Muslime begrüßen Schleier-Bann
Der Vorfall passierte in der kanadischen Stadt Montreal, könnte sich aber in ähnlicher Form jederzeit in einem andern Land ereignen. Eine Einwanderin belegte einen Französischkurs, speziell für Immigranten, an einem öffentlichen College. Vehement weigerte sie sich, den Schleier, der ihren Kopf bis auf die Augen restlos verdeckte, abzunehmen. Als Konsequenz wurde sie, von den Behörden der Provinz Quebec sanktioniert, nun von diesem Kurs ausgeschlossen. Während die junge Person, die nur an ihrer Stimme als Frau zu erkennen war, bei der Menschenrechtskommission Beschwerde erhebt, meint die Sprecherin einer islamischen Gruppe: „Leute kommen nach Kanada und nicht in die ‚Islamische Republik Kanada’“
In Frankreich gab es die Diskussion mit dem anschließenden Bann von religiösen Symbolen in Schulen. In der Schweiz hat sich das Volk klar gegen die Errichtung von Minaretten ausgesprochen. Einer der Gründe, neben der angeblichen Suche nach Osama bin Laden, für dem internationalen Angriff gegen Afghanistan, bei dem auch deutsche Soldaten ihr Leben ließen, war die Befreiung der Frauen vom Burka-Zwang. Selbst in der Türkei sind der Verschleierung strenge Grenzen gesetzt.
In den meisten Ländern der westlichen Welt, existiert eine klare Trennung zwischen Staat und Religion. Religionsausübung ist Privatsache. Wenn ein Beruf Arbeit an Sonntagen verlangt, so haben sich auch Christen damit abzufinden. Arbeitsunterbrechungen für Gebetsstunden sind in weltlichen Republiken nicht vorgesehen. Und Masken werden in unseren Länden bestenfalls während der Karnevalszeit oder bei Banküberfällen getragen, nicht im täglichen Leben.
Während islamische Extremisten ihre vermeintliche Auserwähltheit immer wieder dadurch zu unterstreichen versuchen, dass sie auf Sonderrechte pochen, beweisen andere Gruppen, bei denen es sich um die Mehrheit der islamischen Zuwanderer handelt, dass sie die Sitten der Gastländer durchaus respektieren.
Die kanadische Zeitung The Star zitiert den Sprecher des Einwanderungsministeriums der Provinz Quebec, Luc Fortin: „Die Regierung verfolgt in ihren Französischkursen bestimmte pädagogische Grundsätze. Wir konnten nicht zulassen, dass diese Grundsätze beziehungsweise die Lernbedingungen in der Klasse beeinträchtigt wurden.“
Gemeinsam mit Lehrergewerkschaften, begrüßten auch gemäßigte islamische Gruppen diese Entscheidung. So bemerkte Raheel Raza, eine muslimische Frauenrechts-Aktivistin, dass Menschen, die nach Kanada einwandern, keine islamische Republik erwarten. „Wir kommen, weil wir die Freiheit suchen. Wir wollen die Trennung von Staat und Kirche!“, fügte sie weiter hinzu.
Kathy Malas hingegen gehört jener Gruppe, namens „Kanadisches Muslim Forum“, an, die sich gegen die Entscheidung stellt. Sie ist der Meinung, in Kanada hätten Menschen das Recht, zu tragen was sie möchten.
Könnte hinter derartigen Argumenten vielleicht ein gewisser Opportunismus stecken? Wenn jeder wirklich anziehen darf, was er will, da könnten einem letztendlich die verrücktesten Einfälle in den Kopf schießen. Nehmen wir, zur besseren Darstellung, ein Vergleichsbeispiel der freien Meinungsäußerung, unter die schließlich auch die Freiheit fällt, zu behaupten, dass Allah groß sei. Doch wie würde eine derartige Gruppe reagieren, wenn sich jemand die Freiheit nimmt, das Gegenteil von sich zu geben?



