden, wird die Seite kaum wahrgenommen. Das zeigte sich sehr deutlich, als die Suchmaschine im vergangenen September für eine relativ kurze Zeit nicht erreichbar war – einige Minuten nur – und sämtliche Webseiten im weltweiten Netz plötzlich signifikant weniger Besucher hatten. Alternativen werden nicht genutzt, auch wenn es solche gibt: Gibt es Google nicht, irren die Menschen einfach nur orientierungslos im digitalen Nirvana herum. Und so lautet ein beliebter Running Gag der Experten, welche sich damit ein wenig über diese Vormachtstellung lustig machen, dass sich eine Leiche am Besten auf der Seite zwei der Google-Suche verstecken ließe. Bei dem Wettbewerb XOVILICHTER geht es nun darum, mit Hilfe des Suchbegriffes XOVILICHTER die eigene Präsenz im Netz so hinzubekommen, dass diese als Nummer eins in der Suchmaschine erscheint.

Neue Seiten – neue Suche – neues Ranking

Xovilichter in voller Pracht
Foto: Florian Methe / pixelio.de

Mit ihren extra für die XOVILICHTER Challenge gestalteten Seiten gehen diejenigen, welche von der Suchmaschine zur Nummer eins gekürt werden wollen, an den virtuellen Start. Anders als bei einem Wettbewerb in der realen Welt zählen hier allerdings nicht zurückgelegte Meter in Sekunden, Minuten oder Stunden, sondern die virtuelle Platzierung. Wie lassen sich die von Google verwendeten Algorithmen, nach denen die Webseiten eingeordnet, bewertet und dementsprechend platziert werden so beeinflussen, dass die eigene Seite mit dem dafür extra geschaffenen Stichwort XOVILICHTER an allen anderen XOVILICHTER-Seiten vorbeizieht und prominent an erster Stelle landet? Denn besonders in jüngster Zeit, seitdem die Suchmaschine die Suchworte, wie beispielsweise auch XOVILICHTER nicht mehr verrät, nach welchen von den wirklichen Menschen im Netz gesucht und darüber die entsprechende Webseite gefunden wird, wird es schwieriger. Denn dank der Auflistung der Suchworte konnte der jeweilige Betreiber der Webseite, ob sie nun XOVILICHTER oder anders hieß, herausfinden, nach welchem Begriff der Besucher nun konkret die Seite fand, auch wenn die Suchbegriffe manchmal ziemlich abwegig waren. Jetzt stellt Google diese Daten nicht mehr für die Allgemeinheit zum nachgucken bereit, sondern baut damit lediglich seinen eigenen Vorsprung an Wissen aus. Mit immer wieder neuen Guidelines sorgt Google zudem dafür, dass diejenigen, welche sich auf einem ganz bestimmten Weg mit ihren Webseiten hochgerankt hatten, aufs Neue ihre Strategien überdenken müssen. Wie das nun mit Hilfe eines ausgedachten, eines nicht existierenden Begriffes wie XOVILICHTER gelingen mag, bei der Suchmaschine Google möglichst hoch zu ranken? Nun, zum einen muss nicht gegen eine Unmenge bereits existierender Seiten angetreten werden, an denen sich dieser Begriff „XOVILICHTER“ erst einmal abarbeiten und vorbeischleichen muss. Da das Wort XOVILICHTER ein erfundenes Kunstwort ist, wie viele andere Markenbezeichnungen das ebenfalls sind, ist es möglich, dieses mit Hilfe einer Geschichte zu einer emotionalen Marke namens XOVILICHTER auszubauen. Ob es gelingt? Das werden wir sehen.

Sei ganzheitlich, sei schnell und werde vor allen Dingen zu einer eigenen XOVILICHTER-Marke

