Eingezäunte Wohnviertel
Der Prozess der Urbanisierung in China geht mit enormem Tempo voran. Und gleichzeitig steigt die Zahl der Verbrechen. Während es in anderen Ländern mit hoher Verbrechensrate regelmäßig der Fall ist, dass luxuriöse Wohnviertel eingezäunt und überwacht werden, beschreitet die Stadtverwaltung von Peking einen anderen Weg. Sie schließt die Tore für die Armen. Wie das folgende Video von Al-Jazeera zeigt, sind Teile der Stadt von massiven Zäunen umringt. Von 11:00 Uhr abends bis zum Tagesanbruch bleiben die Tore versperrt. Angeblich sinkt die Zahl der Verbrechen. Eine Ausweitung des Projektes ist geplant.
Während es in China noch rund ein Drittel der Bevölkerung ist, die in der Landwirtschaft tätig ist, schießen gleichzeitig immer mehr Millionenstädte aus dem Boden. Vor allem junge Männer werden als Fabrik- oder Bauarbeiter in die Städte geholt. Mit, im Vergleich zu entlegenen Gebieten, überraschend hohen Preisen konfrontiert, erkennen diese Arbeiter rasch, dass es sich beim Traum vom Wohlstand um eine Illusion handelt. Die Kluft zwischen arm und reich ist in chinesischen Städten deutlich zu erkennen. Derartige soziale Unausgeglichenheiten führen in den meisten Fällen zu einem Anstieg der Verbrechensrate.
Einige der Betroffenen wurden befragt. Dabei werden Vergleiche mit dem Leben als Gefangener laut und auch wird geklagt, dass die Tore gelegentlich zu spät geöffnet werden. Doch wird auch die Verbesserung der Sicherheitslage gelobt und nach mehr Polizeipräsenz in den Straßen verlangt.
Wie die Sprecherin Melissa Chan erklärt, trägt das Projekt den Namen „sealed Management“ oder „abgeschlossene Führung“. Für die nahe Zukunft sei eine Ausweitung auf weitere Wohnviertel geplant.



