Während eine zweifelhafte Pointe einem Kabarettisten seine Karriere kosten kann, können Karikaturen zur Lebensbedrohung werden. Nicht lange liegt der Mordanschlag gegen den dänischen Zeichner, Kurt Westergaard, zurück. Und plötzlich wurden in Irland sieben Muslime festgenommen, einige davon mit irischen Reisepässen, die einen Mordanschlag gegen den schwedischen Künstler, Lars Vilks, geplant hatten. Einem Artikel bei der BBC entsprechend, handelt es sich um vier Männer und drei Frauen, die sich das ausgesetzte Kopfgeld von 100.000 Dollar verdienen wollten. Manchen Behauptungen zufolge, stünde die Organisation Al Kaida hinter dem Mordaufruf.
Lars Vilks ist ein 63jähriger Künstler aus Helsingborg. Er ist Doktor der Kunstgeschichte und war von 1997 bis 2003 Professor der Kunsthochschule in Bergen. Im Jahr 2007 wurde Vilks zur Teilnahme an einer Ausstellung zum Thema „Der Hund in der Kunst“ eingeladen. Daraufhin fertige er drei Federzeichnungen an, die Hunde mit Menschenkopf, Vollbart und Turban darstellten. Die Organisatoren dieser ebenso wie einer anderen Ausstellung weigerten sich, aus Sicherheitsgründen, die Zeichnungen ins Programm zu nehmen. Am 18. August 2007 wurde eine davon schließlich in der Zeitung „Nerikes Allehanda“ veröffentlicht, und zwar in einem Artikel zum Thema „Selbstzensur und Religionsfreiheit“.
Selbstverständlich finden sich die Graphiken bei Google-Images. Neben einer der Zeichnungen lässt sich auch etwas Handgeschriebenes lesen, was auf den Propheten Mohammed zu verweisen scheint. Vielleicht wollte Lars Vilks seinen Berühmtheitsgrad steigern. Salman Rushdies Bücher verkaufen sich schließlich auch deutlich besser, nachdem Ayatollah Khomeini für seinen Kopf eine Million geboten hatte.
Schon eine Woche später gingen erst einmal 60 Vollbartträger auf die Barrikaden und demonstrierten vor dem Verlagsgebäude. Kurz darauf wurde die Geschäftsträgerin der schwedischen Botschaft in Teheran ins dortige Außenministerium zitiert. Pakistan schloss sich den Protesten offiziell an. Bilder mit brennenden schwedischen Flaggen gingen durch die Weltpresse. (Wo die wohl so rasch all die Flaggen herkriegen?) Am 15. September erfolgte schließlich das verlockende Angebot von 100.000 Dollar, „dead or alive“, pardon, nur tot. Der irakische Zweig von Al Qaida soll dahinter stecken, wer immer sich so nennen mag. (Hier ein ausführlicher Bericht über Al Qaida)
Zeitungsberichten zufolge, erhielt Lars Vilks bereits mehrere Briefe mit Morddrohungen. Er lebt unter Polizeischutz. Dafür kennt man ihn nun aber auch weltweit.
Das folgende Video zeigt einen CNN-Beitrag (englisch) über Lars Vilks, der im Februar des Vorjahres ausgestrahlt wurde. Lars Vilks erklärt dabei, dass es gegen religiöse Beleidigungen nichts einzuwenden gibt. Auf ein Portrait von Jesus als Kinderschänder wird verwiesen. Eine islamische Frau aus seiner Nachbarschaft wird allerdings erst dann wieder glücklich sein, wenn Vilks tot ist.