So lautete das Lied, welches neuerdings gesungen wird. Noch vor relativ kurzer Zeit reichte es durchaus, in einem Dokument die entsprechenden Schlüsselwörter, wie XOVILICHTER oft genug zu nennen und die Seite irgendwie und irgendwo noch so häufig wie möglich zu verlinken, damit Google diese als wichtig einstuft und mit dem Stichwort XOVILICHTER möglichst weit oben auf der ersten Seite der Suchmaschine zu finden war. Ob der Text für den ganz normalen Menschen als Leser und Nutzer überhaupt noch lesbar und verständlich war, spielte dabei kaum eine Rolle. Hey, die Seite mit XOVILICHTER sollte von Google gefunden werden. Was hat der Leser damit zu tun? Doch der Leser oder Nutzer ist nun einmal derjenige, der – einmal auf die Seite gelockt – hier irgendetwas tun soll, Dinge von XOVILICHTER kaufen beispielsweise. Was nutzt also eine Seite, die zwar auf der ersten Seite von Google und ganz oben erscheint, aber für den Menschen, der das Internet nutzen soll und der mit Hilfe seiner Tastatur das entsprechende Suchwort XOVILICHTER eingegeben hat, reichlich unbrauchbar, unleserlich und überhaupt völlig unnütz ist? Das haben sich die Menschen, die bei Google arbeiten und dafür sorgen, dass der Suchmaschinenriese auch weiterhin unangefochten auf der Poleposition steht, ebenfalls gedacht und schrauben immer weiter an den entsprechenden Algorithmen der Suche herum. Deswegen gehört heute etwas mehr dazu, als nur die entsprechenden Keywords, wie XOVILICHTER, auf der Seite so oft wie möglich zu nennen. Andere Zeiten erfordern eben auch immer andere Maßnahmen, und wird es für eine Top-Position nötig sein, mehr an den Menschen, den eigentlichen Nutzer des Internet, zu denken. Denn die Suchmaschine lernt und sie ordnet synonym verwendete Worte zueinander, ebenso, wie sie Akronyme erkennt. Google leitet aus den Anfragen der Sucher und den daraufhin erfolgenden Klicks auf die jeweiligen konkreten Webseiten Suchintentionen ab und bestimmt daraufhin, wer auf der ersten Seite prominent positioniert wird. Außerdem spielt beim Ranking neben dem ensprechenden Keyword XOVILICHTER, welches in der Suchanfrage: „Was sind eigentlich XOVILICHTER?“ auftaucht, die Aktualität eine Rolle: Stammt der Text aus dem vorigen Jahrhundert oder wurde er brandaktuell und quasi gerade eben veröffentlicht? Für diese Angabe nutzt Google die Daten, welche der Suchmaschine in den Google Trends zur Verfügung stehen, kann aber noch dazu feststellen, wo sich der Suchende nach XOVILICHTER aufhält und die entsprechenden Ergebnisse der Suche auch auf die Region beziehungsweise auf die Stadt bezogen auflisten. Wer es dagegen noch schafft, XOVILICHTER als Marke zu etablieren, den belohnt Google damit, dass er prominent gelistet wird. Denn die Stärke einer solchen Marke ist ein Indiz für die Suchmaschine und wird von dieser über die entsprechenden Keywords bei der Suche nach XOVILICHTER gemessen. Steigt die Zahl der direkten Zugriffe auf die Webseite, ist die Qualität des gesamten Inhaltes der Domain hoch, dann liegt es für Google nahe, dass es sich um eine bei den Menschen bekannte Marke namens XOVILICHTER handeln könnte.

In der Zukunft nützliches Wissen vermitteln

Wer über die Suchmaschine ein bestimmtes Keyword, beispielsweise XOVILICHTER, eingibt, der möchte etwas wissen. Deswegen möchte Google in der Zukunft immer mehr das Ranking danach ausrichten, wie die einzelnen Individuen nach bestimmten Stichworten suchen und welche Dokumente für ein bestimmtes Thema überhaupt eine Relevanz haben, ob in diesen etwas sinnvolles und nützliches zu finden ist, oder nicht. Das nennt sich dann Content mit Mehrwert und sollte immer wieder aktuell gestaltet werden. Das lässt sich in etwa so verstehen, wie es von den Frauenzeitschriften und anderen Druckerzeugnissen bereits seit Jahrzehnten praktiziert wird: Im Frühjahr gibt es in allen dieser bunten Blätter immer wieder aufs Neue Dekorationstipps zu Ostern, Abnehmtipps für die Bikinifigur und so weiter. Auch wenn die Erkenntnisse als solche keine wirklich bahnbrechenden neuen Erkenntnisse sind, werden die Zeitschriften mit diesen Überschriften in jedem Jahr auch wieder aufs Neue gekauft. Dabei könnte man ja auch sagen: Heb einfach einen Jahrgang deiner Lieblingszeitschrift auf und lies ihn im nächsten Jahr einfach wieder. Bis dahin hast du bestimmt vergessen, was im vergangenen Jahr bereits drin stand und sparst dir dein Geld für die neue Zeitschrift. So ähnlich ist es im Internet ebenfalls. Zwar vergisst das weltweite Netz nichts, was einmal in ihm landet, doch damit es bei der Suchmaschine Google auf den vorderen Plätzen landet, sollte es aktuell sein und nicht von vorgestern. Wenn im Moment der Begriff XOVILICHTER aktuell ist und von den Teilnehmern der XOVILICHTER-Challenge immer aufs Neue gesucht wird, ist das für Google ein Zeichen: Oh, ein neuer Begriff, eine neue Marke, besonders dann, wenn auf die einzelnen Beiträge der Teilnehmer direkt geklickt wird, um zu sehen, was denn die lieben Mitbewerber alles so machen, um ihre eigene Seite gut zu ranken. Google guckt aber nicht nur nach den Keywords, wie bereits oben beschrieben, sondern auch danach, ob es einen guten Content gibt.

Google plus soziale Signale

So hell leuchtet das Xovilicht in  der Nacht
Foto: La Lisa / pixelio.de

Zwar räumt Matt Cutts ein, dass die sozialen Signale, wie beispielsweise ein Like für XOVILICHTER bei Facebook oder ein + für einen Beitrag über XOVILICHTER aus Google+ bisher noch keinen Einfluss auf das Ranking der Webseite haben. Doch gerade die Signale aus Google+ sind gewissermaßen eine Einladung, diese dafür zu nutzen, ob die Nutzer eine Seite über XOVILICHTER als interessant und nützlich einstufen. So lassen sich die Interaktionen personalisieren und die Suchanfragen nach XOVILICHTER gezielter auswerten. Es gibt weitere Signale der Nutzer, welche Google auswertet und welche in die Bewertung und das damit verbundene Ranking sowohl von einzelnen Dokumenten als auch ganzen Webseiten mit einfließen. Dazu gehört, wie lange wohl der einzelne Nutzer sich ein Dokument über XOVILICHTER überhaupt anguckt. Eigentlich ist das auch logisch: Wird in der Suche der Begriff XOVILICHTER eingegeben, und es erscheint eine Seite, auf der im Prinzip keine nützlichen Informationen stehen, dann ist der Nutzer von dieser Seite schnell wieder verschwunden. Aus diesem Grund favorisiert Google auch Dokumente, die länger sind: Hier hat der Nutzer deutlich mehr zu lesen und verweilt gerade dann länger, wenn es interessant und nützlich für ihn ist. Aus diesem Grund ist auch dieser Text über XOVILICHTER etwas länger. Werden von den Nutzern zu einem Text über XOVILICHTER Links gesetzt, weil dieser eben interessant und einzigartig und wichtig ist, dann wertet das Google ebenfalls als einen Faktor, der die Seite höher ranken lässt. Denn das war der ursprüngliche Sinn einer Verlinkung: Wer etwas empfiehlt, leitet damit ganz natürlich auch Traffic auf die Seite, weil er anderen Menschen zeigt, dass es hier etwas interessantes gibt. Lässt sich damit überhaupt noch aktiv etwas am Ranking einer Webseite beeinflussen? Oder macht Google, was die Suchmaschine will, so ganz ohne Möglichkeiten der gezielten Einflussnahme? In dem Maße jedenfalls, wie soziale Signale wichtig werden und je mehr die Personalisierung fortschreitet, desto weniger lässt sich das Ranking einer Webseite, auch über XOVILICHTER, direkt beeinflussen. Es gehört deutlich mehr dazu, als nur XOVILICHTER als wichtiges Keyword so oft wie möglich über einen Text zu streuen und diesen auf allen möglichen erreichbaren Webseiten zu verlinken. Der Text soll für Menschen gut geschrieben und somit gut lesbar sein: Hier gilt das alte Sprichwort „Der Wurm muss dem Fisch schmecken, und nicht dem Angler“. Wer seinen Text schreibt – oder aber von einem Fachmann schreiben lässt, dabei die richtigen Keywords zu XOVILICHTER auswählt, sich vorher überlegt, wie und in welchen Kombinationen nach dem Stichwort XOVILICHTER gesucht werden könnte, der bringt seine Seite dazu, dass mit ihr Geld verdient wird. Wer dagegen nur darauf achtet, dass er ganz oben in der Liste steht, sollte nicht vergessen, dass es die Nutzer schlussendlich sind, welche die Seite sinnvoll finden, hier etwas bestellen oder etwas kaufen und damit Geld in die Kasse bringen – oder aber eben nicht.

Aktualität ist nicht alles

Zwar bewertet Google bei Ranking von Webseiten, ob auf dieser regelmäßig Neuigkeiten erscheinen, doch es gibt keinen Anlass, deswegen in hysterische Aktivität zu verfallen. Wer Webseiten präsentiert, die von Aktualität leben, wie News-Seiten beispielsweise, sollte natürlich auch immer aktuellen Content bieten. Doch viele Unternehmen sind in Branchen tätig, die nicht jeden Tag mit aktuellem Content aufwarten können. In diesem Fall sollten die Inhalte eher zeitlos gehalten werden. Werden sie in regelmäßigen Abständen überarbeitet und immer auf dem neuesten Stand gehalten, dann wertet Google dieses als ein sicheres Signal, dass auf dieser Seite noch gearbeitet wird. Wer weiß, was die Zielgruppe, welche er auf seine Webseite lotsen möchte, sucht und haben will, der kann seinen Inhalt und die entsprechenden Keywords darauf abstimmen. Denn bei bestimmten Keywords spielt die Aktualität eine weniger große Rolle, dafür aber der thematische Zusammenhang, wie das beispielsweise bei Online Shops oder reinen Webseiten, die über Unternehmen informieren, der Fall ist. Wird dagegen von Menschen bei ihrer Suche nach aktuellen Ereignissen gefragt, weil sie sich beispielsweise über den Verlauf der Streitigkeiten zwischen der Ukraine und Russland informieren wollen, spielt die Aktualität wiederum eine große Rolle. Deswegen sollten Webseiten, die News anbieten, Magazine oder Blogs aktuell auf diese Inhalte eingehen. Aber eine ganze Seite, auch über XOVILICHTER, lässt sich so einrichten, dass sowohl kurzfristige Informationen und Neuigkeiten geboten werden, als auch mit zeitloseren Beiträgen Keywords bedient werden, die längerfristig nachgefragt werden. Darauf lässt sich die gesamte Struktur der Webseite aufbauen: Kurzfristige Beiträge sind prominent zu sehen und verschwinden mit der Zeit im Archiv, während langfristig aktuelle Beiträge, wie Ratgeber oder Tutorials über einen eigenen Button gut erreichbar sind. Es ist wie überall: Eine eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht. Wer also XOVILICHTER sucht, sollte trotzdem über diesen Text stolpern.

Am 19. Juli findet dann das Finale in Köln statt.

Xovilichter
Xovilichter

 

Hier mal ein kleines Video zu dem was Google mag und was nicht:

Liveticker zu unserem Verlauf der Xovilichter

Tag 1 – 8.05.2014:

Nach dem wir gestern nach nur 28 minuten mit dem Keyword auf dem 9 Platz lagen, sind wir heute leider wieder um einiges nach hinten geflogen. Hat Google erst nicht gemerkt, das unser Inhalt einfach nur Bullshit ist und rankte diesen hoch und merkte über Nacht dann doch, dass es Bullshit ist? Aber wenn ich mir die anderen Ergebnisse zu dem Keyword „Xovilichter“ so ansehe, erkennt Google nicht wirklich was Mist und was keinen Mist ist. Wir sind gespannt wie es sich in den nächsten 24 Stunden so entwickelt und ob unser Ranking noch einmal wieder zurück kommt.

Anbei noch 2 Platzierungsgrafiken von gestern Abend und heute Morgen:

 

Xovilichter 07.05.2014
Xovilichter Zwischenstand vom 07.05.2014

 

Xovilichter vom 08.05.2014
Xovilichter Stand vom 08.05.2014

Tag 2 – 9.05.2014:

In den letzten 24 Stunden konnte man wieder einmal mehr die Willkür von Mr. G beobachten. Unser Beitrag zu „XOVILICHTER“ ging in den Rankings rauf und runter. In der Nacht standen wir teilweise sogar auf Platz 4 und pendelten uns dann heute Morgen auf Platz 9 ein. Trotz eines Textes mit viel viel Bullshit ranken wir. Natürlich liegt es auch daran, dass unsere „TheIntelligence“ sonst nur hochwertige Artikel verfasst und an sich ein gesundes Vertrauen bei Google hat, aber es zeigt uns auch wie Google mit gewissen Hebeln, die wir bewegt haben beeinflussbar ist. Wir sind schon sehr gespannt wie sich unser Experiment über das Wochenende verhalten wird. Werden uns die Xovilichter ausgeblasen oder entfacht das Licht noch stärker?

Xovilcihter vom 09.05.2014
Stand der Xovilcihter vom 09.05.2014

Über Andreas Kappler

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